Anonym Surfen im Netz, dank Softwarepaketen wie TOR und Vidalia ganz einfach

Es gibt schon seit längerem im Netz diverse Anonymisierer, die allerdings mal mehr, mal weniger Installationsaufwand und Konfiguration verlangen. Da hilft das Tor Browser Softwarepaket, das man z.B. bei www.soft-ware.net herunterladen kann.

Im Paket enthalten sind nicht nur die TOR Software sondern eine komplette Konfiguration, die sich über ein Installationsprogramm auf den Rechner spielen lässt. Der große Vorteil: Man kann parallel den Standardbrowser nicht anyonm weiterlaufen lassen, und nur wenn man anonym unterwegs sein will den speziell konfigurierten Browser starten.

Und wers nicht glaubt, es gibt auch ein komplettes Video über die (einfache) Installation des Paketes auf YouTube:

Das Paket ist für Windows Rechner verfügbar, unter Linux gibt es mit Vidalia ein ähnliches Paket, dass sich bei den meisten Distributionen mittlerweile in den Repositories integriert ist.

Gerade heute, in Zeiten erhöhten Datenschutzbewusstseins sollte sich jeder Gedanken machen, wie er seine Privatsphäre schützt. Man muss sich natürlich im Klaren sein, dass durch die Anonymisierung der Browser nicht mehr mit der gewohnten Geschwindigkeit ins Netz kommt, weshalb gerade die Installation des Tor Browser Pakets angeraten ist, da man dann zwischen schnellem, aber nicht anonymem Surfen  und anonymisiertem Surfen einfach und schnell wechseln kann.

Im Paket enthalten sind: Mozilla Firefox, Tor zum Verschlüsseln und Weiterleiten der Verbindungen, Vidalia als grafische Benutzeroberfläche für Tor, Polipo als lokaler Proxy-Server und Torbutton, mit dem sich die anonymen Verbindung über das Tor-Netzwerk per Mausklick ein- oder ausschalten lassen.

Das ganze Paket ist so zusammengestellt, dass man es auch auf einem USB Stick installieren kann und somit auch in Cybercafes unproblematisch und ohne Datenspuren surfen kann. Ein klarer Tipp für jeden, der eine wirklich sichere Methode sucht, anonym und ohne Datensammlerrisiko im Netz zu surfen.

DIN SPEC 91253:2012-03 eine Rezension: 44 Seiten „Inhalt“ für 48 Euro!

Ich würde gerne wohlwollend sein. Aber 18 Seiten reiner Inhalt und 36 Seiten Literaturreferenz und Checklisten, die teilweise nur die Skills der Beteiligten abfragen sind einfach nicht genug, um den horrenden Preis von 48 Euro für die Download Version zu rechtfertigen.

Und die ersten 18 Seiten klären weniger die Fragen, die sich ein Mittelständler mit Bezug auf Social Media stellen dürfte, sondern stellen ein Prozessmodell dar, das so auch auf die Einführung neuer Software, einer neuen Buchhaltung oder ähnlichem angewendet werden kann. Lediglich die Anhänge können einen gewissen Mehrwert liefern, aber meist dort, wo sie auf andere Quellen verweisen, die man so mit einer Suchanfrage bei Google ebenfalls finden würde.

Und teilweise ist schlicht falsch, was dort steht. Zitat: „Wesentliche Fragen: Will das Unternehmen Social Media einsetzen?“ Als ob hier eine Wahl bestünde. Social Media wird auch im Sinne des Unternehmens eingesetzt, ob das Unternehmen das nun aktiv betreibt oder igendwann über einen Shitstorm stolpert. Die Frage müsste lauten: „Wie stark wollen wir uns in Social Media einbringen?“

Weder wird auf die einzelnen Plattformen, deren Vor- und Nachteile eingegangen, noch werden aktuelle Technologien und Trend betrachtet wie Mobile Computing. Und das bei einer Spec, die im Jahr 2012 erscheint. Da erscheint der Satz auf Seite 8 „In diesem Kapitel wird eine umfassende Anleitung zur Implementierung von Web 2.0 und Sozialen Medien für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vorgestellt.“ schon fast wie Ironie.

Nach Lektüre der Spec werden bei den meisten Mittelständlern mehr Fragen offen als geklärt sein, denn es wird nur das Management der Einführung betrachtet, die wirklichen Fragestellungen wie „was und wieviele mache ich auf Facebook“, „Soll ich einen Blog führen und wie muss dies aussehen“ werden nur am Rande erwähnt und in die hinteren Kapitel mit Checklisten und Referenzen auf weiterführende Literatur erwähnt. Als Lektüreliste mag die Spec geeignet sein. Um einem Mittelständler die ersten Schritte in den sozialen Medien zu erleichtern benötigt man aber noch einiges mehr. Da empfehle ich eher bei Amazon ein einführendes Buch zum Thema Social Media zu kaufen, das dann zum einen ausführlicher und zum anderen günstiger ist. 44 Seiten für 48 Euro. Das ist extrem mager. Und ich versuche hier noch, vorsichtig zu formulieren.

Bei der gesamten Betrachtung wurde eine der entscheidensten Stellen bei der Einführung von Social Media zudem komplett vergessen. Der Betriebs- oder Personalrat. Schon manche Social Media Initiative ist am Betriebsrat und dessen Bedenken gescheitert. Insofern, wer diese SPEC als Grundlage für eine Social Media Einführung nimmt, der spart nicht, wie die SPEC glauben machen will Kosten, der kann sich vielmehr schon darauf einstellen, dass er zumindest noch weiterführende Literatur zu Social Media braucht (immerhin kennt er dann ein Prozessvorgehensmodell) und vor allem können dann weiterhin Horden an Social Media Beratern ihre Dienste anbieten, um die wirklichen Themen und Fragestellungen von Mittelständlern zu analysieren und Fragen zu beantworten, die wichtiger sind als welches Vorgehensmodell, welche Managementleh(e)re man für die Einführung verwendet.

Und was ich noch gar nicht wusste, Zitat: „Wenn ein Unternehmen Web 2.0 und/oder Soziale Medien einführen möchte, sind entsprechend finanzielle und personelle Ressourcen bereitzustellen.“

Ach was, das hätte ich jetzt nicht gedacht. Und überhaupt. Bitte wenn man schon zwischen Web 2.0 und Social Media unterscheidet, dann sollte man auch erklären, wo da genau der Unterschied liegt….

Den guten Willen in allen Ehren, aber 2012 noch mit einer Social Media Spec so dürftigen Umfangs und Inhalts in die Öffentlichkeit zu gehen, das halte ich für mutig, sehr mutig.

Freizeichen macht ein Gewinnspiel. Aber was für eins

Gewinne, Gewinne, Gewinne. Speziell für uns Androiden gibt es bei Freizeichen „einfach mal so“ mächtig was zu gewinnen. Von Android Figuren über Bücher zur Android Programmierung, meiner heißgeliebten Tabletdisplay Reinigungsflüssigkeit Clean2Go über Gutscheine meines Lieblingsgadgetversenders bietet Freizeichen ein ganzes Portfolio an tollen Gewinnen. Also surft dorthin und macht mit! Es lohnt wirklich!

Die Jungs haben mirs ganz besonders angetan.

 

Die sinnloseste Norm des Tages: (DIN SPEC 91253) Social Media

Darf ich ihnen heute die Norm 0815 erklären, die festlegt, wie sie Präsentationen zu gestalten haben mit fremden Schriftzeichen, im Dunkeln, mit Microphon und vor Publikum.

Aus der beliebten Reihe. Normen, die die Welt nicht braucht.
Zuerst dachte ich ja an einen verfrühten Aprilscherz aber nein, das scheint wirklich ernst gemeint zu sein, kann ich aber leider nicht ernst nehmen.

Das Deutsche Institut für Normung hat unter der Nummer DIN SPEC 91253 eine Normierung für ….. SOCIAL MEDIA eingeführt. Bekloppt? JA. Überflüssig? JA. Ernst gemeint? Leider auch JA!

Nach Aussage des Instituts handelt es sich dabei nur um eine Entscheidungshilfe (warum muss man das ganze dann Norm nennen, was bei den meisten Entscheidern und Managern doch stets zu dem: Das müssen wir jetzt unbedingt einhalten Reflex führt) und kostet 48,10 beim Beuth Verlag zu haben. Ein Schelm, der dabei an Geldmacherei denkt.

Denn wer Social Media normieren will, kann das ganze noch nicht wirklich verstanden haben. Insofern bin ich sehr verblüfft über die Aussage in dem Artikel der Rhein-Zeitung:

Zitat: „Die Spezifikation entstand in Zusammenarbeit mit Mittelständlern, Webdesignern, Social-Media-Agenturen, der Universität Hamburg und dem Hamburger Informatik Technologie-Center (HITeC).

Da hätte ich doch gerne mal ein paar Namen von Social Media Agenturen und Webdesignern. Alleine schon, um zu verhindern, dass ich mal aus versehen mit denen zusammenarbeite. Denn eins zeigt mir dieser Normierungsversuch. Medium nicht verstanden, setzen, sechs.

Social Media LEBT davon, dass ich nicht alles in eine Norm presse, dass ich in einen Dialog trete, der nicht vorplanbar ist. Aber hier haben wieder mal die Technokraten über den gesunden Menschenverstand gesiegt. Eine Norm aus der Reihe, werd ich mich sicher nicht mit befassen. Will ja ernst genommen werden und meine Reputation nicht verlieren. Eine Empfehlung ohne die Normnummer hätte meiner Ansicht nach völlig ausgereicht.

Normen haben in Deutschland leider nur eine Wirkung. Es wird versucht, sich sklavenhaft daran zu halten, ob es nun Sinn macht oder nicht. Insofern freue ich mich schon auf viele Kunden, denen ich dann ihre Aktivitäten wieder geradebiegen darf, nachdem sie kaputt normiert worden sind.

Update: Erste Blogger haben die Norm, die nur eine Spec, die nur eine Empfehlung ist gelesen. Meine Vermutungen bestätigen sich, siehe z.B.: http://linkedinsiders.wordpress.com/2012/03/25/din-spec-91253/

Dear Esther, kein Spiel, kein Film, ein Faszinosum

Unbedingt auch die volle Auflösung laden. Hierbei handelt es sich um ein ECHTES Bild aus dem "Spiel"

Selten hat ein Spiel so wenig Interaktionsmöglichkeiten geboten wie Dear Esther. Und selten hat mich ein „Spiel“ dennoch so fasziniert.

Eigentlich handelt es sich bei „Dear Esther“ nur um eine Geistergeschichte, die in Fragmenten von einem Erzähler gesprochen wird, während man über eine Hebrideninsel wandert. Aber was die Entwickler aus der Halflife 2 Engine da gekitzelt haben ist fantastisch.

Und für mich ist das ganze ein guter Vorgeschmack auf ein ganz neues Genre, zwischen Buch und Spiel. Quasi eine Form des interaktiven Films. Während der Charakter mit der Maus und den Tasten gesteuert über die Insel wandert, wird in immer neuen Kombinationen eine Geistergeschichte erzählt. Einziges Ziel des „Spielers“ ist es dabei, zu einem auf der Insel befindlichen Leuchtturm zu kommen.

Faszinierend ist dabei die Darstellung der Umgebung: Wolken, Wasser, Pflanzen, alles wirkt so realistisch wie selten zuvor. Und die Atmosphäre zieht einen in ihren Bann. Licht und Schatten, das Wiegen der Pflanzen im Wind, die Gischt am Strand. Selbst die kleinsten Details sind fein ausgearbeitet und tragen zur dichten Atmosphäre der Geschichte bei. Und bei jedem neuen Start wird die Geschichte etwas anders erzählt, werden die Teile der Story anders zusammengesetzt. Aber im Grunde bleibt der „Spieler“ ein Beobachter, dessen einzige Aufgabe das Wandern über die Insel ist, und der dabei in kurzen Einspieltexten immer wieder Fragmente der Story (in Englisch) hört.

 

Wer Aktion und Rätsel erwartet, wird enttäuscht sein, wer sich aber auf eine gute Geschichte und eine faszinierende Bildsprache einlassen will, dem kann ich „Dear Esther“ nur empfehlen.

Selten wurde eine Geschichte computeranimiert so schön und eindrücklich erzählt.
Dear Esther, der Trailer

Bodo Wartkes „Klaviersdelikte“ in Heilbronn, ein Erlebnis

Warten auf Bodo, der Saal ist ausverkauft und schon vor Konzertbeginn war die Schlange lang.

Bodo hat Schnupfen. Das zu Beginn als Info, was man ihm aber durch das ganze Konzert nicht anhört. Mit unglaublicher Dynamik und der bekannten Textfertigkeit stellt Bodo Wartke in Heilbronn sein neues Programm „Klaviersdelikte“ vor. Meine Frau und ich haben uns natürlich Karten besorgt, so früh, dass auf den Karten noch „Neues Programm“ steht.
Und es soll sich lohnen. Tolle neue Songs, viel amüsante Interaktion mit dem Publikum und vor allem ein sehr schöner Block mit nachdenklichen Liedern, wobei mich persönlich vor allem „Christine“ sehr beeindruckt hat.

Souverän führt Bodo durch sein Programm, spielt mit dem Publikum und erhält völlig zu Recht zum Abschluß quasi sofort Standing Ovations. Drei Zugaben später steht das Publikum zum dritten Mal um in zu umjubeln und die dritten Standing Ovations für ein sagenhaftes neues Klavierprogramm zu geben.

Manchmal muss man sich wirklich konzentrieren um dem Staccato seiner Songs und Texte zu folgen, aber der bekannte Wortwitz ist noch mal schärfer geworden, man merkt ihm einfach an, dass er wirklich gerne mit der Sprache kleine Kunstwerke zusammenstellt. Von sehr zotigen bis hin zu tief nachdenklichen Songs reicht das Repertoire. Und gnadenlos gut führt er uns den Unterschied von U- und E-Musik vor Augen, den die GEMA zu sehen meint und zeigt uns musikalisch, wie falsch sie damit liegt ;).

Interessant dieses Mal auch, dass die CD zum Programm NICHT eine live CD ist (diese wird wohl später folgen) sondern ein Studioalbum, auf dem neben Bodo und dem Klavier auch Gastmusiker mitmachen.
Als besondere Überraschung war auch in Heilbronn ein Gast dabei, nämlich die Sängerin und Schauspielerin Melanie Haupt, die Bodo bei zwei Stücken unterstützte.
Alles in allem ein wundervoller Abend, der unsere Lachmuskeln bis aufs äußerste strapaziert hat und den ich jedem, der irgendwie an Karten kommen kann, nur ans Herz legen kann, wenn sie oder er einen Sinn für Sprache und Wortwitz, für Klaviervirtuosität par excellence und einfach für viel Lachen hat.

Und jetzt noch zwei Auszüge aus seinem Programm. Viel Spass und HINGEHEN!

Social Media ist schlecht fürs Verkaufen

Social Media ist Kommunikation, nicht Kaufen

Und wieder ein Unternehmen, das sich überraschenderweise beklagt, in Social Media könne man nicht das Geld verdienen, das sie erwarten. Swoodoo glaubt nicht an Facebook & Co. meldet die Internet World.

Tja, wenn man auch erwartet, Social Media als Marktplatz für einen Shop missbrauchen zu können? In Social Media und das müssen offensichtlich so manche Manager erst noch begreifen, geht es vor allem um Kommunikation. Um ehrliche, offene Kommunikation, darum die Reputation des eigenen Unternehmens, der eigenen Marke zu stärken. Schon Werbung wird in den Social Media Plattformen eher geduldet, als gemocht.

Wer glaubt, Social Media Nutzer als reine Käufer oder Konsumenten sehen zu können, der sollte sich sein Engagement in den Sozialen Medien vielleicht wirklich noch einmal überlegen. Denn der hat nicht verstanden, wie die Plattformen ticken.

Kluge Unternehmen und Unternehmer sehen Social Media primär als Kommunikationskanal mit dem Kunden, als Möglichkeit, die eigene Reputation, das Außenbild positiv zu beeinflußen. Deshalb ist es auch so schwer, den ROI von Social Media realistisch zu bemessen. Es geht um Soft Values, wie ich sie nenne, um Werte, die ich nicht einfach mit Geld bemessen kann.

Wer einen Shop aufmacht, muss sich darüber im Klaren sein, dass der Shop eigentlich eine laut schreiende Produktwerbung ist. Und deshalb ebenso gelitten statt gemocht.

Insofern sollte so manche Firma erst noch mal wirklich versuchen, Social Media zu verstehen, bevor sie lauthals über die bösen Plattformen klagt. Wer Social Media Verantwortung primär im Vertrieb ansiedelt, liegt sehr falsch. Marketing, Unternehmenskommunikation und Personalmarketing sind eher Bereiche, die einen sinnvollen Nutzen ziehen und für die Social Media Nutzer relevante Informationen liefern können. Denn: Wir wollen keine Werbung, wir wollen Gespräche.