Monica Lierhaus ist wieder da, und stiehlt allen die Goldene Kamera Show

Beim Zappen bleibt man ab und zu bei wirklichen TV Ereignissen hängen. So ging es mir gestern, als ich beim ZDF vorbezappte und einen erstaunlich emotionalen Laudator sah. Doch dann der Auftritt von Frau Lierhaus. Was genau passierte, als sie vor zwei Jahren operiert wurde, ist nicht klar. Aber dieser Auftritt war ein großer Schritt zurück ins Leben. Und mit Blick auf die Medien erstaunlich würdig und schon im Vorfeld verblüffend, daß offensichtlich selbst die Boulevardpresse Frau Lierhaus in Ruhe ließ und sie so wirklich die Ruhe und Kraft fand, so erstaunlich zu genesen. Sie ist noch weit entfernt von einem „normalen“ Leben, aber der gesamte Auftritt war ein Signal „Ich bin wieder da“. Und da sie selbst diesen Auftritt wünschte scheint auch das übliche „das war kalkuliert“ und „alles für die Quote“ Geschwafel still zu bleiben.
Für mich einfach eine bewundernswerte Frau, die zeigt, wie unbedeutend die eigenen Probleme of t sind und was man mit unbedingtem Lebenswillen und der Hilfe wirklicher Freunde erreichen kann. Ich wünsche Frau Lierhaus wirklich alles gute und hoffe, daß das Erste das wirklich ernst meinte und Monica Lierhaus auf die eine oder andere Art wieder im TV als Moderatorin erscheinen wird. Gestern hat sie uns gezeigt, daß sie selbst es schaffen wird. Und ganz ehrlich: Ich fände es eine tolle Sache, wenn eine Behinderung auch durch Frau Lierhaus wieder ein Stück normaler würde und damit auch andere noch ein wenig mehr ins Leben integriert und weniger als Außenseiter gesehen würden.
Wir alle sollten uns endlich klar werden, daß eine Behinderung nicht heißen muß, immer geschont, immer übersehen zu werden. Wenn ich mir meinen Arbeitgeber ansehe, so sind dort viele Behinderte voll integrierte Mitarbeiter. Und durch die Selbstverständlichkeit im Umgang sind diese Behinderte für mich längst nicht mehr behindert in meiner Wahrnehmung. Es sind einfach Kollegen. So sollte es überall sein. Denn das größte Geschenk, daß man einem Behinderten geben kann ist, ihn oder sie nicht als Behinderten zu sehen, sondern als Mensch.

Hier nochmal der Link zum Video des Auftritts: http://www.youtube.com/watch?v=fbh4rjAixRQ

Mit Twitter und Facebook am Social Book schreiben. Collaborative Writing

Wieder ein neues spannendes literarisches Konzept, das so erst durch die Social Media Plattformen möglich wird:
Bookrix erlaubt, via Twitter und Facebook Updates an einem gemeinsamen EBook zu arbeiten.

Zitat Bookrix:
Im Schnelldurchlauf: Wie funktioniert SocialBook?

Eine Person legt auf BookRix ein SocialBook an und lädt seine Twitter-, Facebook- oder BookRix-Freunde ein als Co-Autoren daran mitzuschreiben.

Die ausgewählten Co-Autoren folgen dem Link in der Einladung, verknüpfen ihren BookRix-Account mit ihrem Facebook- bzw. Twitter-Account und können sofort an dem Buch mitschreiben.

Alle Facebook-Statusmeldungen bzw. Tweets der Freunde, die das festgelegte Hashtag (Stichwort) enthalten, werden im gemeinsamen SocialBook auf BookRix veröffentlicht.

Was benötige ich um SocialBook nutzen zu können?

Du benötigst einen BookRix-Account, um ein SocialBook anzulegen oder daran mitschreiben zu können. Hier kannst Du Dich kostenlos registrieren.

Zudem brauchst Du entweder einen Twitter- oder Facebook-Account, den Du mit Deinem BookRix-Account verknüpfen musst.

Das Konzept finde ich sehr spannend, zumal ich mir durchaus vorstellen kann, in kurzen Pausen, bzw. abends gemeinsam mit anderen Interessierten etwas zu schreiben, die grösste Hürde ist ja meist der Zeitaufwand.
Vor allem finde ich es spannend, daß durch die neuen sozialen Plattformen auch das „gute alte Buch“ wieder unter ganz neuen Aspekten gesehen wird. Epubli, Epidu und jetzt BookRix bringen ganz neue Ideen, Aspekte und Konzepte in die Welt der Literatur. Das Buch ist nicht tot. Ich finde, in Zeiten neuer Medien werden sie gerade auf mannigfaltige Weise wiederbelebt!

Die wichtigste Frage für Unternehmen: Warum will ich ins (Social) Web?

Gestern habe ich eine meiner liebsten Werbungen von IBM wiedergefunden. Schaut sie euch an, denn sie zeigt sehr gut, dass es stets eine zentrale und zuerst zu beantwortende Frage bei jedem Internet, Web 2.0 und sonstigem Online Engagement gibt. Die Frage nach dem Warum? Das hat mir schon mein Deutschlehrer damals beigebracht, dass man stets nach dem „warum“ fragen sollte?

Weiß ich nicht, was ich erreichen will, wen ich erreichen will, wie ich mich darstellen will, also warum ich präsent sein will, brauche mit allem anderen noch gar nicht beginnen.

Ägypten zeigt uns: Das Netz darf niemals unter die Kontrolle einer Regierung!

Auf Grund der Proteste hat die ägyptische Regierung den Zugang zum Mobilfunk und ebenso zum Internet komplett abgeschaltet.
Das zeigt uns ganz deutlich. Wir müssen dagegen vorgehen, dass Regierungen über die Verwendung des Internets bestimmen. Zensurinfrastrukturen, Kontrolle entscheidender Netzknoten und Infrastruktureinrichtungen durch Regierungen, und seien sie im Moment auch noch so demokratisch dürfen niemals geduldet werden. Das Netz muss frei bleiben, damit die Menschen sich unabhängig informieren und organisieren können. Im Moment beweist uns Twitter, Facebook und auch Sender wie AlJazeera, die immer noch live ins Web streamen, dass das Netz trotz aller Unkenrufe zu einem wichtigen Mittel im Kampf gegen ungerechte Diktatorische Regimes geworden ist.

Insofern sollte sich auch die Bundesregierung sehr genau überlegen, welche Maßnahmen sie wirklich ergreift. Denn aus einer demokratischen Kontrolle kann unglaublich schnell ein Instrument einer undemokratischen Elite werden!

Der meistmissbrauchte Satz: Das muss Konsequenzen haben

Schon mal aufgefallen? Ob es nun um den Dioxin Skandal, die Umgangsformen auf der Gorch Fock, das Öffnen von Briefen der Feldpost, die Finanzkrise, Bestechung von Politikern, zu heißen, zu kalten, nicht fahrenden Zügen oder S-Bahnen geht. Immer hört man von den Verantwortlichen: Das muss Konsequenzen haben, wir werden schonungslos aufklären. Aber tut sich was? Nein! In den letzten Jahren z.B. gab es diverse Dioxinskandale, aber geändert hat sich nichts. Das heißt doch, es gibt immer diese witzigen Verpflichtungen zu FREIWILLIGEN Selbstkontrollen. Also quasi, ich mache den Bock zum Gärtner und lasse ihm noch die Wahl, wann er wie wo kontrolliert.

Wen wundert es da noch, dass jetzt von den angeblichen Wutbürgern gesprochen wird? Ich würde nicht sagen, Wutbürger, aber enttäuschte Bürger. Es geht doch immer wieder um dasselbe Prinzip. Die eigentlich Verantwortlichen geben sich betroffen und uninformiert (hätten wir gewusst, was da vorgeht, wir hätten das unterbunden) und irgendwelche zumeist Unschuldigen werden zum Bauernopfer stilisiert. Und diejenigen, die darunter leiden, also meist der Konsument, Bürger oder Angehörige darf sehen, wie er damit zurecht kommt.

Ich möchte den Satz: „Das muss Konsequenzen haben“ nicht mehr hören. Ich will sehen, dass es endlich mal Konsequenzen hat, und zwar bei den Verantwortlichen. Und vor allem, es wird Zeit für Kontrollen, die nicht die Schädigenden selbst durchführen. Das heißt nämlich, dass es gar keine Kontrollen gibt.

Wer bremst die Welt? Entschleunigung als Marktvorteil

Alles immer schneller. Das scheint das aktuelle Dogma zu sein. Wir sollen immer effizienter arbeiten, alle Prozesse werden auf ihre versteckten Effizienzhemmer abgeklopft. Dass dabei der Mensch im Privaten wie bei der Arbeit immer mehr unter Druck gerät, wird entweder gar nicht beachtet, oder billigend in Kauf genommen. Das achtjährige Abitur setzt schon Schüler der Gefahr eines Burn Outs aus. Psychische Erkrankungen sind mittlerweile die dritthäufigste Ursache für eine Krankschreibung.

Aber warum machen wir das ganze eigentlich (mit)? Weil es schlichtweg um Quantität geht, um mehr, schneller, günstiger.
Aber es gibt Gegenbewegungen: Slow Food ist nur eine davon. Auch der Erfolg von Zeitschriften wie „Landlust“ hat etwas mit der Sehnsucht der Menschen nach Enschleunigung zu tun.
Und gerade etabliert sich auch ein Trend weg von Massenware, die billig und schnell im Ausland gefertigt und jederzeit verfügbar ist hin zu Handarbeit und Unikaten. Diese sind dann zwar teurer, wertiger und vor allem unter sozialen Bedingungen produziert.

In einer Zeit, wo der Kunde immer mehr zum ehrenamtlichen Mitarbeiter von Unternehmen wird und Formulare selbst ausfüllen muß, am Geldautomaten selbst sein Geld löst, Tickets und Fahrkarten am Automaten lösen muß, wo also das Produkt schon fast vom Kunden produziert wird, könnte eine Rückkehr zu echter Dienstleistung das neue Merkmal für wertschätzende Unternehmen sein. Nicht schnell, aber sorgfältig, nicht für den Profit, sondern für den Kunden zu produzieren, nicht die Mitarbeiter immer mehr unter Druck zu setzen sondern mit Freiräumen und sozial zu arbeiten könnte auf dem Verbraucher- wie auf dem Arbeitsmarkt das neue Unterscheidungskriterium des „besseren“ weil nachhaltigeren Produkts werden. Vom Dioxinskandal über die Probleme der Bahn und der S-Bahnen bis hin zu den immer noch in großer Zahl für unseren Billigkonsum arbeitenden Kinder in den asiatischen Ländern. Vielleicht braucht es ein Zurücktreten und Entschleunigen, um wieder Effektivität und Menschlichkeit vor Effizienz und Profit zu stellen.
Dafür müssen aber die Umstände der Herstellung transparent sein, muß ich mich auch objektiv informieren können. Ob ein hochwertiges Produkt wirklich auch wertig und sozial verträglich gefertigt wurde kann heute nicht garantiert werden, das einzige könnte das „Made in… “ als Indiz sein. Erst wenn offengelegt wird, wo produziert wird, wie die Arbeitnehmer dort arbeiten und welche Materialien und Prozesse dort zur Verwendung kommen, kann auch objektiv die Nachhaltigkeit beurteilt werden. Hier wäre eine Plattform sinnvoll, die unabhängig wie z.B. die Stiftung Warentest informiert, und das zentral. Es gibt mit Foodwatch, spielgut und anderen schon Plattformen für Fragmente des Marktes, aber es braucht eine zentrale Stelle, die sowohl kontrolliert als auch dokumentiert und die bedingungslos unabhängig von Unternehmen und Herstellern sein muß.

Die Welt im Jahr 2000 aus der Sicht meines Geburtsjahrs

Danke Twitter für diese Perle! Über folgenden Tweet kam ich auf eine echte Perle des Netzes:
Gebloggt bei @yuccatree: Retrofuture: Der WDR 1967 über das Jahr 2000 http://yuccatree.de/2011/01/retrofuture-der-wdr-1967-uber-das-jahr-2000/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+freshzweinull+%28YuccaTree+Post+%2B%29

Da hat der WDR im Jahr 1967 mal einen Blick auf das Jahr 2000 gewagt. Spannend, interessant und teilweise hochgradig amüsant! Auf jeden Fall sehenswert:

epubli, mein Gewinn und auch sonst eine gute Idee

Die Plattform epubli beobachte ich nun schon eine ganze Weile. Bislang hab ich zwar noch kein eigenes Werk, das ich dort veröffentlichen könnte (obwohl ich mit dem Gedanken spiele, meine gesammelten Blogbeiträge des letzten Jahres als reales Buch zu sammeln) aber die Idee finde ich mehr als faszínierend.
Jeder, der einen Text verfasst hat, seien es Gedichte, Prosa, ein Tagebuch oder eine Biographie, kann dies zu epubli hochladen und sich daraus ein Buch erstellen lassen. Und das zu Preisen, die durchaus mit den Preisen für ein „normales“ Buch im Handel konkurrieren können. Und für knapp 20 Euro im Jahr kann man sein Buch dann auch noch richtig veröffentlichen, inklusive ISBN Nummer!
Hier wird wirklich real, was ich schon seit längerem erwarte. Extreme Personalisierung. Durch die neuen Möglichkeiten von Internet und IT wird es plötzlich auch finanziell gangbar, kleine und Kleinstmengen zu veröffentlichen. Quasi die umgekehrte Schnittstelle zwischen ebook und Buch. Und wie ich finde, eine geniale Idee gerade z.B. als „besonderes Geschenk“ oder für das persönliche Archiv.

Was mit Fotos schon seit längerem geht, geht mit dem Dienst von epubli auch mit dem geschriebenen Wort.

Auch ne Leseratte gewinnt mal ein Buch 😉

Wer weiß, vielleicht biete ich demnächst die „gesammelten Rants“ aus meinem Blog an? So abwegig find ich das nicht.

Positiv finde ich auch, dass epubli auch in den sozialen Netzen unterwegs ist, und so über den Dienst auf dem Laufenden hält aber auch sonst professionell agiert.

Darüber, also über deren Aktivitäten auf Facebook hatte ich letztes Jahr sogar noch Glück mit epubli. Es gab da ein Weihnachtsgewinnspiel. Aufgabe war es, zu begründen, warum man das Buch von Markus Albers „Meconomy“ unbedingt bräuchte. Und meine Argumentation schien offensichtlich so schlüssig, dass das neue Jahr für mich schon mal sehr positiv, nämlich mit dem Gewinn eines Exemplars von „Meconomy“ begann. Das nenn ich einen Start ins Jahr. Danke an Sophie von epubli, die dieses Gewinnspiel auf Facebook gestartet hat und danke, dass ich der Gewinner geworden bin. Zumal das Buch ja in sich schon ein Fallbeispiel für die neue Art der Veröffentlichung ist. Albers hat es ja selbstvermarktet und erst nachdem das EBook ein grosser Erfolg war auch eine Printversion veröffentlicht und zwar mit und über epubli wie das folgende Bild zeigt:

Man beachte den Verlag 😉

Also man sieht, das Prinzip funktioniert 😉