Meine Leseempfehlung, selbst wenn ihr dieses Jahr nur ein Buch lesen wollt: Carly’s Voice

Wer sich mit dem Denken befasst, wer sich mit Menschen befasst, wer sich mit Autismus befasst.
Einfach alle, die neugierig sind auf das Leben und auch auf die etwas „anderen“ Menschen, dem sei Carly’s Voice: Breaking Through Autism
dringend ans Herz gelegt.

In einem sehr nahe gehenden Buch beschreiben Carly Fleischmann, eine Autistin und ihr Vater, was sie erlebt haben, und wie es dazu kam, das Carly Fleischmann mittlerweile eine der bedeutensten Stimmen für eine Verständnis von Autismus ist. Zum Buch gibt es auch eine Webseite http://carlysvoice.com/

Dank des Notebooks ihres Vaters hat Carly es geschafft, mit ihrer Umwelt zu kommunizieren und so offen gelegt, dass Autismus nichts mit Dummheit oder Empfindungslosigkeit zu tun hat.

Und Carly zeigt, dass sie eine Kämpferin ist, die auf immer neuen Wegen für ein besseres Verständnis autistischer Menschen wirbt. Wenn ihr in diesem Sommer plant, nur ein Buch zu lesen, dann sollte es unbedingt Carly’s Voice sein. Es fasziniert, erschüttert und bringt einen zum Lachen wie zum Weinen. Einfach ein großartiges Buch!

LookMommy! empfiehlt gute Spiele für Kinder

lookmommyWer kennt das nicht, man hat ein Tablet und schon ist der Nachwuchs fasziniert und möchte unbedingt auf dem Tablet spielen. Aber gibt es überhaupt geeignete Spiele für mein Kind. Hier nimmt LookMommy den Faden auf und bietet einen Dienst, den viele sicherlich schon sehnsüchtig erwartet haben. Sowohl auf der Webseite als App Newsletter als auch als eigene App für Android und IOS kann man sich für sein Kind geeignete Spiele und Anwendungen vorschlagen lassen.

Für jeden Elter, der nach guter Software für sein Kind sucht eine wahre Goldgrube guter Tipps.

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Man gibt das Alter seines Kindes, das Geschlecht und den Namen an und schon werden einem für sein Kind personalisierte Newsletter zugesandt bzw. passende Anwendungen empfohlen. So lichtet sich sehr schnell der Dschungel an Spielen, die die Stores mittlerweile anbieten und dank einer nach meinem Eindruck sehr seriösen und mit Herz durchgeführten Auswahl ist da wirklich gute Software vertreten und kein schnell zusammengeschusterter Müll.

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Die Süddeutsche wird noch mobiler. Neue App für Android und IOS

Es gibt im Moment nur wenige Printmedien, die ich wegen ihrer journalistischen Arbeit noch sehr schätze. Neben ZEIT, Brand Eins und Cicero ist dies auch die Süddeutsche, die bereits seit einiger Zeit mobil lesbar war, aber bislang nicht wirklich optimal. Nun präsentiert die Süddeutsche eine neue App, die neben Tablets von Android und IOS nun auch Smartphones bedient. Das besondere dabei: Die Zeitung passt sich an das betreffende Display an und bleibt nicht, wie sonst so oft nur als PDF Ausgabe herunterladbar, die dann meist an den kleinen Displays der Smartphones scheiterte.

Damit setzt die Süddeutsche konsequent auf die moderne, mobile und meist Smartphone zentrierte Leserschaft, ein Schritt, den ich nur begrüssen kann.

„Wir stellen die Süddeutsche Zeitung und das SZ-Magazin als digitale Ausgaben von nun an nicht nur auf Tablets,
sondern auch auf Smartphones zur Verfügung und kommen damit auch dem Wunsch vieler Leser nach“, sagt der
stellv. Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, Wolfgang Krach.

Die neue App ist ab sofort verfügbar und nach meinem ersten Eindruck wirklich gelungen.

Zum Start der neuen App können sich alle Interessierten einen kostenfreien, 14-tägigen Testzugang anlegen (endet
automatisch). Alle Informationen dazu findet ihr unter: www.sz.de/app

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Was wir wirklich lehren und lernen müssen.

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Wissen wandelt sich heute sehr schnell. Wohl dem, der gute Quellen kennt.

Die Diskussion um Bildung wird intensiv geführt aber leider oft am eigentlichen Kern vorbei. Wir leben in einer Welt voller Informationen, in der wir auf jede beliebige Nachricht, jedes beliebige Wissensfragment  von überall zugreifen können. Warum also lernen unsere Kinder in der Schule immer noch stumpf auswendig. Warum werden zum Teil Informationen vermittelt, die bereits veraltet sind?

Weil wir den Paradigmenwechsel noch nicht vollzogen haben. Wir sind nicht mehr eine Wissensgesellschaft, wir sind eine Informationsgesellschaft. Und wir sind eine Gesellschaft, in der nicht der gewinnt, der vieles weiß, sondern der, der weiß, wo er die korrekten , tragfähigen und richtigen Informationen finden kann.

Das Wissen von heute kann bereits Morgen veraltet sein. Einen Vorsprung hat derjenige, der weiß, dass er Information immer wieder hinterfragen muss und der es gelernt hat, Information zu bewerten, zu prüfen und zwischen war und falsch, zwischen wertvoller Information und nutzlosem Geplappere zu unterscheiden.

Der Wandel vollzieht sich mittlerweile viel zu schnell, wir sollten uns beim Auswendiglernen auf die Grundlagen beschränken. Rechtschreibung und die Grundlagen der Mathematik, alles weitere sollte im Kontext von Informationssuche und Zusammenfassung zu neuen Ergebnissen eher kreativ den mit dem Nürnberger Trichter gelehrt werden.

Geben wir es doch zu, die meisten haben so gut wie alles vergessen in jenen Schulfächern, deren Inhalte sie nicht später nochmals im Beruf gebraucht haben. Und was konnte ich wirklich im Studium von meinen Erkenntnissen aus der Schule nutzen? Richtig, die Grundlagen des Lesens, Schreibens und Rechnens. Alles andere war wissenschaftliche Arbeit, die aus Recherche, Bewertung und Neuarrangieren bzw. Erkenntnisgewinn aus bestehender Information besteht.

Wir müssen endlich begreifen, dass wir die falschen Werkzeuge mitgeben für den Weg in die Zukunft. Es muss Schluss sein mit Bulemielernen, nur um die nächste Arbeit zu überstehen. Das hilft niemandem.

Was braucht ein Softwareentwickler an Eigenschaften? Überraschende (?) Einsichten.

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Die Werkzeuge für die Softwareentwicklung zu kennen gehört mit zum grundlegenden Handwerkszeug des Entwicklers. Und er muss auch mit neuen Tools umgehen können.

Ich bin in der Ausbildung aktiv und habe es auch immer wieder mit Schülerinnen und Schülern zu tun, die die wirklich gute Frage stellen: Was für Eigenschaften muss ich eigentlich mitbringen, um ein guter Programmierer zu werden?“

Da treffen sie bei mir auf den richtigen. Zunächst mal, vom Begriff des Programmierers sollten wir uns schon seit längerem verabschieden. Zwar gibt es immer noch hie und da die Kellerkinder, die sich nur von Pizza und Koffein ernähren und am Fließband Code produzieren.
Aber heutzutage ist dieser Typus selten geworden und wird auch nicht mehr wirklich gesucht.
Ein guter Softwareentwickler, denn das ist es, was die Programmierer von heute sind, entwickelt Software. Das kann von der ganz tiefen Maschinencodeprogrammierung bis zum zusammenstellen von Softwarepaketen alles sein. Und hier ergibt sich die erste wichtige Eigenschaftsgruppe.

1) Ein guter Softwareentwickler ist offen und unvoreingenommen neuen Entwicklungen gegenüber und schreibt nur dort eigenen Code, wo es notwendig ist.

Denn oft bieten sich Out of the Box Lösungen an, die nur an die jeweilige Anwendungssituation angepasst werden müssen. Oder es gibt bereits ein Stück Programm, das durch ein wenig Umprogrammmierung genau die Anforderungen erfüllt. Ein wichtiges Talent eines Softwareentwicklers ist nämlich zu erkennen, wann eben nicht selbst programmiert werden muss.

2) Ein Softwareentwickler ist ein SEHR soziales Wesen

Das mag ob der Klischeebilder so manchen überraschen. Aber wie gesagt, die Zeiten des im Keller sitzenden Nerds, der nur an seinen Code denkt sind vorbei und werden von der Zunft nur noch mit einer großen Prise Selbstironie persifliert. Die Systeme, die heute entwickelt werden, sind so komplex, dass ein Entwickler alleine sie gar nicht stemmen könnte. Und die Anforderungen kommen von so vielen „Stakeholdern“, dass es quasi schon ein Entwicklungsparadigma ist, die Entwickler so lange wie möglich vom Code fernzuhalten, um die eigentlichen Komponenten und Wünsche des Kunden zunächst klar zu definieren.

Und auch wenn die Entwicklung begonnen hat, läuft dies meist in Teams, es wird sich mit anderen Entwicklern ausgetauscht, der Code wird mittlerweile gerade beim Extreme Programming gar zu zweit entwickelt. Und der Entwickler hat heute immer häufiger auch direkten Kundenkontakt, da er neben der Entwicklung der Software auch immer häufiger beratende Tätigkeiten übernimmt, um zum Beispiel dem Fachbereich bei der Spezifikation der Anforderungen zu helfen oder in auf neue interessante Entwicklungen hinzuweisen.

3) Ein Softwareentwickler hat Freude an Rätseln und ist nicht zwangsweise ein Mathegenie

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Neugier und Interesse an technischen Neuerungen sind ebenfalls wichtige Eigenschaften eines Entwicklers

Ja sicher, eine gute Note in Mathematik ist natürlich von Vorteil. Aber viel wichtiger ist ein Sinn und Freude an und für Logik und die Lust und der Biss, auch komplexe Rätsel zu lösen. Denn komplexe Systeme bieten manigfaltige und zum Teil ebenfalls komplexe Möglichkeiten für den Einbau von Fehlern. Und um diese zu finden, benötigt der Entwickler ein hohes Maß an logischem Verständnis und den Biss, auch schwierige Programmierfehler zu finden und zu bereinigen. Ich frage oft, ob potentielle Anwärter auf die Ausbildung als Softwareentwickler Freude am Lösen von auch schwierigen Rätseln haben. Blickt man mich dann wissend an, ist schon der erste Indikator da für eine erfolgreiche Karriere als Entwickler.

4) Ein Softwareentwickler kann gut Englisch lesen, schreiben und sprechen.

Für mich mit am wichtigsten ist es, dass ein guter Softwareentwickler englisch beherrscht. Sowohl die gute Fachliteratur, als auch die Kommunikation im Netz unter den Entwicklern läuft weitestgehend in Englisch ab. Gerade in der Fachliteratur dauert es manchmal bis zu einem Jahr, bis wichtige und relevante Bücher ins Deutsche übersetzt werden. Wer hier die englischen Originale lesen kann, ist klar im Vorteil. Nur ein Beispiel aus meiner eigenen Tätigkeit als Softwareentwickler. Habe ich ein Programmierproblem oder suche nach einer Lösung für eine spezielle Programmieraufgabe, dann kann ich, da ich fließend englisch sprechen, schreiben und lesen kann die Frage weltweit in Foren, Social Media Plattformen und Blogs stellen. Und da immer irgendwo auf der Welt gerade Tag ist, wandert die Frage um den Globus und kann weltweit eine Antwort finden. Würde ich mich nur auf Deutsch äußern, so wäre die mögliche Menge an Antworten schon durch die Sprachbarriere eingeschränkt.
Während meiner Zeit bei IBM entwickelten wir grundsätzlich in englisch, nicht nur die Dokumentation sondern auch die Kommentare im Code. Dadurch war es weltweit möglich, den Code und die dahinterliegenden Ideen zu versehen und weiter zu entwickeln.
Und als ich für den Apple Newton programmiert habe, habe ich virtuell mit Menschen aus Amerika, Australien und diversen anderen Ländern zusammengearbeitet, um virtuell ein komplexes Programmierprojekt zu meistern.
Software wie Linux wäre ohne Englisch als Lingua Franca der Entwicklerszene gar nicht denkbar.

5) Ein Softwareentwickler muss eine Leidenschaft für alles neue technische haben und eine positive Sicht auf die technologische Entwicklung der Zukunft.

Das klingt jetzt sehr philosophisch, aber lässt sich sehr einfach erklären. Nur wenn ich Freude an der Veränderung habe, wenn ich mir immer wieder klar bin, dass nichts in der Softwareentwicklung so beständig ist wie der Wandel, kann ich auch nach Jahren mit der Entwicklung noch Schritt halten, habe noch die Skills, die ich als Entwickler brauche.

Nun seid ihr gefragt: Kennt ihr noch andere wichtige Eigenschaften eines Softwareentwicklers? (Und kommt mir nicht mit „Er muss programmieren können“, das setze ich natürlich voraus 😉 )

Warum ich sich bei der Arbeit gut fühlen für eine gute Idee halte.

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Die Balance finden du musst,stark die dunkle Seite des Stress ist.

Die Berliner Morgenpost berichtete vor kurzem über den Beruf des „Feel-Good Managers“. Also eines für das Wohlergehen der Mitarbeiter Verantwortlichen. Klingt erst mal nach Mitarbeiterbespaßung nichts seriösem. Aber wenn man die Rolle genauer analysiert, steckt da viel Überlegung mit drin. Stress, zumal negativer Stress wie er heute offensichtlich in vielen Branchen existiert (man möge sich nur die aktuellen Statistiken der Krankenkassen ansehen) schädigt nicht nur den Mitarbeiter sondern auch das Unternehmen. Nicht nur Kreative, auch der „normale Sachbearbeiter“ ist unter Stress nicht so produktiv, wie in einer entspannten Arbeitsatmosphäre. Denn der allseits immer wieder ins Feld geführte „Eustress“ also der positive Stress ist im oftmals fremdgesteuerten Alltag kaum realisierbar. Hier wird man durch Termine, immer komplexere Anforderungen oder schlicht durch ein schwieriges Arbeitsumfeld unter Distress, also negativen Stress gesetzt. Hier ein Augenmerk darauf zu haben, dass die Mitarbeiter so angenehm wie möglich arbeiten können, kann ein elementarer Vorsprung für die Akquirierung aber auch das Halten wichtiger Mitarbeiter sein.

Gerade in Zeiten des War for Talents ist so etwas ein Faktor, der oftmals mit nur geringem monetären Aufwand realisiert werden kann.

Insofern bin ich gespannt, ob sich der Beruf des Feel-Good Managers in Deutschland irgendwann auf breiterer Front durchsetzt.

Denn in Deutschland herrscht immer noch eher die calvinistisch geprägte Sichtweise: Arbeit ist nur dann auch wertvolle und wichtige Arbeit, wenn sie „weh tut“.

Natürlich gilt es hier auch die Balance zu finden. Bespaßung nur um der Bespaßung willen macht keinen Sinn. Vor dem einsetzen eines „Feel Good Managers“ ist es auf jeden Fall sinnvoll zu prüfen, ob nicht bereits durch einige Prozessvereinfachungen oder andere „klassische“ Veränderungen die Stimmung generell gehoben werden kann. Und natürlich gilt auch immer noch die alte Wahrheit: „Oft klagen wir auf hohem Niveau.“

 

Warum wir ein Grundwissen von Informationstechnologien für alle brauchen

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Nur wer weiß, was technisch möglich ist, kann auch Angebote und Dienste richtig bewerten.

Wir leben in einer Zeit, die immer mehr von uns fordert. Wo immer neue technologische Möglichkeiten auf den Markt drängen. Aber oft arbeiten wir noch nach althergebrachten Methoden oder mit überkommenen Technologien.

Nicht,weil wir nicht anders könnten, sondern weil uns gar nicht bewusst ist, dass es Alternativen gibt. Jüngstes selbst erlebtes Beispiel. Eine Firma spricht permanent von Apps, die sie entwickeln wollen und weckt damit die Sorge eines Kunden, ob auch alle Mitarbeiter diese „Apps“ den auf ihren Endgeräten nutzen können und ob es nicht viel zu teuer wäre, so eine App für alle Betriebssysteme zu entwickeln.

Es stellt sich heraus, dass es sich nicht um eine „klassische“ App für ein mobiles Endgerät handelt, sondern die Firma stehts von einer WEB App gesprochen hat, die auch ohne Installation, einfach durch Aufruf einer Webadresse gestartet werden kann.

Wäre dies nicht zutage getreten (ja, ich hatte da beratend meine Finger im Spiel), hätte die Firma, die die App produziert womöglich nur aus der Unwissenheit des Kunden heraus die Anwendung nicht verkauft.

Hier ist niemand ein Vorwurf zu machen aber es zeigt für mich deutlich, dass wir längst über das Stadium hinweg sind, wo sich die Fachabteilung, die mit IT-Technologien oder gar dem Internet aktiv arbeitet, nur das notwendigste zu wissen. Hier muss beständige Weiterbildung gerade in den neuen, im entstehen begriffenen Technologien geschehen, im gerade die Potentiale zu erkennen, die es für die Zukunft ermöglichen, etwas zu vereinfachen oder gar eine Marktführerschaft zu erlangen. Auf einen neuen Internet Trend aufspringen ist leicht, aber es ist sehr gefährlich, wenn man hier zu lange wartet. Besser ist es, auch mal einen Trend mitzumachen, der später im Sande verläuft, als erst dann einzusteigen, wenn der Markt bereits aufgeteilt ist. Und meine Erfahrung aus mittlerweile 30 Jahren IT und ca. 20 Jahren Internetentwicklung und Beratung zeigen mir. Die Zyklen werden immer kürzer. Mittlerweile reichen ca. 3 Jahre um zu erkennen, ob eine neue Technik oder Plattform dauerhaft besteht, oder wieder verschwindet.

Aber es ist elementar, dass ein grundlegendes Verständnis für die Möglichkeiten der IT vermittelt wird. Und für die Wichtigkeit, beständig auf dem Laufenden zu bleiben. Sonst kann es sein, dass man vom Markt abgehängt wird, ohne es wirklich zu verstehen.

Noch ein weiteres, kurzes Beispiel. Immer noch entwickeln diverse Agenturen Apps zunächst für IOS und dann „irgendwann“ auch für Android. Schaut man sich die Marktanteile an, ist das eine fatale Strategie, weil man dann für eine Minderheit einen Dienst anbietet und der Mehrheit indirekt sagt: Das ist keine Anwendung, kein Dienst für euch.

Das große Problem mit allem IT technischen ist, dass oftmals neue Möglichkeiten entstehen, die so nicht außerhalb des Zirkels der IT „Profis“ gestreut werden. Und wenn, dann in einer Sprache, die nicht wirklich vermittelt, welche Potentiale die neue Technik hat. Das ist, neben der leider in Deutschland weit verbreiteten Technologiephobie ein Hauptproblem, warum oft komplexe Lösungen entwickelt werden, wo man längst mit neuen Methoden viel einfacher und eleganter Probleme lösen könnte.

Trendforscher im Unternehmen, ein unterschätztes Potential

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Wer glaubt, Tablets seien immer noch ein kommender Trend, der ist nicht wirklich als Trendforscher geeignet.

Wir leben in interessanten Zeiten, ich kann es nur immer wieder wiederholen. Und was vielleicht der eine oder andere unterschätzt ist die weiter wachsende Bedeutung von Innovation und Technologieführerschaft auch bei Branchen, die direkt nichts mit Technik zu tun haben.
Nehmen wir den Finanzssektor. Schon lange mache ich mit Menschen, die sich darüber wundern, dass ich als Informatiker bei einer Bausparkasse arbeite folgendes Gedankenspiel: Versuch dir mal in dieser Minute vorzustellen, wo genau physikalisch dein Geld ist, das du bei der Bank hast. Oft müssen meine Gegenüber dann zugeben, dass sie es nicht wissen, was an sich auch logisch ist, da es in der Regel nur noch in Form von Bits und Bytes in den Rechnern von Banken und Bausparkassen existiert.

Was viele unterschätzen ist, dass längst die Informationstechnologien zur Kerninfrastruktur quasi jedes größeren Unternehmens gehören. Wachstum ohne moderne IT ist mittlerweile undenkbar. Zu aufwändig wäre sonst die Sachbearbeitung aber auch die Kundenkommunikation und mittlerweile wird in vielen Bereichen auch ein moderner, innovativer und transaktionsfähiger Kommunikationskanal im Internet vorausgesetzt.

Und der Wandel geht weiter. War gestern noch die Homepage im Web wichtig und neu, so erwarten Kunden heute mobil zu all dem Zugang zu haben, was vor kurzem noch über eine klassische Homepage für den Browser am PC möglich war. Und die Technik schreitet fort. Augmented Reality wird demnächst von IKEA eingesetzt, um es Kunden zu ermöglichen, auch zu hause die Kataloginhalte ins heimische Wohnzimmer virtuell zu holen und so quasi eine interaktive Vorauswahl zu treffen.

Was über Google Glass oder andere Wearable Devices in Zukunft möglich sein wird, ist noch gar nicht wirklich realisierbar.
Deshalb kommt Überlegungen zu einer stetigen Innovation der zu Grunde liegenden IT Technologien auch in branchenfremden Industrien eine immer größere Bedeutung zu.

Es genügt oft nicht mehr, State of the Art zu sein. Man muss heute bereits die Technik von Morgen kennen und ihre Potentiale ausloten. Glückliche Zeiten für all jene, die neuen Technologien und Entwicklungen offen gegenüberstehen. Und ein Rat und Tipp für die Unternehmen. Wer hier die eigenen Mitarbeiter identifiziert und fördert, die neue Technologien annehmen statt abzulehnen, wer hier quasi interne Trendforscher findet und fördert, könnte in Zukunft den entscheidende Vorteil haben. Denn natürlich ist Trendforschung kein Full-Time Job. Aber wer immer weiter auf dem Status Quo beharrt und sich nicht neuen Entwicklungen jenseits des eigenen unternehmerischen Tellerrandes öffnet, der könnte plötzlich von der Konkurrenz auf einer völlig überraschenden Fahrbahn überholt werden.

Banken wie die Fidor Bank, Entwicklungen wie iZettle, mpass oder Smava, Unternehmen wie Paypal oder Google zeigen, dass auch in Gebieten jenseits des primären IT Geschäftes die technologische Erneuerung ein immer wichtigerer Bestandteil der Firmenstrategie wird. Und glücklich wer hier eine Belegschaft hat, die innovativ gestimmt ist und aus deren Reihen Impulse kommen. Denn es gibt niemanden der neue technologische Entwicklungen und die eigenen Gegebenheiten im Unternehmen besser in Einklang bringen könnte als die eigenen Mitarbeiter.