Die Wettervorhersage fürs Wochenende: Ströbele Shitstorm im Anzug

Zunächst verklagt Ströbele einen 13 Jährigen, weil der seine Frau beim Schwimmen in einem nicht fürs Schwimmen freigegebenen Bereich mit Fischfutter beschossen haben soll, und jetzt wird ein Blog verklagt, das angeblich falsch darüber berichtet hat. Hallo werter Herr Ströbele, Sie sind Volksvertreter, nicht Volksverklager. Und auch sie haben sich an Vorschriften zu halten. Und Steuergelder zu sparen. Also warum diese Klagewutsteuergeldverschwendung. Schliesslich werden Sie von UNS bezahlt!

Update: Wir alle können dem Heddesheimblog helfen, sich gegen diese abgrundtief dumme Klage zu wehren.Mehr Infos im Heddesheimblog: Zitat:
Sofern Sie uns unterstützen möchten, bitten wir um eine Spende, denn wir rechnen wegen des Rufs von Anwalt Eisenberg mit einem Verfahren und Kosten von bis zu 5.000 Euro in erster Instanz, sofern die Sache vor Gericht geht. Und mit einer Verdoppelung, sollte eine zweite Instanz nötig sein. Wir werden die eingegangenen Spenden ausschließlich für die Rechtskosten verwenden.
Wir werden fortlaufend über die Höhe der eingegangenen Spenden berichten. Die Namen der Spender behandeln wir anonym, auf Wunsch nennen wir sie auch. Geld, das nicht für dieses Verfahren benötigt wird, werden wir dem Verein “Journalisten helfen Journalisten” spenden, die vor allem Journalisten in Krisenregionen unterstützen. Dort wird selten abgemahnt, dafür vorzugsweise gefoltert und geschossen, um Berichterstatter (mund)tot zu machen.
Bankverbindung: Hardy Prothmann, comdirect Konto: 218213700, BLZ: 20041133

Collaborative Consumption oder: Was unsere Großeltern noch machten

Ein interessantes Konzept, das ich schon auf der re:publica 2011 kennengelernt hatte und das nun auf dem Stuttgarter Barcamp eine eigene Session bildete ist „Collaborative Consumption“. Mittlerweile zu einer bedeutsamen Bewegung angewachsen geht es dabei darum, Dinge nicht mehr nur für sich zu „konsumieren“ sondern auch zu teilen.

 

 

Ein Beispiel, das dies sehr schön illustriert ist jenes, vom Bild, das ich aufhängen will. Dazu benötige ich ein Loch für einen Dübel und dafür wiederum eine Bohrmaschine. Reflexartig würden nun diejenigen, die noch keine Bohrmaschine besitzen sagen, nun, dann kaufe ich mir eben eine, kann ich eh immer wieder mal brauchen.

Und genau da liegt der Irrtum. Studien besagen, dass ein Bohrer durchschnittlich nur 11 Minuten IM JAHR überhaupt genutzt wird.

Die Idee nun: Ich brauche eigentlich nicht den Bohrer, sondern das Loch in der Wand. Also warum nicht den Bohrer leihen, und damit nicht konsumieren. Das ist in manchen Bereichen heute schon realisiert (ich kann mir diverse Werkzeuge bei den meisten Baumärkten auch leihen), wird aber von der breiten Masse nicht angenommen.

Warum ist das so? Nun, wir leben nach wie vor in einer Konsumgesellschaft und definieren uns genau dadurch. Wir wohnen in Wohnungen, die wir kaum sehen, kaufen Dinge, die wir nicht brauchen um Leute zu beindrucken, die wir nicht leiden können.

Viele Menschen zum Beispiel könnten sehr gut auf ein eigenes Auto verzichten, wollen das aber nicht, da das Auto immer noch, wenn auch mit absteigender Tendenz, als Statussymbol gilt.

Sehr offensichtlich wird dies in den Management Etagen, wo extrem häufig dicke, viel zu grosse und unnötig teure Fahrzeuge in den Fuhrparks stehen, weil man das als Manager nun mal so macht. Weil es ja schlimm aussieht, wenn der Manager mit einem Smart käme oder zumindest einem Mittelklasse Auto.

Ähnliches, und da muss ich mich ganz klar auch an die eigene Nase fassen, gilt für unsere IT Branche. Wer nicht das neueste Gadget hat, der gilt als rückständig, uninformiert. Und die Industrie lebt gerade von diesem Drang zum neuen. Kaum ist das Tablet XY Version 1 auf dem Markt, wird schon das Tablet XY 2.0 angekündigt. Natürlich hat das neue so viele notwendige Features, dass man es sich unbedingt anschaffen muss. (Und bevor hier jemand lästert, auch ich befreie mich selbst nicht von diesem Vorwurf).

Aber hier liegt auch ein Problem in der Argumentation. Bislang wird dieses ganze Konzept noch viel zu sehr mit dem „Gutmenschen“ Dünkel versehen. Entweder, ich verzichte und teile, oder ich bin „schlecht“.

Nun kann man nicht einfach sagen, verzichte auf jeden Besitz und die Welt wird gerettet. Es geht meiner Ansicht nach viel mehr um einen bewussten Konsum. Jeder darf auch etwas besitzen, darf etwas nicht nur brauchen, sondern auch „wollen“. Aber das sollte stets eine bewußte Entscheidung sein, die aus  mir selbst heraus motiviert ist. Ich interessiere mich für elektronische Devices und kaufe sie deshalb, nicht weil Kollege X oder Freund Y dieses oder jenes Gerät hat. Aber wir haben uns in der Familie zum Beispiel AKTIV dazu entschlossen, dass uns ein Fahrzeug reicht. Wir leben auf dem Land, deshalb ist es sehr schwer, ganz ohne Auto auszukommen, aber ich kann, auch bedingt durch unsere Wahl des Wohnorts, mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, und tue das auch im Winter.

 

Unser Garten bietet viel, was man teilen kann.

 

 

Collaborative Consumption hat noch einen weiteren Aspekt, der heutzutage in einer stark individualisierten Welt eher ins Hintertreffen geraten ist.

Gegenseitiges Vertrauen ist die Grundlage für eine funktonierenden „kollaborativen Konsum“. Das funktioniert mit nicht statusträchtigen Dingen recht gut, so haben wir in unserer Nachbarschaft, in der eigentlich jedes Haus auch noch einen Gemüsegarten hat, uns derart koordiniert, dass jeder seinem Nachbarn von dem, was er im Überschuss hat, etwas abgibt.

Aber warum zum Beispiel sind Car Sharing Angebote immer noch nicht in der breiten Masse angekommen.

Viele Fahrzeuge stehen die meiste Zeit des Jahres in der Einfahrt oder Garage. Aber als Statussymbol will man nicht auf sie verzichten.

Zudem besteht oft die Angst, wenn ich etwas teile, macht der andere das womöglich kaputt oder gibt es mir nicht mehr.

Hier sehe ich das grosse Potential von Sharing Plattformen, die dann nicht nur das Teilen von Dingen übernehmen, sondern zum Beispiel auch allen Teilnehmern gegen eine geringe Gebühr eine Versicherung anbieten. Zudem können hier auch Bewertungssysteme eingeführt werden, die ähnlich der Bewertungen bei Amazon oder bei Tippplattformen dann vertrauenswürdige Tauschpartner mit Punkten belohnen.

Was sich aber meiner Ansicht nach zuerst wandeln muss, und da haben natürlich so ziemlich alle grossen Konzerne etwas dagegen. Reiner Konsum muss unschick werden. Wer nur noch konsumiert darf nicht mehr als Trendsetter angesehen werden. Use it, reuse it, recycle it ist als Konzept immer noch eher etwas für die „komischen“ Geeks, Nerds und Ökos.

So lange aber in den Schulen und Elternhäusern dieses Konzept nicht vorgelebt wird, so lange ich mich immer noch rechtfertigen muss, warum unser Vorgarten nicht teuer gepflegt aussieht, sondern eher wie ein Abenteuerspielplatz für Kinder (Was er auch ist, deshalb gehen mir die ganzen versteckten Andeutungen auch am… na  ihr wisst schon) und so lange die Industrie immer noch Produkte anbietet, die weder reparierbar sind, noch dauerhaft nutzbar, so lange muss man immer wieder und mit grosser Penetranz darauf drängen, dass auch in den Chefetagen ein Umdenken, weg vom immer mehr, immer mehr, hin zu nachhaltiger Produktion und zu einer serviceorientierten statt einer verbrauchsorientierten Wirtschaft einsetzt.

Wir alle besitzen heute schon viel zu viele Dinge und ich wage zu behaupten, dass zwei drittel aller Dinge, die wir in unseren Haushalten lagern, völlig unnötig sind.

Jeder von uns muss umdenken, aber es ist ein valides Konzept, Konsum zu hinterfragen und wieder mehr auf den Tausch und die gegenseitige Hilfe zu setzen.

 

Wir leben mit dem Fetisch Papier.

Ich bin Informatiker und als solcher schmerzt es mich stets, wenn die digitalen Möglichkeiten, auch jene, die nicht nur die Arbeit vereinfachen sondern auch Ressourcen schonen nicht genutzt werden.

Als Autor und Blogger benötige ich schon seit langem kein Papier mehr.

Einer der grössten Fetische hier ist immer noch Papier und dessen scheinbarer Eindruck von intellektueller Tätigkeit. Erst vor ein paar Tagen wieder passierte es mir, dass ich darauf angesprochen wurde, was ich denn da auf meinem Tablet herumspielte. Ich sparte mir die Erklärung, ich machte dort meine Notizen, denn ich weiß: Ernsthaft im Büro arbeitet auch heute nur der, der auch offensichtlich mit Unmengen von Papier umgeht. Wer in der Konferenz nur mit Tablet sitzt, wird nicht ernst genommen, weil er in den Augen der im Gestern lebenden die Sache nicht ernst nimmt.
Wichtig ist stets, eine elegante Schreibmappe mitzuführen, und dazu einen teuren Stift. Gebrauchen muss man beides nicht, alleine schon die demonstrative Präsenz von beidem auf dem Konferenztisch strahlt Seriosität aus. Dabei ist es eigentlich heutzutage nur dumm, noch Papier in rauhen Mengen zu verschwenden. Da werden Foliensätze nicht nur ausgedruckt, nein, wenn nicht jeder Teilnehmer der Sitzung noch eine Kopie erhält, gilt der Leiter der Sitzung als schlecht vorbereitet. Da bringt jeder Teilnehmer nochmals einen AUSDRUCK der Einladung mit oder es werden in Schulungen die gesamten Schulungsunterlagen in Papierform zur Verfügung gestellt, als habe man noch nie etwas von Email und PDF gehört.

Elektronische Kalender werden am Arbeitsplatzpc geduldet, aber jährlich werden grosse Wandkalender, kleine Tischkalender, Taschenkalender und diverse andere Arten von Kalendern in rauhen Mengen gekauft, verteilt, verschenkt und dann doch nicht genutzt.

Meine Brücke in die digitale Welt, wenn ich zum analogen Papier gezwungen bin. Der Livescribe Pulse, der Notizen sofort digitalisiert und sie mir somit als PDF zur Verfügung stellt.

Ich arbeite schon seit einigen Jahren inoffiziell so weit es geht nur noch digital. Aber gezwungenermaßen muss man sich immer wieder dem Diktat der Papierfetischisten unterordnen. Dafür habe ich eine Brücke gebildet. Dank der genialen Stifte von Livescribe ist es möglich, trotz scheinbarer Notizen auf Papier die gesamten Unterlagen sofort digitalisiert bereit zu stellen und in Kombination mit Notebook sogar den Text digitalisieren zu können.

Wir leben alle noch mit vielen überkommenen Ritualen, weil wir offensichtlich alle noch sehr viel Angst vor Erneuerung vor Wandel haben. Wir könnten das papierlose Büro schon längst haben, wenn sich nur mehr Menschen im Morgen bewegen würden und nicht stets im Gestern leben wollten, wo ja alles ach so viel besser war.

 

Wenn ich mir überlege, ich müsste all die Unterlagen, die ich im Laufe der Zeit für ein Projekt ansammle, gerade für meine Blogartikel in Papierform mit mir herumschleppen, graut es mir davor. Das meiste meiner Recherchetexte und Textentwürfe wird mittlerweile mittels Evernote und Wuala/Google Docs in der Cloud gehalten und wird nie auf Papier verewigt. Das wäre für mich eine ungeheuerliche Ressourcenverschwendung. Und bei so manchem einem beinahe meterhohen Ausdruck eines Programmlaufs schüttelt es mich. Das alles ist Papier, das einmal oder zweimal angesehen und dann in den Papiermüll gegeben wird.
Eigentlich eine ungeheuerliche Geld- und Ressourcenverschwendung.
Aber man hängt halt an seinem Fetisch.