Buchtipp in eigener Sache „Lieber Papa, bist du jetzt verrückt?“

Das Buch meiner Tochter, Katja Hauck

Als ich mein Buch „Depression abzugeben“ geschrieben habe, war das für mich schon ein unerwartetes Abenteuer und dass ihr, meine Leser*Innen meine Geschichte so positiv aufnehmen würdet (aktuell 4,4 von 5 möglichen Sternen bei Amazon… Wow), hätte ich nie erwartet.

Was aber ziemlich schnell klar wurde, das Buch betrachtet die Krankheit Depression hauptsächlich aus meiner Sicht, der des Betroffenen.

Lange rumorten verschiedene Ideen in mir, wie wir auch das Thema Angehörige angemessen behandeln können, bis schliesslich die Idee geboren wurde, einen Briefwechsel zu beschreiben, den ich mit meiner Tochter Katja (16) und indirekt auch mit der ganzen Familie geführt habe.

Daraus ist jetzt das Buch „Lieber Papa, bist du jetzt verrückt?“ entstanden, das am 29. März erschienen ist und einen Briefwechsel zwischen Katja und mir über meine Krankheit,der das Erleben der Familie wiedergibt und den Einfluß, den so eine Krankheit auf die Angehörigen darstellt.

Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich und wurde von Katja als Hauptautorin verfasst, ich war da nur der Co-Autor, der eben die Antwortbriefe geschrieben hat.

Unten der Link zu Amazon aber wie gesagt, man kann das Buch überall im Buchhandel kaufen oder zumindest bestellen. Ist dann genauso schnell da wie bei Amazon.

Und nein, weder Katja noch ich haben was dagegen, wenn ihr Werbung für das Buch macht. Da bin ich jetzt mal ganz direkt 😉

 

Depression abzugeben ist auf der Shortlist des Lovelybooks Leserpreises

Wow, das sind tolle Nachrichten. Mein Buch „Depression abzugeben“ hat es bei der Plattform www.lovelybooks.de in der Kategorie Sachbuch auf die Shortlist geschafft.

Würde mich jetzt sehr freuen, wenn ihr alle kräftig für „Depression abzugeben“ eure Stimme geben könntet, damit das Buch noch mehr Menschen erreicht und entstigmatisiert. Abstimmen könnt ihr unter: https://www.lovelybooks.de/leserpreis/2017/abstimmungen/sachbuch/

Meine Leseempfehlung, selbst wenn ihr dieses Jahr nur ein Buch lesen wollt: Carly’s Voice

Wer sich mit dem Denken befasst, wer sich mit Menschen befasst, wer sich mit Autismus befasst.
Einfach alle, die neugierig sind auf das Leben und auch auf die etwas „anderen“ Menschen, dem sei Carly’s Voice: Breaking Through Autism
dringend ans Herz gelegt.

In einem sehr nahe gehenden Buch beschreiben Carly Fleischmann, eine Autistin und ihr Vater, was sie erlebt haben, und wie es dazu kam, das Carly Fleischmann mittlerweile eine der bedeutensten Stimmen für eine Verständnis von Autismus ist. Zum Buch gibt es auch eine Webseite http://carlysvoice.com/

Dank des Notebooks ihres Vaters hat Carly es geschafft, mit ihrer Umwelt zu kommunizieren und so offen gelegt, dass Autismus nichts mit Dummheit oder Empfindungslosigkeit zu tun hat.

Und Carly zeigt, dass sie eine Kämpferin ist, die auf immer neuen Wegen für ein besseres Verständnis autistischer Menschen wirbt. Wenn ihr in diesem Sommer plant, nur ein Buch zu lesen, dann sollte es unbedingt Carly’s Voice sein. Es fasziniert, erschüttert und bringt einen zum Lachen wie zum Weinen. Einfach ein großartiges Buch!

Rezension: Ganz oben

ganzoben
Anonyma: Ganz oben. Aus dem Leben einer weiblichen Führungskraft. C.H. Beck, München 2013, 160 Seiten, 14,95 Euro.

Ob die Geschichte wirklich wahr ist, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Unter dem Pseudonym Anonyma beschreibt die Autorin in Ihrem Buch „Ganz Oben“ auf jeden Fall Szenarien aus Führungsetagen, die sich so oder ähnlich auch heute noch durchaus vorstellen lassen.

Dieses Buch hat meine Frau gelesen, man könnte auch sagen verschlungen. Dabei schwankte sie zwischen Fassungslosigkeit, Wut und Amusement über die immer noch bestehenden patriarchischen Strukturen in deutschen Unternehmen. Anonyma beschreibt, wie sie ihren Aufstieg in die Führungsebenen erlebt und wie sie trotz ihres Status, weil sie Frau ist immer wieder anders behandelt wird, wie ihr Informationen oder Privilegien vorenthalten werden und sie letztendlich immer wieder dafür kämpfen muss, die gleichen Rechte wie ihre männlichen Kollegen zu bekommen.

Dabei schwankt der Erzählstil zwischen Tatsachenbericht und ironischer Überzeichnung. Geschichten über die Ellenbogenmentalität und die doch recht ruppigen Umgangsformen zeigen ein Bild, das weit davon entfernt ist, was man sich als kleiner Angestellter wünscht oder vorstellt.

Es geht weniger um Kompetenz denn um Machterhalt, um den Kampf gegen die Konkurrenz und kooperatives Verhalten führt eher zur Ausgrenzung.

Mag man bezweifeln, dass die Erzählung in allen Details richtig ist, so kann man dennoch durch die Berichte in den Medien in begrenztem Maße validieren, dass zumindest so oder ähnlich in den meisten Chefetagen die Atmosphäre ist und Anonyma, die sich eigentlich nicht verbiegen möchte erkennt schnell, dass es schwierig ist, als Frau in dieser männlich geprägten Welt zu bestehen. Doch gerade als Frau hat Anonyma andere Möglichkeiten zu verhandeln, die von Vorteil sein können, wie auch ihr Chef letztlich eingestehen muss.

Auch wenn in Politik und Öffentlichkeit über Gleichberechtigung, Quotenregelungen und gleichen Lohn für Mann wie Frau diskutiert wird. Sofern das Buch „Ganz Oben“ auch nur in Teilen der Wahrheit entspricht, sind wir davon noch meilenweit entfernt.

4 von 5 Punkten für ein Buch, das aufrüttelt, aber dennoch offen lässt, ob die Geschichte wirklich wahr ist. Darunter leidet aber verständlicherweise jedes Sachbuch, das aus ersichtlichen Gründen von einem anonymen Autor stammt.

 

Erschienen ist „Ganz Oben“ im Verlag C.H. Beck zum Preis von 14,95.

Mein Dank an den Verlag C.H. Beck und Bloggdeinbuch für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und an meine Frau für die Gastrezension.

 

Rezension: Isch geh Schulhof

ischgehDie Geschichte, die Philipp Möller in seinem Buch „Isch geh Schulhof“ beschreibt, ist stark autobiographisch.

Als Aushilfslehrer beschreibt Möller den alltäglichen Wahnsinn in einer Schule, in der eben nicht nur die „Bildungselite“ zu hause ist sondern auch die Problemfälle aus den sogenannten „Brennpunkten“.

Mit Humor aber auch einem kritischen Auge und manches mal wohl bewußt auch politisch reichlich inkorrekt beschreibt Möller seine Erlebnisse. Möller ist schulischer Quereinsteiger, eigentlich Diplom-Pädagoge und startet seinen Beruf mit dem üblichen Enthusiasmus, der ihm aber ob der vielen Problemfälle in seinen Klassen sehr bald abhanden kommt.
Dennoch bleibt der Humor in diesem Buch nicht auf der Strecke. In amüsanten Szenen malt Möller ein Bild einer Schule, die nicht nur unter Mangel an familiärem Rückhalt sondern auch an den Defiziten der heutigen Schulpolitik leidet.
Dabei bedient er sich auch sprachlicher Mittel, wie man sie schon im Titel des Buches sieht. Bewusstes Schreiben wie der Schüler nun mal sprich ist evtl. für manchen Leser anstrengend, gibt der ganzen Erzählung aber einen weiteren authentischen Charakter.

„Isch geh Schulhof“ ist ein Buch aus dem wirklichen Leben, ungeschönt, manchmal hart in seinen Aussagen aber immer mit dem ehrlichen Blick eines Autors, der das beschriebene selbst erlebt hat und der den Kampf zwar nicht aufgegeben hat, sich aber mit diversen unschönen Gegebenheiten des heutigen Schulsystems zu arrangieren gezwungen sah. Jeder, der sich für die wirkliche Situation an den sogenannten Brennpunktschulen interessiert, bekommt mit dem Buch von Philipp Möller einen guten Eindruck, kann dabei zwar oft herzhaft lachen aber oft genug bleibt einem das Lachen auch im Halse stecken.

Dieser authentische Blick in deutsche Schulrealität ist mir 4 von 5 Sternen wert.

Erschienen ist „Isch geh Schulhof“ bei Bastei Lübbe
zum Preis von EUR 8,99 oder zum Downloadpreis von 6,99 EUR
und das Rezensionsexemplar wurde mir freundlicherweise von Blogg Dein Buch bereitgestellt.

Rezension: „Codes“ – Die geheime Sprache der Produkte: ein Sachbuch, spannend wie ein Roman

ISBN 978-648-00301-5, erschienen bei Haufe zum Preis von 29,80 €

Ein Sachbuch, das durch den Inhalt fesselt wie ein guter Roman, kommt mir selten in die Hände. Noch seltener ein Buch, das auch noch innovative Konzepte mit klassischer Präsentation verbindet.

„Codes“ – Die geheime Sprache der Produkte verbindet gekonnt beides.

Es geht um Hirnforschung, um Psychologie und was diese Disziplinen uns im Bereich des Marketings an neuen Erkenntnissen für das Marketing bieten können.

Und es gibt da einiges an überraschenden Erkenntnissen. Zum Beispiel gleich zum Einstieg erfahren wir, wie stark uns die Temperatur eines Getränks bei der Bewertung einer uns vorgestellten Person beeinflußen kann. (Erschreckend stark, um nur so viel vorwegzunehmen).

Die Autoren Christian Scheier, Dirk Bayas-Linke und Johannes Schneider schaffen es gekonnt anhand realer Produktbeispiele und Fällen von erfolgreichem wie erfolglosen Marketingstrategien darzulegen, welche Faktoren uns bei der Produktwahl beeinflußen. Dabei bleibt der Schreibstil konsequent sachlich, auch die entsprechenden Fachbegriffe finden Verwendung, werden jedoch gut erklärt und in den Zusammenhang gestellt mit den im Buch verwendeten Beispielen.

Man beachte den QR Code links unten auf der Seite, der zu weiteren Informationen, Filmen oder Beispielen führt.

Dabei wird das ganze durch QR-Codes unterstützt, die den Leser auf weitere Beispiele, zu den Fallstudien passende Filme und weitere Informationen leiten, ohne dabei den Lesefluß zu beeinträchtigen. Gekonnt verbinden die Autoren damit die Online Möglichkeiten mit der klassischen Struktur und den Vorteilen des Buches.

Neueste Erkenntnisse der Neuropsychologie erläutern, warum wir Marken bevorzugen, welchen Einfluß Farben, Formen und die Bildbotschaften der Produkte auf unser Kauffverhalten haben.

Warum nutzen wir zum Familienfest Pulverkaffee, und keinen löslichen. Warum bedeutet Pudding Trost, Joghurt aber nicht. Warum wirkt ein höher bepreister Energydrink besser als einer, der mit einem Rabatt belegt wurde. Diese und noch viele weitere Beispiele untermauern neueste Erkenntnisse der Hirnforschung, der Psychologie und des Marketing, so daß ein komplexes aber verständliches Bild der Motivationen entsteht, die uns zur Wahl eines bestimmten Produktes führen.

Dabei bietet das Buch sowohl für den Marketingmitarbeiter neue Erkenntnisse für die Verfeinerung der Marketingstrategie an, als auch für den Kunden, der nach der Lektüre des Buches Werbung, Verpackung oder Design eines besser beurteilen kann und damit einen Einblick in die Mechanismen erhält, die zur Wahl eines Produktes führen.

Die Kapitel befassen sich mit den einzelnen Aspekten, die die Attraktivität eines Produktes ausmachen und verbinden hier stets gekonnt neueste Erkenntnisse des Neuromarketing mit Produkten des  Alltags, die wir alle kennen und die oft überraschende Aspekte besitzen, die uns in der Kaufentscheidung beeinflußen.

 

Mein Fazit: Eine hochspannende Lektüre für alle, die genauer verstehen wollen, warum sie kaufen was sie kaufen und wie auch scheinbar abwegige Aspekte einen teilweise entscheidenden Einfluß auf die Produktwahl haben können.

Dabei findet sowohl der Laie als auch der Marketingprofi neue Erkenntnisse und spannende Beispiele, verknüpft mit den multimedialen Möglichkeiten des Internet.

Sehr lesenswert und mir [xrr rating=5/5] 5 von 5 möglichen Sternen wert.

Erschienen ist „Codes-die geheime Sprache der Produkte“ bei Haufe zum Preis von 29,80.

 

Mein Dank gilt www.bloggdeinbuch.de und www.haufe.de für die Chance, dieses hochinteressante Sachbuch zu rezensieren, für mich eine meiner persönlichen Sachbuchüberraschungen dieses Jahres.