Besinnliche Zeit, warum nicht jeden Monat?

Ich habe ja angekündigt, dass ich im Blog in der Vorweihnachtszeit nicht ganz so aktiv sein werde. Und ich spüre selbst, wie wichtig das für mich ist, etwas kürzer zu treten, sich wieder die Zeit zu nehmen, die eigenen Ziele zu evaluieren.

Was ich in den vergangenen Jahren gelernt habe und immer noch lerne: Nur weil wir in einer scheinbar immer schnelllebigeren Zeit leben, müssen wir das nicht auch für unseren eigenen Lebensstil übernehmen. Leistungsdruck, Stress, immer höhere Taktzahlen. Es tut gut, hier zu versuchen, insbesondere im familiären Umfeld etwas Druck rauszunehmen. Seien es die Kinder und der Notendruck oder auch die eigenen Ansprüche an Leistung und Souveränität.

Wir müssen uns auch wieder erlauben, mal schlechte Tage zu haben, mal nicht optimal zu sein. Wer sich nur aus seiner Leistungsfähigkeit definiert, wird irgendwann auch nur noch von anderen so gesehen. Und ich bin mir sicher, sobald wir so sorgsam mit uns umgehen und uns nicht nur als Maschine sehen, die „halt funktionieren muss“ werden wir auch gelassener anderen Menschen gegenüber. Auch wenn manche uns das suggerieren wollen, das Leben ist weder ein beständiger Notfall noch ein Wettrennen. Dazu machen es nur diejenigen, die einen Nutzen daraus ziehen.

Wenn ich an die wirklich guten Freunde der Familie denke, dann kann ich bei so manchem bis heute nicht sagen, was sie oder er beruflich tut. Das ist aber auch gar nicht wichtig, weil mir der Mensch an sich wichtig ist, mit all seinen Stärken und eben auch Schwächen.

Ich denke, das ist eine wichtige Erkenntnis für die besinnliche Zeit vor den Feiertagen und etwas, das wir auch in den Alltag übernehmen sollten. Wertschätzung einem Menschen gegenüber sollte nicht von dessen Leistung und dessen „Nutzen“ für Gesellschaft, Unternehmen oder die eigenen Bedürfnisse abhängig sein. Der Mensch an sich sollte wert geschätzt werden.

Und gerade wenn ich auf die aktuelle Flüchtlingsdiskussion schaue denken ich, gerade auch hier wäre es dringend notwendig, wieder den Mensch zu betrachten. Wir diskutieren hier über Kosten versus Nutzen in einer Situation, in der viele gerade mal noch das blanke Leben in den im Vergleich superreichen Westen gerettet haben.

Etwas weniger Arroganz und Kosten- Nutzenrechnerei und etwas mehr Menschlichkeit stünde uns allen gut zu Gesicht. Und weil es mich selbst tief berührt hat hier nochmal der Flüchtlingschor aus der von mir sehr geschätzten Sendung: „Die Anstalt“:

Stress in der IT. Das Tabu, über das man besser nicht spricht

Techannel hat einen Artikel neu veröffentlicht, der schon 2009 richtig war und heute noch nichts an Brisanz verloren hat: „Stress im Job: Das Leiden der IT Mitarbeiter„.

Es gibt verschiedene Aspekte, wobei ich hier einen Aspekt kritisieren muss, der in dem Artikel empfohlen wird. Es sollen in den Meetings die Stresslevel der einzelnen Mitarbeiter thematisiert werden. Das setzt aber stehts einen vernünftigen, toleranten und am Menschen orientierten Umgang voraus. Und genau hier hapert es in der IT. Oft sind gerade die dort tätigen Mitarbeiter nicht gerade die Ausgeburten an sozialer Kompetenz. Sich über die Leistung oder die Probleme des anderen lustig machen gehört ebenso dazu, wie ein harter Konkurrenzkampf und die Furcht, nicht zu den Topperformern zu gehören.

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