Dieses Mal geht es um Kurzgeschichten. Autoren haben die Wahl zwischen den Themen
„Mein Nachbar – ein Killer“
oder
„Achmed! Mein deutscher Nachbar“.
Die Kurzgeschichten müssen bis zum 30.September 2011 eingereicht werden, um dann von einer Jury bewertet zu werden. Zudem fließen die Leserbewertungen mit in den Juryentscheid ein.
Dem Gewinner wird eines seiner Werke professionell lektoriert und den zahlreichen Partnerverlagen der OstseeMedia zur Publikation angeboten. Hierbei handelt es sich nicht um Druckkostenzuschussverlage.
Peter Märkert, Jeder Einzelne - Ein Ruhrgebietskrimi. Erschienen im Brockmeyer Verlag
Ein Ruhrgebietskrimi, Aus einem mir unbekannten Verlag und von einem mir unbekannten Autor.
Quasi in gewissem Sinne ein doppeltes Wagnis, da ich für gewöhnlich kein typischer Krimileser bin und auch mit Büchern nichts anfangen kann, die zu sehr dem Lokalkolorit verhaftet sind. Insofern las ich die ersten Seiten von „Jeder Einzelne“ mit einer recht kritischen Grundhaltung.
Auch der Stil war für mich am Anfang ungewohnt. Der Erzähler nutzt die Gegenwartsform, berichtet jeweils aus der Sicht des handelnden Hauptprotagonisten der Szene. Doch nach einigen Seiten fällt dies nicht mehr auf, fügt sich sogar recht gut in die gesamte Erzählung. Man bekommt den Eindruck, Auszüge aus den Tagebüchern der Beteiligten zu lesen. Quasi wirklich live beim Geschehen dabei zu sein.
Die zu Grunde liegende Geschichte ist wohl am besten mit dem beschreibenden Text des Verlages abgedeckt:
Zitat: „Nichts geschieht ohne Grund, sagt Lucas in der Untersuchungshaft. Es ist immer nur ein Kreis, der sich schließt. Wer trägt die Verantwortung an Christinas Tod? Wer hat ihr die K.-o.-Tropfen gegeben? Sie nackt in die Ruhr geworfen? Die Justiz verdächtigt ihren Freund Marco Kröner. Er brachte Christina in der fraglichen Zeit von Köln nach Bochum. Bei ihm wurde das Fläschchen mit Liquid Ecstasy gefunden, das ihren Tod verursachte. Der Richter verhängt Untersuchungshaft, der Pflichtverteidiger verspricht eine milde Strafe, wenn Marco gesteht. Nur seine Schwester und Lena glauben an seine Unschuld, verdächtigen Rainer Dahlke, der sich in der Nacht mit Christina treffen wollte, und Olaf Klein, Marcos seltsamen Nachbarn. Lena erhofft sich Hinweise von Alessa Hauser, der besten Freundin der Toten. Besucht sie in einer Drogenklinik und spürt, dass Alessa mehr weiß, als sie sagt. Bei einem späteren Anruf in der Klinik erfährt sie, dass Alessa nach dem Besuch aus der Klinik entwich. Um den Mörder zu treffen?…“
Interessant ist nicht nur die Erzählform. In einer Melange aus Ermittlungen des Freundeskreises von Marco und dem Blick Marcos auf die Geschehnisse selbst, deckt sich im ersten Teil des Buches, den ich grob über das erste Drittel verorten würde langsam das wahre Geschehen auf. Dann werden verschiedene potentielle Täter eingeführt und zum Schluss, abgedeckt vor allem durch die Gerichtsszene der wahre Mörder vorgeführt. Hier greife ich sicher nicht vor, wenn ich sage, das Marco nicht der Täter ist. Aber wer nun wirklich zur Rechenschaft gezogen wird, erfährt der wache Leser bereits nach knapp zwei Dritteln des Buches.
Sehr gut gelungen aber, wie dann die Spannung bis fast zur letzten Seite aufrecht erhalten wird und man dennoch mit dem Hauptprotagonisten mitfiebert.
Stilistisch ist das Buch wie bereits erwähnt in der Gegenwartsform geschrieben: „……“So plötzlich“ Kramer lacht auf. Schulz mischt sich ein, sagt langsam und betont…“
Diese Erzählform ist sonst nicht ganz so mein Geschmack, lässt sich aber hier mit der Dynamik und der Authentizität der Story recht gut rechtfertigen. Kurze Sätze, teilweise bewußt gewählte Wiederholungen des Satzbaus um Geschwindigkeit, ja Hast zu vermitteln, geben der Geschichte eine Geschwindigkeit, die einen spätestens nach Eintritt des Anwalts Dr. Baum in die Erzählung und erste Spuren bei den Ermittlungen durch Lena in das Geschehen zieht.
Der 220 Seiten starke Roman ist ein handwerklich sehr gut gemachter, dynamischer Krimi, der zwar aus der Region kommt aber sich nicht im reinen Zelebrieren des regionalen gefällt. Im Zentrum steht das klassische Who done it eines Krimis, gepaart mit den zum Teil sehr besonderen Lebensgeschichten der Beteiligten.
Für mich ein sehr empfehlenswerter Krimi, wenn ich auch da ich mich nicht ganz mit der Gegenwartsform als Erzählmittel anfreunden konnte nur 4 von 5 Sternen bekommt. Dies aber auch aus meinem persönlichen Geschmack heraus.
Also: [xrr rating=4/5] für „Jeder Einzelne“ von Peter Märkert.
Mein Dank gilt auch diesmal www.bloggdeinbuch.de für die Plattform und die Auswahl des Verlags und dem Brockmeyer Verlag für das Vertrauen in mein Blog.
Eine schöne Idee für eine Blogparade hatte das „Schmerzwach Blog“
Die Frage lautet, wovon sollen wir träumen?
Hier meine Träume, die es wert sind, geträumt zu werden.
Ich träume von einer Welt, in der Kindergeschrei nicht mehr als Lärm, sondern als Lebensfreude empfunden wird.
Ich träume von einer Welt, in der die Frage nach alt oder jung, Mann oder Frau irrelevant ist, weil wir jeden Menschen als solchen mit seinen Stärken UND Schwächen akzeptieren.
Ich träume von einer Welt, in der wir nicht konsumieren um des konsumierens willen, in der wir auch teilen, reparieren und verzichten können.
Ich träume von einer Welt, in der Familie und Freunde wichtiger sind als Beruf und Karriere.
Ich träume von einer Welt, in der der Schutz der Umwelt und der Menschenleben wichtiger ist als der Profit der Industrie.
Ich träume von einer Welt, in der wir Menschen nicht wegen ihrer Religion, Hautfarbe, Herkunft hassen.
Ich träume von einer Welt, in der Manager nicht das 100 fache verdienen und in der soziale Berufe besser bezahlt werden als reine Geldherumschubserei.
Ich träume von einer Welt, die es so nie geben wird, die zu erreichen ich aber alles in meiner Macht stehende tun werde.
Denn ich träume von einer Welt, die für meine Kinder zumindest näher kommen soll.
Der erste Eindruck, der ins Auge fällt: Ungewohntes Format. Das Buch ist breiter als Hoch, Softcover und mit knapp 240 Seiten noch in die Kategorie „angenehmer Leseumfang“ einzuordnen.
Zielsetzung des Buches ist, dem Leser einen Überblick über die unter dem Oberbegriff „Social Media“ verfügbaren Plattformen mit den jeweiligen Zielgruppen, Umgangsformen und Möglichkeiten für das Marketing zu bieten. Die einzelnen Kapitel folgen einem ähnlichen Aufbau. Zunächst wird die Plattform beschrieben, dann aufgezeigt, wie man selbst auf der Plattform Content bereitstellen bzw. sich im Medium bewegen kann und schließlich werden noch ein paar Fallstricke und Besonderheiten erwähnt. Das ganze wird abgeschlossen durch eine Aufzählung der wichtigsten Tipps auf einen Blick, die es sehr schnell ermöglicht, nochmal zu reflektieren, was bei der entsprechenden Plattform zu berücksichtigen ist.
Als beschriebene Plattformen werden vorgestellt:
Bloggen
Twitter und Microblogging
Social Networking
Mediasharing
Social News und Bookmarking
Verbraucherportale
Foren
und zum Abschluss finden sich noch ein Kapitel über Strategien für den Social Media Auftritt und ein Kapitel über die Möglichkeiten der Erfolgskontrolle.
Der Autor Dan Zarella ist hauptberuflich Inbound-Marketing Manager bei dem US-Unternehmen HubSpot, was sich in den Hauptbeispielen, die im Buch aufgeführt werden niederschlägt. Nichts desto trotz ist es Karen Heidl, die für die deutsche Übersetzung verantwortlich zeichnet gelungen, das Buch an die Bedürfnisse der deutschen Leser anzupassen, sei es durch „eindeutschen“ der Beispiele oder ergänzende Informationen zu den deutschen Plattformen wie Xing oder der VZ Gruppe.
Dan Zarrella schreibt in einem flüssigen, nicht zu technischen Stil und Karen Heidl ist es gelungen, auch in der deutschen Übersetzung den Text flüssig und verständlich umzusetzen.
„Das Social Media Marketing Buch“ versteht sich nicht als allumfassendes Fachbuch, sondern eher als Einführung in die Thematik, mit der Zielsetzung, den Leser an die verschiedenen Plattformen und Möglichkeiten heranzuführen. Sehr schön sind hier die jedes Kapitel abschließenden „Wichtigsten Tipps auf einen Blick“, die einen schnellen Überblick vermitteln.
Insgesamt finde ich das Buch sehr gelungen, alleine mir fehlt, auch im Hinblick auf die doch recht sicherheitskritische deutsche Klientel ein Abschnitt über Datenschutz und Sicherheitsrisiken. Das wäre ein gelungener Abschluss des Buches gewesen, das sonst die Themengebiete gut abdeckt. Die Aspekte des Datenschutzes und der Sicherheitsproblematiken verschiedener Netzwerke tauchen zwar gelegentlich innerhalb der einzelnen Kapitel zu den Plattformen auf, werden aber nicht ausführlicher erklärt.
Nett wäre auch ein Kapitel über die mobilen Aspekte der sozialen Netze gewesen. Gerade solche Dienste wie Foursquare, Gowalla oder Google Latitude geben der ganzen Thematik Social Media nochmals ein anderes Gewicht, da sie und die dafür eingesetzten mobilen Endgeräte quasi jeden Nutzer permanent online erscheinen lassen und damit auch für das Marketing noch einige weitere ortsbezogene Aspekte mit ins Spiel bringen.
Mein Fazit: Für alle, die in die Thematik Social Media entweder aus beruflichen oder privaten Gründen einsteigen wollen ein sehr gelungenes Starterbuch. Wer sich schon aktiv in den sozialen Medien bewegt wird wenig neues finden.
Allerdings lohnt sich auch für den versierten Social Media Nutzer ein Blick ins Verlagsprogramm von O’Reilly, da es dort auch weiterführende Literatur zu den verschiedenen Teilaspekten gibt. Als Einstieg ist Das Social Media Marketing Buch aber durchaus geeignet.
Daher 3 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für den Social Media Neuling.
[xrr rating=3/5]
Stephan Brüggenthies Die tote Schwester Kriminalroman 440 Seiten 16.95 Euro, 24.50 sFr Februar 2011 ISBN:9783821861319
Leider zu selten findet man einen Kriminalroman, der einen wirklich fesselt. Bei „Die tote Schwester“ von Stephan Brüggenthies, erschienen im Eichborn-Verlag war dies tatsächlich der Fall. Das Rezensionsexemplar erreichte mich über www.bloggdeinbuch.de am Samstag Nachmittag und gerade eben am frühen Sonntag klappte ich das Buch zu,nachdem sich eine ausgesprochen spannende, in zwei Zeiten und auf zwei Ebenen ablaufende Kriminalgeschichte vor mir ausgebreitet hatte.
Zbigniew Meier und seine gerade 18 Jahre alt gewordene Freundin Lena befinden sich auf einer zweiwöchigen Reise in New York, als sie in einem Restaurant von einem Mann beobachtet werden, der sich ihnen später als Samuel Weissberg vorstellt. Sie erfahren, dass Weissberg auf der Suche nach Informationen über den Verbleib seiner Schwester Eva Weissberg ist, von der er in der Nazizeit getrennt wurde. Speziell Lena scheint die Geschichte von Samuel zu berühren.
Auf der Rückreise geschieht dann das Unfassbare. Als Zbigniew und Lena sich kurz beim Ausgang des Flughafens trennen, wird Lena entführt. Hier setzt dann die eigentliche Geschichte ein, in der wir quasi zwei Ermittlungssträngen folgen, die sich immer wieder umeinander zu drehen scheinen und deren Verwicklung sich erst zum Schluß des Romans völlig auflöst.
Brüggenthies hat einen sehr packenden Sprachstil, kurze Sätze und man spürt dem gesamten Roman an, dass hinter der Geschichte eine ausführliche Recherche steckt. Die Orte und Geschehnisse sind gut beschrieben ohne sich in Details zu verlieren. Die Figuren wirken authentisch ohne gleich maskenhaft zu wirken. Durch den Sprachstil und die Erzählgeschwindigkeit wird man förmlich in die Ermittlungen eingesaugt.
Was dabei am meisten Lust auf die Geschichte macht ist die Tatsache, dass auch die Ermittlungen den Leser mit einbeziehen. Hier kann man wirklich selbst versuchen, hinter die wahre Geschichte von Lenas Entführung zu kommen. Ganz konnte ich mir das Geschehen zwar nicht zusammenreimen aber immerhin gibt es einige Punkte in der Erzählung, in denen man als Leser durchaus ein Aha- Erlebnis haben kann und hinter einige der Windungen und Wirrungen der eigentlichen Geschichte kommt.
Man verfolgt quasi Zbigniew bei der Aufdeckung einer Geschichte aus den letzten Jahren der Nazizeit, bei der es um die verschwundene Schwester eines jüdischen Jungen geht, der 1943 in die USA gerettet wurde und parallel verfolgt man die Ermittlungen rund um die Entführung der Freundin Zbigniews. Beide Ermittlungen werden konsistent geführt und dargestellt, wobei die gesamten Ermittlungen in einem Erzählstrang bleiben, was die Geschichte sehr spannend und schnell werden lässt. Der Autor konzentriert sich im Wesentlichen auf die Nachforschungen nach der verschollenen Schwester und zeigt parallel immer wieder, wie die Geschichte um die Entführung Lenas immer neue Erkenntnis erzeugt.
Sowohl sprachlich, als auch von der Dramaturgie ein ausgesprochen gut gelungenes Buch. Der Autor nutzt einen Sprachstil, der die Geschichte stets aus der Sicht Zbigniews beschreibt, aber dabei sprachlich unprätentios und nie zu flapsig wirkt.
Die einzelnen Ergebnisse der Ermittlungen fügen sich nach und nach zu einem Bild zusammen, dem auch der Leser folgen kann, ohne das die Geschichte ihm Fakten vorenthält oder plötzlich unplausible neue Indizien erscheinen.
Mein Fazit: Stephan Brüggenthies ist ein ausgesprochen spannender, mitreissender und in seiner Erzählstruktur spannender und konsistenter Roman gelungen.
Für mich eine ganz klare Leseempfehlung und mit Sicherheit ein wundervolles Buch für den Lesesommer.
Glatte fünf Sterne:[xrr rating=5/5]
Mein Dank geht an www.bloggdeinbuch.de für die Initiative und an Eichborn für das Vertrauen in mein Blog. Dass dabei auch noch ein solch spannendes Buch herauskam, war das Sahnehäubchen.
Gastbeitrag von Dirk Schweigert, der eine meiner Ansicht nach sehr vielversprechende neue Plattform für Ebooks und Hörbucher präsentiert:
Seit Februar 2011 ist die eBook-Plattform eleboo offiziell online.
eleboo ist die erste eBook-Communitysite, die alles zum Thema eBook vereint:
Autoren können ihre eBooks und Hörbücher kostenlos veröffentlichen, um sich zu promoten oder ihre Werke verkaufen. Ebenfalls können eBook-Händler mit den entsprechenden Reseller-Lizenzen ihre eBooks und Hörbücher über eleboo verkaufen. Leser können sich entscheiden zwischen kostenlosen eBooks, Indiebooks (eBooks ohne Verlag) oder einer riesigen Auswahl an kommerziellen Verlagsbestsellern. Zusätzlich gibt es einen Blog mit drei Themengebieten: News aus der Welt der eBooks, News über eleboo, und Tipps für angehende Autoren. Hier finden Autoren kostenlose Online-Lehrgänge in Form von Beiträgen.
Es werden immer wieder die verschiedensten Wettbewerbe organisiert, um die Spannung für Autoren aufrecht zu erhalten. Derzeit setzt sich eleboo für die Rettung des Jugendhauses Haan ein, um eine Schließung zu verhindern.
Der Eventkalender bietet immer die neuesten Infos zu Lesungen, Messen, Events und vieles mehr.
Außerdem gibt es eine Linksammlung zum Thema eBooks konvertieren/eBooks gestalten mit sehr hilfreicher kostenloser, aber auch kostenpflichtiger Software.
Im Forum können alle Fragen rund ums Schreiben und eBooks diskutiert
werden und auf der eigenen Profilseite, die man nach der kostenlosen Registrierung erhält, gibt es Platz um seinen Shop einzurichten, Profilbilder einzufügen oder direkt mit anderen Mitgliedern in Kontakt zu treten (was für Agenten und Verlage eine schnelle Kontaktmöglichkeit bietet).
Alle online gestellten Werke sind mit Hilfe einer Kommentarbox direkt über Facebook kommentierbar: Dies ermöglicht es
Autoren und Verkäufern, sich
besonders einfach selbst zu promoten.
Auf der Facebookseite von eleboo werden immer wieder interessante News rund um
eBooks und dem Thema Self Publishing gepostet.
eleboo soll Autoren und Leser verbinden. Autoren soll eine besonders einfache, kostenlose Möglichkeit geboten werden, sich selbst zu publizieren.
Ich hoffe Ihnen gefällt die Idee und freue mich, Sie bald bei eleboo begrüßen zu dürfen.
Der 25. Mai. Ein wichtiges Datum für alle Fans der Romane von Douglas Adams. Der Towel day wird jedes Jahr gefeiert in Erinnerung an den viel zu früh verstorbenen genialen Autor Douglas Adams. An diesem Tag trägt jeder echte Douglas Adams Fan ein Handtuch GUT SICHTBAR bei sich. Warum Handtuchtag? Nun, in seiner wohl bekanntesten Romantrilogie in fünf Teilen erklärt uns Douglas Adams:
„Ein Handtuch ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann. Einmal ist es von großem praktischem Wert – man kann sich zum Wärmen darin einwickeln, wenn man über die kalten Monde von Jaglan Beta hüpft; man kann an den leuchtenden Marmorsandstränden von Santraginus V darauf liegen, wenn man die berauschenden Dämpfe des Meeres einatmet; man kann unter den so rot glühenden Sternen in den Wüsten von Kakrafoon darunter schlafen; man kann es als Segel an einem Minifloß verwenden, wenn man den trägen, bedächtig strömenden Moth-Fluss hinuntersegelt, und nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe; man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen oder dem Blick des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal zu entgehen (ein zum Verrücktwerden dämliches Vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen – bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig); bei Gefahr kann man sein Handtuch als Notsignal schwenken und sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist. Was jedoch noch wichtiger ist: ein Handtuch hat einen immensen psychologischen Wert. Wenn zum Beispiel ein Strag (Strag = Nicht-Anhalter) dahinter kommt, dass ein Anhalter sein Handtuch bei sich hat, wird er automatisch annehmen. er besäße auch Zahnbürste, Waschlappen, Seife, Keksdose, Trinkflasche, Kompass, Landkarte, Bindfadenrolle, Insektenspray, Regenausrüstung, Raumanzug usw, usw. Und der Strag wird dann dem Anhalter diese oder ein Dutzend andere Dinge bereitwilligst leihen, die der Anhalter zufällig gerade „verloren“ hat. Der Strag denkt natürlich, dass ein Mann, der kreuz und quer durch die Galaxis trampt, ein hartes Leben führt, in die dreckigsten Winkel kommt, gegen schreckliche Übermächte kämpft, sich schließlich an sein Ziel durchschlägt und trotzdem noch weiß, wo sein Handtuch ist, eben ein Mann sein muss, auf den man sich verlassen kann.
– Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis
Und für alle, die noch mehr darüber wissen wollen, hier ein paar interessante Links:
Die Geschichte des Kriminalromans „Jeder Tag endet mit dem Tod“ beginnt damit, dass wir als Leser Zeuge eines Mordes werden. Das Opfer ist Udo König. Doch wir erfahren nichts über den Mörder, das Motiv oder auch nur die näheren Umstände. Denn die eigentliche Geschichte beginnt mit der Begegnung von Lisa König, der 13 jährigen Tochter von Udo König und Elmar Kreuzer, einem 42 jährigen, alleinstehenden Polizeibeamten aus Karlsruhe, der nur für seinen Beruf lebt und gerade kurz vor einem jener verhassten Urlaube steht, die er nicht so recht zu verbringen weiß. Lisa, die eigentlich in Eisenberg lebt, einem kleinen Ort in der Pfalz, aber auf Grund eines Zeitungsausschnitts, in dem über den Ermittlungserfolg von Kreuzer berichtet wird, sich entschließt, diesen Mann zu bitten, den Mord an ihrem Vater aufzuklären. Denn Lisa ist überzeugt, dass es sich nicht, wie die Kriminalpolizei vor Ort behauptet, um einen Raubmord handelt.
Der Roman "Jeder Tag endet mit dem Tod" von Michael Schröder, erschienen bei EPIDU
Und Kreuzer willigt ein, reist nach Eisenberg und erlebt dort einen Freitag den 6.10.2006, der sich immer wiederholen soll. Und an jedem dieser sich immer wieder (wir fühlen uns an „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert, was nach Aussage des Autors auch Inspiration für den Roman war) wiederholenden Freitage wird er zum Ende erschossen, vom Mörder des Vaters von Lisa, nur um am nächsten Tag aufzuwachen, mit immer stärkeren Kopfschmerzen in einen Tag gespuckt, dessen Ablauf ihm mit der Zeit quälend bekannt vorkommt. Es gibt viele Verdächtige, den Bürgermeister des Ortes, dessen Sohn, die Kriminalbeamten im benachbarten Kirchheimbolanden, der Freund Königs oder ist es gar eine Frau? Das muss Kreuzer herausfinden, will er nicht durch den ewig wiederkehrenden Tod und die immer wiederkehrenden Erlebnisse selbst wahnsinnig werden. Doch noch jemand erlebt den 6. Oktober immer wieder. Der Mörder.
Das ist der Grundplot, aus dem Michael Schröder einen wirklich spannenden und packenden Krimi entwickelt. Man begleitet Kreuzer bei seinen Ermittlungen, ist sich, genau wie er sicher, den Mörder identifiziert zu haben, nur um dann wieder eine neue Wendung, ein neues Indiz zu entdecken. Und durch die mysteriösen Zeitschleifen, die Kreuzer immer wieder in den 6. Oktober werfen, einen Tag, der für den Rest von Eisenberg komplett neu, für Kreuzer aber immer bekannter wird, bekommt die gesamte Geschichte noch einen zusätzlichen geheimnisvollen Touch. Schröder schreibt in einem sprachlich gelungenen Stil, der sehr gut den Charakter Kreuzers zeichnet, der in nicht als den strahlenden Ermittler zeigt, wohl aber als einen Charakter, der das sich Durchbeißen gelernt hat.
Gleichzeitig führt er auch die weiteren Personen gelungen ein, ohne zu überzeichnen aber doch als zum Teil verschrobene Charaktere, wobei auch das eine oder andere Klischee mit dabei ist (die beiden Gastleute sind für meinen Geschmack dann doch ein klein wenig zu überzeichnet) alles in allem zeichnet der Autor jedoch ein durchaus gelungenes Bild einer typischen deutschen Kleinstadt.
Der Spannungsaufbau ist sehr gut gelungen, es ist in vielem ein klassischer „Wer war der Mörder?“ Krimi, wobei der Leser immer auf die Begründung und Auflösung für die mysteriöse Zeitschleife wartet. Dadurch liest sich die Geschichte noch flüssiger, weil man in den Erzählfluß förmlich gezogen wird, wissen will, wann der Kreislauf durch Kreuzers Ermittlungen endlich durchbrochen wird.
Dem Autor ist meiner Ansicht nach ein wirklich gelungener Krimi gelungen, der flüssig zu lesen ist, keine Längen aufweist und in der Gesamtdramaturgie der Erzählung stimmig und aufeinander logisch aufbauend operiert. Insofern ein wirklich geglückter Erstling im Verlag epidu und die epidu Community, die diesen Autor entdeckt und zur Veröffentlichung ausgewählt hat, hat hier ein wirklich gutes Händchen für spannende Krimilektüre bewiesen.
Wer eine spannende Kriminalstory mit einem Touch mysteriösem liebt, wird an diesem Roman seine Freude haben.
Von mir 4 von 5 Punkten und eine klare Leseempfehlung (aber aufpassen, die letzten 100 Seiten habe ich innerhalb eines Abends verschlungen und ja, es ist spät geworden)
Mein Dank geht an BloggdeinBuch.de für das Rezensionsexemplar, an den Autor Michael Schröder für seinen wirklich gelungenen Epidu Erstling und an die Epidu community für die gelungene Auswahl! Wenn die Werksauswahl weiterhin solche Qualität aufweist, habe ich einen neuen Lieblingsverlag in meiner Bibliothek.
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