Es war ja zu erwarten. Jetzt will Apple auch noch das neue Galaxy Tab 10.1n in Deutschland verbieten lassen, wegen Verstosses gegen das Gebrauchsmuster. Parallel wurde jetzt die Klage in Australien zurückgewiesen. Interessant, dass Recht und Recht offensichtlich nicht identisch sind.
Aber worauf will ich mit der Überschrift hinaus? Ganz einfach. Wir müssen raus aus unserer IT Welt, wir müssen auch mal in anderen Bereichen tätig werden, beraten, evtl. auch mal mit einem parallelen anderen Skill die „Seiten wechseln“. Viel von dem, was in Deutschland zum Verbot des Galaxy Tab führte war in meinem Auge einfach technisches Unverständnis.
Nicht zu erkennen, dass die Vergleichsbilder so hingephotoshopped worden waren, dass eine grösstmögliche Ähnlichkeit besteht, andere Formfaktoren, die nun wirklich keine Ähnlichkeit mit dem IPad haben auch zu verbieten bzw. überhaupt ein solches Gebrauchsmuster zu genehmigen. All das zeugt für mich von einem extremen Mangel an technischem Verständnis. Das meine ich nicht als Vorwurf aber hier müssten Experten nicht nur hinzugezogen werden sondern von Anfang an in den Prozess (in beiden Bedeutungen des Wortes) voll integriert sein.
Hier verbinden sich meine Themen „Querdenker“ und Medienkompetenz zu einer Forderung, die ich mit „Informatiker, geht raus in die Welt, arbeitet auch da, wo nicht originär IT erwartet wird“ überschreiben würde. Gerade in diesen Bereichen sind oft die spannendsten Themen und die grössten Herausforderungen. Denn die IT ist überall, das Netz ist zum Alltagsmedium geworden. Nur nicht in den Köpfen derer, die die Technologie nicht beherrschen, sondern von ihr beherrscht werden. Die haben oft eher die Tendenz, der IT eins auszwischen, wann immer das geht 😉
So, liebe Apple Anwälte, sucht das Galaxy Tab, na wo ist das Galaxy Tab. Such..
Während andere noch über Energiesparlampen schimpfen, geht dem Querdenker eine LED auf 😉
Was heißt eigentlich Querdenker. Nachdem in der Facebook Gruppe zur Arbeitswelt der Zukunft eine heiße Diskussion über Sinn und Unsinn des Querdenkens gestartet ist, wollte ich für mich den Begriff jetzt doch mal definieren. Achtung: Das ist eine rein subjektive Definition dessen, was ICH unter einem guten Querdenker verstehe:
1 Er hinterfragt Prozesse auf ihre Sinnhaftigkeit
Nur, weil etwas schon immer so gemacht wurde, muss es nicht richtig sein. Querdenken heißt, Handlungsweisen immer wieder auf den Prüfstand stellen, ob sie in der gegebenen Situation noch sinnhaft und nützlich sind.
2 Er hinterfragt auch Neuerungen
Querdenken heißt NICHT, ständig neue Konzepte zu entwickeln, neue Ideen zu produzieren. Querdenken kann auch heißen zu hinterfragen, ob es wirklich sinnvoll ist, etwas zu erneuern. Nicht immer ist Veränderung das Optimum. Ein Querdenker will nicht um des Erneuerns Willen erneuern.
3 Ein Querdenker weiß, dass er nicht alles weiß, aber er kennt die Quellen
Wenn ein Querdenker vor ein Problem gestellt wird, das er nicht selbst lösen kann, hat er ein Netzwerk aus Experten, Quellen, Ressourcen die er anzapfen kann, bzw. denen er ggf. auch das Problem oder die Aufgabe vermitteln kann. Dabei schränkt er nicht auf ein Gebiet ein sondern sucht ggf. auch in anderen Themenfeldern nach einer Lösung.
4 Ein Querdenker liebt Kritik
Es ist eher Anregung für einen guten Querdenker, wenn seine Idee hinterfragt wird, oder man sie zerpflückt. Denn dann lernt er, dass entweder seine Konzepte falsch, nicht ganz ausgegoren oder schlicht zu komplex waren. Querdenker bestehen nicht darauf, recht zu haben, sie wissen oft auch, wann sie den Mund halten müssen. Aber sie wissen auch, wer in welcher Frage der richtige ist (siehe Punkt 2).
5 Querdenker denken nicht mit Tunnelblick
Ein guter Querdenker sucht Inspiration in vielen Gebieten. Er ist nicht nur Informatiker, Referent, Autor sondern letztlich Erfahrugnssammler mit dem Hintergedanken, daß jede Erfahrung, jedes neue Wissen irgendwann sinnvoll sein kann.
6 Ein Querdenker hinterfragt nur dann Hierarchien, wenn das notwendig ist
Optimalerweise nutzt ein Querdenker bestehende Hierarchien um Verbündete zu finden, eine Lobby aufzubauen oder denjenigen zu aktivieren, der in der spezifischen Problemstellung der richtige ist.
7 Ein Querdenker ist tolerant
Quer zu denken heißt stehts auch andere Meinungen anzuhören, zu akzeptieren und zuzugeben, wenn man unrecht hat. Der Status Quo bedeutet, sich nicht mehr zu entwickeln.
8 Ein Querdenker ist ein soziales Wesen
Da ein Querdenker weiß, dass er nicht alles weiß und nicht alles kann, sucht er sich Netzwerke aus Gleichgesinnten, mit denen er in beständigem Austausch steht. Insofern sind die sozialen Netze der ideale Nährboden für eine Vernetzung mit Inspiratoren, anderen Querdenkern oder Unterstützern
9 Ein Querdenker ist niemals Einzelkämpfer
Einzelkämpfertum bedeutet Isolation und das ist gerade für neue Ideen tödlich, die ja erst dann einen guten Nährboden finden, wenn sie auch von einer grossen Gruppe von Menschen als eine gute Strategie empfunden werden.
10 Querdenker sind anstrengend
Das ist Fakt. Denn sie hinterfragen, sie akzeptieren kein „Das ist nun mal so“ und kein „das haben wir schon immer so gemacht“. Sie spielen auch mal den Advocatus Diaboli, haben den Kunden im Blick, wo sie nur ans Produkt denken sollten, fragen auch mal „warum muss das geändert werden“ wenn ihnen die Sinnhaftigkeit des ganzen nicht ersichtlich ist. Aber sie bieten auch Alternativen an. Denn sie hören nicht beim Kritisieren auf, sie bieten auch immer eine eigene Lösung an oder kennen jemanden, der in einem Kontext weiterhelfen kann. Sie kritisieren zwar gerne, aber konstruktiv.
Das ist meine Sicht auf einen guten Querdenker. Ich würde mich über Kommentare, Ergänzungen, Kritik sehr freuen.
Recht hat sie, aber es ist nicht leicht, dieses Bewußtsein in Chefetagen und Personalabteilungen zu verankern.
Zu einfach ist es, die Kopie des bisherigen zu suchen, für die Softwareentwicklung den reinen Informatiker, fürs Marketing einer Bank den Banker mit Marketingausbildung.
Was aber macht den Quereinsteiger so attraktiv? Vor allem der andere Blickwinkel, die Lust am Hinterfragen. Viele neue Mitarbeiter mit dem passenden Background sind leider auch betriebsblind. Da werden zwar Versuche unternommen, neue Technologien und Vorgehensweisen einzuführen, aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier und mag tendenziell keine Veränderung. Aber gerade hier ist es nützlich, auch die anders Denkenden mit zu integrieren, diejenigen, die schon per definitionem neben dem Tellerrand stehen, über den der eingefahrene Mitarbeiter gar nicht mehr blickt.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, es ist oft ein Kampf als Quereinsteiger. Ich bin zwar als Softwareentwickler tätig und habe auch Informatik studiert, aber eben auch Sprachwissenschaften, Künstliche Intelligenz und Computerlinguistik. Vieles aus diesem Fundus kann ich zwar insgeheim bei der täglichen Arbeit anwenden, aber ich tue das stillschweigend, weil ich damit bei dem einen oder anderen den Tellerrand überschreite, über den dieser einfach nicht blicken will.
In einem Markt, in dem sich die Produkte, egal welche Branche immer mehr nur noch marginal unterscheiden, kommt es auf die innovativen Ideen, die kreativen Lösungen an. Dafür aber ist Querdenken, sich in unterschiedlichsten Wissensgebieten bewegen elementar. Und gerade der Querdenker hat dies von Grund auf gelernt, weil er flexibel sein muss, will er in neuen Feldern bestehen.
Und auch die Psychologievorlesungen meines Studiums haben mir schon häufig im Umgang mit Auftraggebern oder Kollegen genützt.
Querdenken mag manchmal für die „Das haben wir immer schon so gemacht“ Menschen anstrengend sein. Aber wenn immer nur das Bestehende weiterentwickelt wird, droht irgendwann Stillstand. Nichts ist so alt wie die Idee von gestern.
Und sollte ein Unternehmen sich entschließen, Innovation als eigene Aufgabe zu verankern tut es gut daran, sich gerade die Querdenker zu suchen. Dort ist die Innovation zu hause. Und dann bitte nicht erwarten, dass die Querdenker als erste vorgeschlagen werden. Meist sind sie für die Führungsetagen eher die unbequemen, weil sie hinterfragen, weil sie auch nicht einfach hinnehmen, was halt immer schon so gemacht wurde. Aber sie sind diejenigen mit den Impulsen, mit dem so wichtigen Blick über den Tellerrand hinaus. Es lohnt sich, die Querdenker, die Quereinsteiger ins Unternehmen zu holen bzw. diejenigen zu finden, die bereits im Unternehmen sind. Sie könnten einen gewichtigen Beitrag zum Vorsprung vor der Konkurrenz leisten.
Gunter Dueck spricht, auch vor dem Hintergrund seines neuen Buches „Aufbrechen“ bei der selbstorganisierten TED Konferenz TEDxRheinNeckar.
Wer die Gelegenheit zum Besuch eines Vortrags von Gunter Dueck hat, unbedingt hingehen. Es lohnt sich immer!
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