Die Petition war ein Erfolg

Am vergangenen Freitag wurde im  Bundestag das Gesetz zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung verabschiedet. Dank eines lauten Tweetsturms der Psychotherapeut*innen und verschiedener Verbände und ja, auch dank meiner Petition und der über 212000 Stimmen, die sich gegen die #Rastertherapie ausgesprochen haben, konnte ich die Petition am  Montag als Erfolg schließen. Danke euch allen, die ihr mich unterstützt habt, mir Mut zugesprochen, die Petition geteilt und selbst unterzeichnet habt.

Danke auch der Deutschen Depressionsliga, die mich nach Kräften unterstützt hat. Danke an Nora Tschirner, Kurt Krömer und Torsten Sträter, die meine Petition unterstützt und in ihren Netzwerken geteilt haben. Wir waren laut, wir waren viele und wir werden wachsam bleiben Herr Spahn. Das war nicht das erste Mal, dass sie die Situation für psychisch kranke Menschen verschlechtern wollten und behauptet haben, es würde die Lage verbessern.

Ich bleibe dran, versprochen.

Die Petition gegen #Rasterpsychotherapie und wie es weitergeht

Als ich die Petition vor etwas mehr als einer Woche begonnen habe, hätte ich es nicht für möglich gehalten, jetzt über 182.000 Unterstützer*innen zu haben. Ja, ich habe auch beim Bundestag direkt eine Petition eingereicht, aber die ist noch nicht mal bearbeitet, geschweige denn freigeschaltet worden. Mir war aber klar, wir müssen schnell laut werden, wir brauchen Öffentlichkeit und Reichweite.

Es muss aufhören, dass Gesundheit, sei sie psychisch oder physisch zunächst ökonomisch betrachtet wird, bevor es um den Menschen geht.

Genau das ist aber die Denkweise, die hinter der #rasterpsychotherapie steht. Lass uns möglichst kostengünstig möglichst viele Patient*innen behandeln. Nicht heilen, nicht stabilisieren, behandeln. Wenn dann nach 30 Sitzungen die Ängste, die Depression immer noch da sind, tja, Pech gehabt, kein Geld, keine Zeit mehr da.

 

So geht es nicht Herr Spahn. Ich hoffe, Sie hören sich an, was die Psychotherapeut*innen zu sagen haben, was wir als Betroffene 180.000 fach zu sagen haben.

SO NICHT.

Ich fürchte, auch hier ignorieren Sie diejenigen, in deren Auftrag sie eigentlich arbeiten, die Bürgerinnen und Bürger.  Belehren Sie mich eines Besseren, sprechen Sie mit uns, mit Betroffenen und Angehörigen, mit den Therapeuten, denen Sie offensichtlich die Begabung für die Einschätzung einer sinnvollen Behandlungsdauer absprechen. Wir werden weiter sammeln und warten auf Ihre Antwort. Reden Sie mit uns. Tun Sie es nicht, ist das auch eine Antwort, aber keine gute.

Was ihr jetzt tun könnt? Weiter unterstützen, weitertragen, Öffentlichkeit schaffen. Je mehr wir gehört, je stärker wir als Petition werden, umso weniger ist es möglich, uns Therapeut*innen, Patient*innen und Angehörige zu ignorieren.

Und nochmals. Danke für eure Unterstützung, danke für dieses mehr als deutliche Signal. Wir bleiben dran und werden alles versuchen, was möglich ist um diese gefährliche Idee einer #Rasterpsychotherapie zu stoppen.

Uwe Hauck

Schwäbisch Hall, den 30.05.2021

Hier der Link zur Petition zum weitergeben: https://change.org/rasterpsychotherapie