Verdi und die Zensur: Sie haben NICHTS gelernt Update

Noch bin ich Mitglied bei Verdi, doch je mehr ich darüber lese, wie Verdi mit Urheberrechten und Zensurinfrastrukturen umgeht packt mich die kalte Wut. Wie dumm kann man eigentlich sein, genau die Zensurinfrastrukturen zu fordern, die dann ggf. auf einen selbst zurückfallen können: Aber lest selbst: ver.di will (irgendwie) Stoppschilder gegen Urheberrechtsverletzungen und auch „Gewerkschaft Verdi fordert Netzüberwachung gegen Urheberrechtsverletzungen„.

Für mich nicht verstehbar, wie eine Gewerkschaft so etwas tatsächlich fordern kann.

Sollte das wirklich die offizielle Linie von Verdi werden, werde ich meine Mitgliedschaft nochmal ernsthaft überdenken müssen. Denn dann fühle ich mich als Digital Native und Informatiker nicht nur nicht mehr vertreten, sondern sogar bekämpft.

Update: hier das aus meiner Sicht unsägliche Papier: https://medien-kunst-industrie.verdi.de/medien/data/ver.di-Bundesvorstand-Positionspapier-zum-Urheberrecht-7-Seiten.pdf

Besonders traurig stimmt mich der Absatz:
„ver.di zollt Künstler/innen und Publizist/innen Respekt, die sich im Rahmen des Urheberpersönlichkeitsrechtes für das Modell kostenloser Lizenzen (Open Source oder Creative Commons) entscheiden. Für ver.di kann aber unentgeltliches ge-meinwohlorientiertes Arbeiten, das nur in Ausnahmefällen neue existenzsichernde Einnahmequellen erschließt, keine Richtschnur für gewerkschaftliches Handeln in der Tarif-, Vergütungs- und Netzpolitik sein.“

Und hier ist in typischem Verdi Deutsch die verklausulierte Aufforderung zur Einrichtung einer Zensurinfrastruktur: “

„Ziel ist technische Instrumente zu finden, die es ermöglichen, dass beim Aufruf einer Seite mit illegalen Angeboten ohne Re-gistrierung der Nutzer/innen-IP auf dem Monitor eine – von dazu legitimierten In-stitutionen vorgeschalteter – Information über die Rechtswidrigkeit des Angebots und dessen Nutzung erscheint. Der Anbieter illegaler Angebote muss im Vorfeld über das Vorhaben informiert und ihm ein Widerspruchsrecht eingeräumt werden. Ein entsprechender Regelungsrahmen und auch auf Verlangen der Urheberinnen und Urheber zur Kennzeichnung legitimierte Institutionen sind zu schaffen.“

Update: Sie blamieren sich immer mehr: Jetzt warnt Verdi vor „irreführender Berichterstattung von netzpolitik.org„.. Sagt mal ihr da in Berlin . GEHTS NOCH? Wer hat euch den ins… .nnnee ganz ruhig bleiben. ICh besorg mir erst mal ein Austrittsformular und beobachte, ob die noch zu Verstand kommen….

DER Social Media Hack. Die New York Reise, die nie stattfand

@mahrko ist ein sehr sympathischer befreundeter Blogger und für seine kreativen Ideen bekannt.
Vor ein paar Tagen berichtete er ausführlich von seiner Stippvisite in New York, komplett mit Checkins, Blogbeiträgen, Bilder und Tweets. Der Gag? Er war gar nicht dort. Das ganze fand komplett virtuell statt und wie er es realisiert hat, lässt sich in seinem Blog mahrko – co2-neutral durchs web nachlesen. Ein genialer Hack und für mich hat @mahrko hier den Finger in eine elementare Wunde sämtlicher Social Media Sites und Tools gelegt. Mit etwas Geschick und Fantasie lassen sich die Werkzeuge austricksen. Im Falle von @mahrko eher Resultat einer amüsanten Wette aber was könnte sich daraus entwickeln? Im „ungefährlichsten Fall“ eventuell das beschönigen des eigenen Profils im Social Web, was manche Social Media Experten eh schon empfehlen. Anstelle peinlicher persönlicher Details kann man seinen Auftritt im Web bewußt schönfärben und muss dazu nicht ein mal lügen. Viel schlimmer könnte so etwas allerdings enden, wenn es einem Hacker gelingt, die Identität eines anderen Users z.B. auf Facebook zu rauben und dann an Orten einzuchecken, die für den Identitätsberaubten unangenehm, ja sogar gefährlich werden können. Einchecken in Waffenläden, in, sagen wir, zweideutigen Etablissements wären wohl noch das geringste.

@mahrkos Hack ist insofern wichtig, weil er aufzeigt, wie schnell wir uns in Social Media blenden lassen. Auch ich habe geglaubt, @mahrko wäre tatsächlich nach New York geflogen, zumal er auch die Checkins an den einzelnen Zwischenstationen (Flughafen, Bahnhof) sehr gut gefaket hat. Hier müssen offensichtlich die Dienste wie Foursquare und auch Facebook noch deutlich an ihren Kontrollmechanismen arbeiten.

Nichts desto trotz, Gratulation an @mahrko für diesen sehr gelungenen Hack!

Sting „Symphonicity“ live in Stuttgart: Ein Erlebnis

Es war fantastisch, grossartig, unbeschreiblich. Ich bin ja normalerweise vorsichtig mit extremen Wertungen, aber was Sting da in Stuttgart auf die Beine gestellt hat, war enorm. Das Royal London Concert Symphony Orchestra brillierte mit unglaublicher Perfomanz gepaart mit viel Humor und Spass an der Musik, die Begleitung: Jo Lawry hat eine Stimme, die einfach unglaublich ist und die Interpretationen der Titel von Sting waren einfach genial arrangiert. Speziell Russian, When we dance und next to you und natürlich mein all time favorite „Englishman in New York“ waren fantastisch performt.

Ein Abend, den ich so schnell nicht vergessen werde. Hier noch ein paar Fotoimpressionen:

Dezent und ästhetisch die Ausleuchtung, aber sehr passend zum Set und den Arrangements.
Ratet welcher Song: Richtig... Roooxannnnee !

Daheim an jedem Ort der Welt. Die Chancen von Location Based Services

Eine Technologie, die in meinem Umfeld von vielen noch mit einem Lächeln bedacht wird sind die Location Based Services also ortsbezogene Dienste.

Die Technik ist denkbar einfach und in immer mehr Smartphones und mobilen Endgeräten verfügbar. Es bedarf lediglich eines GPS Empfängers und eines Zugangs zum Internet, idealerweise über eine Flatrate.

Beides verbreitet sich im Moment auch dank neuer Devices wie Smartphones und Navigationsgeräten mit sogenannten „Live“ Diensten, also Serviceleistungen, die direkt aus dem Internet geladen werden immer weiter.

Als einfachste Beispiele seien hier nur positionsabhängige Verkehrsdaten genannt, die in das Navigationsgerät des Nutzers eingeblendet werden. Das ist mittlerweile sehr dynamisch und aktuell möglich. Denn jedes Gerät, das einen Zugang zum Netz besitzt und den mobilen Dienst nutzt, meldet entweder über die Veränderung der Netzzelle des Mobilfunkgeräts (TomTom) oder über die Veränderung der Position des Navis (Navigon) an zentrale Server Mobilitätsdaten aus denen zeitnah viel genauere Verkehrsprognosen errechnet werden können, als bislang möglich.

Aber denken wir weiter. Dienstleistungen, die ich unterwegs benötige, sind ortsbasiert abrufbar, z.B. das nächste Restaurant, Hotel, die nächste Werkstatt. Verbinden wir dies noch mit Bewertungsportalen wie doyoo, guenstiger.de, qype oder ähnlichen und wir haben ein lokales Empfehlungssystem das ähnlich funktioniert wie der Tipp des guten Freundes vor Ort.

Was heisst das aber? Unternehmen müssen sich viel mehr mit dem Image und den Bewertungen in solchen Portalen ausseinandersetzen, denn es kann schnell passieren, dass durch ein negatives Ranking die Kunden, geleitet von solchen mobilen Diensten den nächsten Konkurrenten aufsuchen.

Ins Extrem gedacht warte ich nur auf die erste Anwendung, die anhand der aktuellen Position, der Preise umliegender Geschäfte und der Kosten für die Fahrtstrecke (Benzin, Fahrzeugkosten) den günstigsten Händler auswählt, der nicht mehr zwangsweise im selben Ort liegen muss!

Wir sehen, der Kunde, speziell der gut informierte oder ausgerüstete Kunde erhält plötzlich viel mehr Wahlmöglichkeiten. Aber auch für die Unternehmen selbst sind solche Dienste interessant. Zum einen kann der Außendienst damit oft effektiver operieren, hat er doch neben den Kundendaten auch die optimale Route zum Kunden, günstige Übernachtungsmöglichkeiten und lokale Nachrichten stets dabei.

Denkbar ist zudem ortsbezogene Werbung. Diese darf aber nicht als Selbstzweck daherkommen. Sie muss verknüpft sein mit einem Mehrwert. Klassisch geht das über die Dienstleistung, die entweder kostenpflichtig ohne Werbung oder kostenfrei mit dezenter Werbung daher kommt.

Selbst Kulturinstitutionen können sich Location Based Services zu Diensten machen. Das Museum, das auch im Smartphone oder Navi auftaucht, wird sicher in Zukunft mehr Besucher anziehen, als das nicht aufgeführte.

Und unsere sozialen Netwerke können wir in Zukunft mittels Location Based Services viel dynamischer verknüpfen, Treffen werden informeller möglich.

Habe ich in Zukunft Gesprächsbedarf z.B. zu einem beruflichen Problem oder suche ad hoc ein Team für eine bestimmte Aufgabe, ist durchaus denkbar über Dienste wie Foursquare oder Gowalla die Menschen im Freundeskreis zu finden, die für die aktuelle Aufgabe greifbar sind, und ggf. gleich ein Treffen zu vereinbaren.

Und es gibt sicher noch Anwendungsfelder, die noch nicht mal angedacht sind. So kann ich mir einen Dienst vorstellen, der Menschen auffindet, die gerade im befreundeten Umfeld sind und dieselben sportlichen Interessen haben, um z.B. einen Partner für eine bestimmte Sportart zu finden (quasi die Foursquare Tennis App). Ebenfalls gerade im Entstehen ist ein Dienst namens piggyback, der abhängig vom aktuellen Ort Mitfahrer findet und somit die Effizienz des privaten Transports steigern könnte. Ich muss nur prüfen, wer in meiner Umgebung gerade Mitfahrbedarf in eine bestimmte Lokation hat und kann spontane Fahrgemeinschaften bilden.

QR Code von Living the future
QR Code Living the future

Auch Coworking beginnt sich bereits mit mobilen Diensten zu verknüpfen, so daß ich als mobiler Mitarbeiter nicht mehr zwangsweise in die Zentrale kommen muss, sondern mir, z.B. bei Staus auf der Autobahn zum Arbeitsplatz eine vernetzte Arbeitsmöglichkeit in der Umgebung suchen kann und von dort remote arbeiten. Natürlich geht dies einher mit einem „Cultural Change“, denn dann muss es dem

Mitarbeiter auch möglich sein, HomeOffice oder CoWorking in Anspruch zu nehmen. Dies wird aber in unserer sich stark in Richtung Wissensarbeit verändernden Arbeitswelt in Zukunft ein immer geringeres Problem werden.

So wie heute Soziale Netzwerke uns virtuell über Orts- und Zeitgrenzen hinweg vernetzt halten, werden es Location Based Services in der Zukunft auch im realen Leben tun.

Ein ganz neues Konzept sind die sogenannten StickyBits, QR-Codes, die man mit eigenen Informationen befüllt an reale Objekte haften kann. Ausgelesen offenbaren sie dann ihre geheime Botschaft. Hier ein Beispiel:

Ein StickyBit von mir

Der nächste und nur konsequente Schritt wird dann von den Location Based Services zur „Augmented Reality“ gehen. Darüber demnächst mehr in diesem Blog.

„Home is where my hat is“, dieser Satz wird bald eine viel tiefere Bedeutung erhalten.

Update: Noch ein interessanter Artikel, der in eine ähnliche Kerbe schlägt kommt, man lese und staune vom Buchmesseblog unter dem Titel: Vernetzte Welten

Social Media kann man nicht verordnen, nur ermöglichen

Einer der grössten Irrtümer, speziell im Geschäftsumfeld ist:“ Wir führen jetzt eine Social Media Plattform ein und dann müssen die Mitarbeiter damit arbeiten“. So geht das nicht. Social Media ist eine Frage der Einstellung, des Charakters und gute Social Media braucht auch einen gewissen Spassfaktor und Freiheitsgrad. Wenn ich von oben verordne: „Ihr macht jetzt Social Media“ dann klappt das nicht. Nicht jeder Mitarbeiter ist gerne aktiv.Wir wissen aus verschiedenen Studien, dass maximal ca. 1% überhaupt aktiv und andauernd Content erzeugen, dann evtl. noch 9 % zumindest empfehlen und/oder kommentieren oder gelegentlich etwas schreiben und der Rest liest.

Der Mehrwert entsteht dynamisch, und das lässt sich nicht erzwingen. Einzig eine gute Plattform als Grundlage wie z.B. Connections von IBM kann im Businessbereich den Einstieg erleichtern. Und eine Social Media Policy (etwas, das ich immer wieder gebetsmühlenartig predige), die den Mitarbeitern das notwendige Wissen ob der Möglichkeiten und ihrer erlaubten Aktivitäten aufzeigt (nicht etwas im Stile von: Ihr dürft dies nicht, ihr dürft das nicht… Wir wollen ja, dass die Plattform ohne Angst und kreativ genutzt wird)

Wir werden immer schneller. Warum eigentlich?

Es fällt zunächst bei Stuttgart 21 auf. Der Grund für den Umbau ist die Beschleunigung des Bahnverkehrs, deretwegen jetzt Gegner und Befürworter in einer eskalierenden Stimmung sich gegenüberstehen.
Aber noch an anderen Stellen resultieren viele Probleme nicht aus der Langsamkeit eines Prozesses, sondern aus der immer höheren Beschleunigung.

Der Burn Out ist ein Kennzeichen der Beschleunigung in der Arbeitswelt. Immer mehr, in immer kürzerer Zeit erledigen, dabei wird aber immer weniger auf Rythmen und für den einzelnen angenehme Arbeitsgeschwindigkeit geachtet.

Mal ganz abgesehen davon, dass durch Doppelverdiener, Überstunden und immer weniger Privatleben auch die Ernährungsgewohnheiten extrem leiden. Wer wenig Zeit hat, kocht nicht mehr selbst sondern nutzt Convenience oder Fast Food und selbst Familien mit Kindern schaffen es oft nicht mehr auch nur eine warme Mahlzeit auf den Tisch zu bringen, die selbst gekocht ist. Nicht, weil sie es nicht wollen, sondern weil viele durch den Job so eingebunden sind, dass dafür einfach keine Zeit bleibt (zumal auch die klassische Mittagspause schon lange nicht mehr existiert.)
Gymnasiasten müssen statt in 9 jetzt in 8 Jahren für den Arbeitsmarkt fit… aeh will sagen, gebildet werden (Bildung braucht Zeit, Ausbildung weniger, denn da fällt das erlernen des kritischen Denkens weg).

Ärzte müssen immer mehr Patienten abwickeln, damit es sich für sie rechnet. Die Produktzyklen neuer Geräte werden immer kürzer und wer mithalten will, muss diese Zyklen mitmachen. Wir sind gewohnt, sofort zu kommunizieren, die nicht beantwortete SMS oder EMail ist schon nach Stunden völlig veraltet.

Ich bin kein Technophobiker. Aber selbst ich als Gadgetfreak, Informatiker und Social Media Verfechter überlege im Moment, ob das ganze nicht zu schnell wird. Ein wenig mehr Langsamkeit, Zeit zum Überlegen, Zeit zum Ausklinken aus dem Geschwindigkeitswahnsinn ist sicher nicht falsch. Wir müssen auch unsere Lebenszeit und unser Leben noch selbstbestimmt leben können und je schneller wir hier werden, umso fremdbestimmter läuft das ganze ab. Ich muss nicht meine EMails im Halbstundenrythmus abfragen und auch Twitter und Facebook entschleunige ich, in dem ich nur zu bestimmten Zeiten und in der Freizeit auch mal gar nicht reinschaue.

Wir klagen über Stress, über zu wenig Lebenszeit, zu wenig eigene Zeit für sich. Aber wir tun selbst oft genug dafür, uns des jetzigen Momentes zu berauben.
Wir sollten aufhören, für die zukünftige „Entschädigung“ zu arbeiten oder wie es Randy Komisar so treffend ausdrückt:

„Bei der aufgeschobenen Lebensplanung wird es immer die nächste Belohnung geben, hinter der man her ist, die nächste Ablenkung, den neuen Hunger, der zu stillen ist. Sie werden immer zu kurz kommen.“

Oder sehr viel kürzer aber ebenso wahr: Carpe Diem

Und hier glaube ich fest daran, dass ein neues Denken von Arbeit, das eher ergebnisorientiert ist, für viele der Ausweg sein kann, die sich heute noch wie in einer Tretmühle fühlen, die immer schneller dreht.

Blogparade: Wie konsumierst du Medien?

notebooksbilliger.de veranstaltet eine Blogparade darüber, wie wir Blogger so Medien konsumieren. Nun, da kann ich was erzählen und mache deshalb gerne mit:

Zum ersten. Zwar schaut meine Frau noch ab und an fern, aber bei mir ist Fernsehen fast völlig in den Hintergrund getreten. Meine Nachrichten hole ich mir aus verschiedenen RSS Feeds und lasse sie mir mit Tools wie Tabbloid oder Feedly zusammenfassen. Radio höre ich fast ausschliesslich über das Internet, bevorzugt ByteFM, einen genialen Radiosender aus Hamburg, bei dem noch Musik gespielt wird, die den Moderatoren gefällt, nicht nur Mainstream.
Unser Musik zu hause wird über eine Fritzbox 7270 und daran angehängte Festplatte gestreamt, so daß die Internetradios (derer 3 Stück) alle auf die MP3 Sammlung zugreifen können. Dort sind auch die Lieblingsfilme abgelegt, so daß auch diese über den Samsung Flatscreen geschaut werden können (ja, ich habe die Filme gekauft, nicht gezogen). Der Fernseher kann auf die Filme via WLan zugreifen. Zusätzlich hängt am Fernseher noch eine Festplatte, so daß auch dort noch Musik, Fotos und Filme abgelegt werden. Das ganze ist fernsteuerbar via VNC und Fernzugriff auf die Fritzbox.
Als neuestes Experiment habe ich noch einen älteren Netbook mit SSD zum Mediaserver umgebaut, mit dem ich dann experimentiere, und der unter anderem auch als Wiki und Internetfestplatte fungiert.
Das ist so mein Setup, man sieht, bin schon lange weg von den „herkömmlichen Medienwegen“.

Ach ja, und ab und an lese ich noch ein Buch (na ja, eigentlich sogar sehr viel). Aber wenns geht meist als EBook auf meinem Sony EBookReader, den ich mit Adobe Digital Editions und Calibre verwalte.

Mobbing ist geistige Körperverletzung

Die ZEIT berichtet über Mobbing in der Schule. Da kann auch ich ein Lied davon singen. Zwar nicht ganz so extrem, wie in dem Artikel, aber auch ich war Außenseiter bis zur Oberstufe. Und die grössten Mobber waren meist die Schüler, die eigentlich in der Schule nichts drauf hatten. Dumm, aber agressiv, proletenhaft und leider meist körperlich stark. Ich habe viele Situationen erlebt, die mir vor Augen geführt haben, wie viele Vorurteile leider stimmen. Zumal ich schon dadurch auffiel, dass ich grösser war als der Rest und mich nicht für Fussball und Raufen interessierte, sondern für Computer, Literatur und Kunst. Wie kann ich nur nicht der drögen Proletennorm entsprechen. Gott sei Dank war ich nicht Mobbingopfer sondern nur halt „der spinnerte Außenseiter“. Vielleicht auch, weil ich Judo konnte und solche Proleten oft nur vor körperlicher Überlegenheit Respekt haben. Und die Oberstufe war meine Rettung, denn dort wurden die Mobber plötzlich zu den Außenseitern. JA, ich hab tiefe Genugtuung empfunden.

Aber seien wir ehrlich, diese Dummköpfe gibt es auch unter den Erwachsenen, auch im Alltag, sei es im Beruf (wo man oft leider nicht flüchten kann) als auch im Privaten, wo man solche dummen Menschen wenigstens meiden kann. Meinjetziger Arbeitgeber hat Mobbing als Problem schon erkannt und bietet sogar den Führungskräften Seminare an, damit diese lernen, wie man erste Anzeichen von Mobbing erkennen kann. Denn es muss jedem Arbeitgeber klar sein: Mobbing vergrault oft die leisen aber wirklich guten Leute, die mit der grossen Klappe, die Luftnummern bleiben dann und das gemobbte Talent geht.

Und für alle die jetzt mit dem Spruch kommen, bist halt zu empfindlich, das war ja nicht so gemeint. Es kommt nicht drauf an, wie es von den gefühlskalten Schwachmaten gemeint war, sondern wie es bei den meist sensibleren, feinfühligeren und oft auch intelligenteren Mobbingopfern ankommt.
Wer mobbt, verletzt. Es entstehen zwar keine sichtbaren Wunden aber grosse Wunden in der Seele.
Letztlich war möglicherweise sogar mein Burn Out ein finales Ergebnis davon. Aber darüber schreiben die wenigsten. Was ich schlimm finde. Mobbingopfer müssen sich wehren. Klar und deutlich. Denn Mobber sind Abschaum und wirklich das letzte.

Kling ich wütend? jau, bin ich. Jedes Kind, das ein anderes mobbt ist eins zu viel. Und dessen Eltern bekommen ein Gespräch mit mir aufgedrückt. Ich schaue nicht zu, ich weiss, wie so was enden kann. Und auch Erwachsene, die andere Erwachsene mobben, müssen gestoppt werden. Denn das ist unverantwortlich und wie ich schon oben schrieb…geistige Körperverletzung.