Rezension des Buchs: „Jeder Tag endet mit dem Tod“

 

Die Geschichte des Kriminalromans „Jeder Tag endet mit dem Tod“ beginnt damit, dass wir als Leser Zeuge eines Mordes werden. Das Opfer ist Udo König. Doch wir erfahren nichts über den Mörder, das Motiv oder auch nur die näheren Umstände. Denn die eigentliche Geschichte beginnt mit der Begegnung von Lisa König, der 13 jährigen Tochter von Udo König und Elmar Kreuzer, einem 42 jährigen, alleinstehenden Polizeibeamten aus Karlsruhe, der nur für seinen Beruf lebt und gerade kurz vor einem jener verhassten Urlaube steht, die er nicht so recht zu verbringen weiß. Lisa, die eigentlich in Eisenberg lebt, einem kleinen Ort in der Pfalz, aber auf Grund eines Zeitungsausschnitts, in dem über den Ermittlungserfolg von Kreuzer berichtet wird, sich entschließt, diesen Mann zu bitten, den Mord an ihrem Vater aufzuklären. Denn Lisa ist überzeugt, dass es sich nicht, wie die Kriminalpolizei vor Ort behauptet, um einen Raubmord handelt.

Der Roman "Jeder Tag endet mit dem Tod" von Michael Schröder, erschienen bei EPIDU

Und Kreuzer willigt ein, reist nach Eisenberg und erlebt dort einen Freitag den 6.10.2006, der sich immer wiederholen soll. Und an jedem dieser sich immer wieder (wir fühlen uns an „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert, was nach Aussage des Autors auch Inspiration für den Roman war) wiederholenden Freitage wird er zum Ende erschossen, vom Mörder des Vaters von Lisa, nur um am nächsten Tag aufzuwachen, mit immer stärkeren Kopfschmerzen in einen Tag gespuckt, dessen Ablauf ihm mit der Zeit quälend bekannt vorkommt. Es gibt viele Verdächtige, den Bürgermeister des Ortes, dessen Sohn, die Kriminalbeamten im benachbarten Kirchheimbolanden, der Freund Königs oder ist es gar eine Frau? Das muss Kreuzer herausfinden, will er nicht durch den ewig wiederkehrenden Tod und die immer wiederkehrenden Erlebnisse selbst wahnsinnig werden. Doch noch jemand erlebt den 6. Oktober immer wieder. Der Mörder.

Das ist der Grundplot, aus dem Michael Schröder einen wirklich spannenden und packenden Krimi entwickelt. Man begleitet Kreuzer bei seinen Ermittlungen, ist sich, genau wie er sicher, den Mörder identifiziert zu haben, nur um dann wieder eine neue Wendung, ein neues Indiz zu entdecken. Und durch die mysteriösen Zeitschleifen, die Kreuzer immer wieder in den 6. Oktober werfen, einen Tag, der für den Rest von Eisenberg komplett neu, für Kreuzer aber immer bekannter wird, bekommt die gesamte Geschichte noch einen zusätzlichen geheimnisvollen Touch. Schröder schreibt in einem sprachlich gelungenen Stil, der sehr gut den Charakter Kreuzers zeichnet, der in nicht als den strahlenden Ermittler zeigt, wohl aber als einen Charakter, der das sich Durchbeißen gelernt hat.

Gleichzeitig führt er auch die weiteren Personen gelungen ein, ohne zu überzeichnen aber doch als zum Teil verschrobene Charaktere, wobei auch das eine oder andere Klischee mit dabei ist (die beiden Gastleute sind für meinen Geschmack dann doch ein klein wenig zu überzeichnet) alles in allem zeichnet der Autor jedoch ein durchaus gelungenes Bild einer typischen deutschen Kleinstadt.

Der Spannungsaufbau ist sehr gut gelungen, es ist in vielem ein klassischer „Wer war der Mörder?“ Krimi, wobei der Leser immer auf die Begründung und Auflösung für die mysteriöse Zeitschleife wartet. Dadurch liest sich die Geschichte noch flüssiger, weil man in den Erzählfluß förmlich gezogen wird, wissen will, wann der Kreislauf durch Kreuzers Ermittlungen endlich durchbrochen wird.

Dem Autor ist meiner Ansicht nach ein wirklich gelungener Krimi gelungen, der flüssig zu lesen ist, keine Längen aufweist und in der Gesamtdramaturgie der Erzählung stimmig und aufeinander logisch aufbauend operiert. Insofern ein wirklich geglückter Erstling im Verlag epidu und die epidu Community, die diesen Autor entdeckt und zur Veröffentlichung ausgewählt hat, hat hier ein wirklich gutes Händchen für spannende Krimilektüre bewiesen.

Wer eine spannende Kriminalstory mit einem Touch mysteriösem liebt, wird an diesem Roman seine Freude haben.

Von mir 4 von 5 Punkten und eine klare Leseempfehlung (aber aufpassen, die letzten 100 Seiten habe ich innerhalb eines Abends verschlungen und ja, es ist spät geworden)

 

Mein Dank geht an BloggdeinBuch.de für das Rezensionsexemplar, an den Autor  Michael Schröder für seinen wirklich gelungenen Epidu Erstling und an die Epidu community für die gelungene Auswahl! Wenn die Werksauswahl weiterhin solche Qualität aufweist, habe ich einen neuen Lieblingsverlag in meiner Bibliothek.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Buch von meinem Blog ist da. Ein gelungenes Experiment

Von epubli, dem Selbstverlagsdienst habe ich ja schon früher im Blog berichtet. Aber ohne einen Selbsttest ist solch ein Bericht nur die halbe Miete. Hier also meine eigenen Erfahrungen. Testobjekt: Mein Blog.

Insgesamt 440 (!!!) Seiten, geschrieben im Laufe des letzten Jahres. Das daraus erzeugte PDF habe ich an epubli hochgeladen und ein A5 Hardcover Buch bestellt. Heute nun kam das Ergebnis an und ich muss sagen, ich bin begeistert. Qualitativ vergleichbar mit einem guten Hardcover Sachbuch, schöner Druck, auch die Farbbilder kommen, obwohl in Schwarz Weiß wiedergegebn gut raus. Und der Preis? Für ein Exemplar knapp 25 Euro!

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So sieht mein Buch von außen aus. Schlichtes Design, ich habe mich absichtlich an den Standardvorgaben orientiert.

Qualitativ lässt sich nichts negatives sagen, Satz und Schriftbild sind sehr angenehm. Ich könnte die Bilder auch in Farbe drucken lassen, wollte aber speziell sehen, wie gut Farbbilder in Graustufen umgesetzt werden und bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.

Der Buchrücken, sauber verarbeitet.

Die Reaktionen im Umfeld auf das Buch und die Qualtität und vor allem den Preis waren durchweg positiv. Viele wussten gar nicht ob der Möglichkeit, waren aber sowohl von der Idee als von der Ausführung begeistert. Ich werde mit Sicherheit diesen Dienst wieder nutzen, alleine schon um, ganz nostalgisch eine Printversion meines Blogs für meine Bibliothek zu besitzen.

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Hier der Artikel von 7. Januar 2011 über epubli, in dem von ihnen selbst gedruckten Buch.. Irgendwie schon amüsant

Mein Kompliment an epubli, wirklich gut gelungen und ein fantastischer Service.

P.S.: Sollte jemand ernsthaft Interesse daran haben, ein Exemplar des Buchs vom Blog zu erwerben, würde ich sogar noch ne Signatur reinpacken 😉 Wenns genug Interessenten gäbe, würde es sogar noch billiger 😉

 

Roterfaden Taschenbegleiter in A4 und A5

A5 und A4 nebeneinander
Links A5 in Leder mit 4 Klammern für die Planung, rechts A4 in Tanzboden mit drei Klammern für Notizen, Zeitschriften und sonstiges in A4, das nicht geknickt werden darf.

Jetzt ist die Ausstattung komplett. Neben meinem A5 Taschenbegleiter in Leder kam jetzt auch noch der A4 Taschenbegleiter aus Tanzbodenmaterial. Tanzboden ist ein Material, das speziell für den Belag von Balletträumen etnwickelt wurde und deshalb besonders strapazierfähig ist. Dennoch fühlt es sich erstaunlich gut an.

Zeitmagazin aber auch andere Zeitschriften passen perfekt. Ebenso ein Block und Klarsichtfolien (A3 mit Knick in der Mitte)

 

Die Verarbeitung ist wie auch schon beim A5 Exemplar tadellos. Ich habe auch diesen individuell zusammengestellt, diesmal innen mit Filz und einer an mich als

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Wie man sieht mit drei Innentaschen und für Linkshänder optimiert.

Linkshänder angepassten Aufteilung.

 

Er hat drei Klammern und eine große Tasche vorne für ein Klemmbrett oder einen Block.  Vorne deshalb, weil ich so als Linkshänder besser damit arbeiten kann!

Danke dem ganzen Roterfaden.de Team für die tolle Arbeit und den persönlichen Service.

 

Und auf das neue Klemmbrett bin ich schon gespannt!

Wer ein individuelles Geschenk sucht, oder wer sich intelligent organisieren möchte, ohne sich an starre Ringsysteme oder feste Bücher zu binden, dem kann ich Taschenbegleiter nur dringend empfehlen. Sie sind einfach etwas besonderes mit dem #hach Faktor.

Nie habe ich meine Zeitschriften so elegant transportiert wie jetzt. Zeitmagazin, Spektrum der Wissenschaft, Der Skeptiker, alle passen sie hervorragend in den Begleiter und werden durch die Klammer sicher gehalten, ohne dass sie irgendwie beschädigt würden.

 

 

 

 

 

Oben mit eigenen Lesezeichen, unten sieht man das Lesezeichen, das bei neueren Modellen mitgeliefert wird.
Auch die Zahl der Klammern lässt sich variieren. Oben mit 4 Klammerpaaren, unten mit drei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fundstück der Woche: Die „Büchermühle“

Da sag noch mal einer, man könnte Bücher nicht auf ästhetische, ungewöhnliche, kunstvolle und gleichzeitig attraktive Art präsentieren. Die Landesbibliothek von Tirol in Innsbruck nennt ein echtes Schmuckstück von einem Lesemöbel ihr eigen. Das Drehbare Lesepult, auch Büchermühle genannt. Aber seht selbst:

Die Schule als Lernbüro. Warum wir ganz andere Modelle brauchen.

Vor kurzem hatte ich ja über die größten 10 Demotivationsmöglichkeiten gebloggt (ironisch, das will ich noch mal deutlich klarstellen). Aber dabei fel mir eines auf. Viele dieser Punkte konnte ich direkt aus meiner Erinnerung auch auf meine Erfahrung und die meiner damaligen Klassenkameraden mit der Institution Schule anwenden.
Letztlich war das ein Ort, in dem man unreflektiert Informationen an den Kopf geworfen bekam nach dem Motto erinnere dich oder fall durch, es wurde aber weder vermittelt, wofür im eigenen Leben diese Informationen nützlich sind noch wurde hinterfragt, ob man nur memorierte oder auch verstand. Letztlich war und ist auch heute noch oft das Ziel des Schülers, die Informationen bis zur nächsten Klassenarbeit, in der sie abgefragt werden zu memorieren um sie danach möglichst schnell wieder zu vergessen (bewusst oder einfach, weil man keine alltägliche Anwendung mehr dafür da ist).

Ich plädiere deshalb für einen anderen Ansatz. Wir sollten das Konzept des Büros auf die Schule anwenden. Keinerlei Frontalunterricht mehr (dieser wird ja jetzt bereits abgeschafft) sondern Lernprojekte. Die Schule muss wieder zum Lernort für Schüler werden. Hierfür müssen aber auch neue Medien, Technologien, wie sie im Büro zur Verfügung stehen und eine Offenheit UND Kompetenz im Umgang mit ihnen vorhanden sein. Kein Computer, kein Internet ersetzt die Reflektion mit dem Lerninhalt, die Auseinandersetzung zum Beispiel im Rahmen eines Projekts. Aber wenn wir unsere Kinder wirklich bilden wollen, dann sollten wir endlich bereit sein, sie auch als intelligente, lernwillige Wesen zu sehen. Jedes Mal, wenn ich im Rahmen der Berufsorientierung bei mir im Unternehmen wieder neue Schüler aus Realschule und Gymnasium erlebe, stelle ich fest, dass das Interesse meist sehr einfach zu wecken ist, wenn man den Alltag, das Leben der Schüler mit einbezieht und sie nicht nur rezipieren sondern auch direkt umsetzen lässt. Mit grosser Freude erlebe ich immer wieder, wie Schüler sich an das Zusammenbauen eines PCs machen, selbständig ein Betriebssystem (natürlich Linux) installieren und im Laufe dieses Prozesses oft auf überraschende und hochintelligente Fragen kommen. Und da für mich die Betreuung nicht mit dem Ende des Berufsorientierungstages aufhört, erhalten sie zumeist auch meine internetbasierten Kontaktdaten. Über diesen Weg erfahre ich dann später oft, dass die im Betrieb vorgestellten Themen
Warum denken wir Schule nicht wie ein Büro? Jeder Schüler ist „Mitarbeiter“ mit dem Ziel, den Jahrgang auf ein gewisses Wissensniveau zu heben. Die Lehrer sind quasi die Projektleiter, Coaches und für die schwächeren Schüler durchaus auch mal der Nachhilfelehrer, aber nicht mehr der unter Dauerstress stehende Vortragende, dem die Schüler lediglich mehr oder minder aufmerksam lauschen. Durch Umgang mit Büchern, mit dem Internet, durch das Erstellen von Präsentationen zu Themen oder der Arbeit an einem Projekt, das physikalische, chemische oder biologische Fragestellungen beantwortet wird quasi im Arbeitsprozess gelernt. Die neuen Ganztagsschulen bieten hier schon den zeitlichen Rahmen. Aber natürlich müssen wir uns auch im Klaren sein, dass wir nur in dem wir auch Geld in die Hand nehmen, in dem wir in die Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer und auch in ihre (nicht nur mediale) Ausrüstung investieren, es auch zu einer Verbesserung der Gesamtsituation führen wird. Wenn in Schulen immer noch mit Filmprojektoren gearbeitet werden muss, wenn Internet und neue Medien immer noch als Teufelswerk abgetan werden, dann werden wir früher oder später den (Bildungs-) anschluss ganz verlieren. Wir müssen Bildung neu denken. Oder eigentlich wieder ganz alt. Wir müssen Schülerinnen und Schüler wieder für das Leben vorbereiten. Und dazu reicht es nicht, wenn sie das Auswendig Lernen lernen. Dazu muss der Umgang mit Informationen, ihre Filterung, ihre Bewertung und die Umsetzung in den konkreten Alltag der Schülerinnen und Schüler im Fokus stehen.

Dann wird vor allem auch der Lern- und Versagensdruck genommen und ganz nebenbei die Teamarbeit, der faire Umgang auch mit Schwächeren und Fragestellungen wie Ethik und Moral erlernt, durch selbsttätiges Handeln der Schüler. So und nur so lässt sich die intrinsische Lernmotivation fördern. Extrinsische Motivation funktioniert schon im Berufsleben mehr schlecht als recht. Warum glauben wir dann noch ernsthaft, dass wir Lust am Lernen, Lust an Bildung durch extrinsische Motivation, oder direkter gesagt, durch Angst vor schlechten Noten, Angst vor Versagen fördern?

privat weiter ausgearbeitet wurden.

Update: Ich scheine durchaus nicht alleine mit diesen Ansichten zu sein. In der ZEIT-Online findet sich ein interessanter Artikel „Etwas Respekt, bitte“, der sich exakt mit diesen Thesen befasst. Die dort empfohlenen Bücher werde ich mir mal genauer ansehen.