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Im Nachklang zur re:publica hier meine Thesen zum richtigen Umgang von Unternehmen mit den neuen Sozialen Medien. Danke auch an alle Teilnehmer des Lotus JamCamp für den Erfahrungsaustausch aus Sicht des „Business“.
a) Social Media bedingt Ehrlichkeit. Es gibt keine Hierarchie mehr zwischen dem Unternehmen „Da oben“ und dem Kunden da unten.
b) Social Media darf nicht nur nach aussen hin angeboten werden, sondern muss auch IM Unternehmen gelebt werden (re:publica Lotus Jamcamp)
c) Wer Social Media als Unternehmen ernst nimmt, muss mit Kritik von Seiten der Kunden ernsthaft und offen umgehen. Kritische Stimmen zu sperren oder zu verklagen führt sehr schnell zum sogenannten „Streisand Effekt“. http://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt
d) Social Media Postings können nicht als abgestimmte Marketingaussagen in den Plattformen erscheinen. Es muss eine Kultur der Offenheit sein. Werbebotschaften in Twitter oder Facebook schlagen sehr schnell um ins Gegenteil (Siehe z.B. die letzten Ereignisse rund um Herrn Grupp von Trigema)
e) In den Social Media gilt der Titel nichts, die Reputation wird durch die Postings definiert. Erst ,wenn die Qualität die Community überzeugt, kann Vertrauen aufgebaut werden.
f) Es braucht einen Code of Conduct bzw. einen Codex für die Mitarbeiter, die sich während ihrer Tätigkeit im Social Media Umfeld bewegen. Sperren sind zu vermeiden, es gilt, als Firma auch über die Mitarbeiter in den Social Media in Erscheinung zu treten. Hierfür sind entsprechende Handlungsanweisungen zu definieren.
g) Es gibt nicht die Digital Natives unter 30 und den „Rest“ sonden die Digital Residents also diejenigen, die unabhängig von ihrem Alter in und mit den Social Media Plattformen leben und die Digital Visitors, für die das alles „Spielzeug“ ist. Beide Gruppen sind disjunkt und können nur auf emotionaler Ebene diskutieren.
h) Die nachwachsende Generation erwartet zwingend Engagement im Bereich der Web2.0 Technologien und ebenfalls, diese auch an ihrem Arbeitsplatz nutzen zu können. Bzw. sie nutzt diese Technologien vermehrt, da unabhängig von Firmenfirewalls und Filtersystemen die Smartphones der aktuellen Generation Zugang zu allen Social Media Netzwerken ermöglichen.
Wir sind als Privatleute schon längst da, wo die Unternehmen fehlen.
i) Der moderne Kunde ist immer weniger an ein Unternehmen gebunden. Viele Kunden tauchen in ihren Unternehmen schon lange nicht mehr auf, da sie alles online erledigen. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch massiv verstärken. Unternehmen können hier nur Schritt halten, in dem sie in adäquater Weise in den modernen Medien präsent sind.
Tja, man sollte auch einen repräsentativen Firmensitz haben, wenn man bei den global players mitspielen und an der Börse gut laufen will.
Wie die TAZ berichtet (Google sei Dank), ist das einer Firma mit Sitz in Kanada zum Verhängnis geworden. Nachdem Bilder ihres Firmensitzes bei Google Street View auftauchten, ist der Kurs der Aktie abgestürzt. Vielleicht hätten sie einen Pappaufsteller mit einem Bild eines Hochhauses vor dem Gebäude aufstellen sollen. Dann wäre so was nicht passiert. Das ist ja vielleicht eine neue Marktlücke. Eine Firma, die Aufsteller produziert, die repräsentative Firmensitze den Kameras von Google vortäuschen.
Unglaublich, welch Aufwand manch ein Hersteller so treibt, um den Eindruck von Energieeffizienz zu erwecken. So berichtet „The Age“ aus Australien: “
LG fridges: life’s not so good„.
Dem Artikel zu Folge hat LG in zwei seiner Gefrierschränke einen Sensor eingebaut, der die Geräte in einen Energiesparmodus versetzt, sobald eine laborähnliche Umgebung erkannt wurde.
Gratulation liebe Ingenieure. Hättet ihr euer Wissen mal lieber in echte Energieeffizienz investiert. Aber die Frage ist ja auch, wer auf die Idee kam. Und da fallen mir doch sofort wieder diese Menschen mit dem M am Anfang ein. So was kommt dabei raus, wenn Umsatz vor Qualität, Betrug vor Ehrlichkeit gegenüber dem Kunden geht. Wahrscheinlich hat irgend ein Erbsenzähler ausgerechnet, dass dieses Betrugsgerät zu entwickeln um ein paar Cent billiger ist, als wirkliche Energieeffizienz einzubauen… Da sag ich nur „Oh tempora, oh mores..“
Die aktuelle Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“ titelt: Bloß nicht sitzen bleiben, und meint damit ein Experiment einer schwäbischen Firma, in der im Kreativbereich die Mitarbeiter keine festen Arbeitsplätze mehr haben, sondern lediglich einen Rollboy, und sich den Arbeitsplatz aussuchen, der gerade frei ist und ihren Arbeitsanfordernissen am ehesten genügt.
Parallel titelt die Computerwoche: Mitarbeitersuche nicht am Puls der Zeit. Schöne Träume, mochte man fast ausrufen, aber die Realität sieht doch anders aus. Da kommt mir doch gleich ein „Ja, aber“ über die Lippen. Wenn ich mir ansehe, wie viele Menschen mittlerweile im Dienstleistungssektor arbeiten, wie oft die Tätigkeiten in einem Büro an einem Schreibtisch stattfinden, dann drängt sich mir schon die Frage auf. Muss das alles immer verbunden sein mit einer festen Arbeitszeit und einem festen Arbeitsort? Im privaten sind wir doch längst, dank Smartphone und Computer mobiler denn je. Ich bin, wenn ich das will jederzeit und überall mit dem Internet verbunden, ich kann meine Kontakte online pflegen.
Und ganz ehrlich, gerade ich als Softwareentwickler bin dank Notebook und mobilem Internet eigentlich nicht mehr an einen bestimmten Ort gebunden, um Software zu entwickeln. Natürlich wird so etwas nicht schnell geschehen und wir werden uns neue gesellschaftliche Regeln definieren müssen, um nicht ständig nur noch für die Arbeit zu leben. Aber ich finde, eine Verschmelzung von Privat und Beruf kann auch vorteilhaft sein. Ich kann arbeiten, wann ich Zeit dafür habe, wichtiger wird letztlich das Ergebnis sein. Hierarchien werden weniger wichtig werden, wenn mein „Chef“ mich nicht mehr im Büro sieht, sondern die Arbeitsergebnisse als das, was meine Arbeit ausmacht.
Und wir werden, wenn wir es richtig machen, auch wieder mehr Zeit für Privates haben? Wie ich darauf komme? Nun, wenn ich selbstbestimmter arbeiten kann, kann ich auch selbstbestimmter meine Freizeit planen. Natürlich braucht es dazu die Disziplin, Nein zu sagen, wenn zu viel Arbeitsanforderungen kommen. Aber das hat nichts mit der geregelten oder ungeregelten, der gleitenden oder der Vertrauensarbeitszeit zu tun. Das ist eine Frage der Selbstdisziplin.
Und ich bin immer noch der Meinung: Wer behauptet, er trenne klar zwischen Beruf und Privatleben, der hat eines noch nicht erkannt: Ich bin nur eine Person, ich kann nicht in der Freizeit meinen Beruf komplett verdrängen und ebensowenig im Beruf nur noch funktionierender Arbeitnehmer sein. Neue Arbeitsmodelle sind gefragt. Und vielleicht bringen neue Modelle auch die von so vielen erwartete Entschleunigung.
Wir dürfen uns neuen Arbeitskonzepten nicht verschliessen, wir sollten uns aktiv beteiligen. Damit auch die Ideen der Arbeitnehmer einfließen und wir letztlich alle zufriedener im Beruf und im Privatleben sind.
Für alle, die immer noch glauben, das Internet wäre 1995 entstanden, bietet sich dieser empfehlenswerte Abriss über die Entstehung des Netzes an. Ich bin so ca. 1984 eingestiegen. Ja, im Orwell-Jahr.. Wenn das mal kein Zeichen ist 😉