Wir sind nicht perfekt, und das ist gut so!

Wir erleben es jeden Tag in der Werbung, aber auch in sogenannten Feature Sendungen. Wir sind zu dick, zu unsportlich, zu unbelesen, wir trainieren zu wenig, lesen zu wenig, bilden uns zu wenig.Wir essen das falsche, zu viel, zu wenig.

Und wisst ihr was? Kümmert mich nicht mehr. Ich versuche, mich zu bewegen wo es geht und vielfältig zu essen, das war es dann auch schon. Denn mittlerweile wird das größte Geschäft wohl damit gemacht, uns permanent einzureden, wir würden etwas falsch machen. Es existiert eine ganze Gesundheits- Wellness und Fitnessindustrie die uns immer wieder zu suggerieren sucht, nur wenn du dafür bezahlst, wirst du fit und gesund sein.

Da lassen wir uns einreden, spinning und stepping wäre besser als anstelle des Aufzugs die Treppe zu nehmen oder einfach mal in der Natur Rad zu fahren?

Geht es denn noch? Wir sind sicher nicht perfekt, aber noch kranker als unser Lebensstil ist diese Ermahnungsindustrie, die nur dann etwas für gut heißt, wenn wir auch dafür zahlen müssen.

Lasst euch nicht einreden, ihr müsst permanent etwas ausgeben um besser zu werden.

Wir sind keine so zartbesaiteten Wesen, die sterben, wenn sie mal nicht nur nahrhafte, wertige Lebensmittel essen oder wenn sie mal ein Wochenende auf der Couch genießen. Es gilt die Extreme zu vermeiden und die Vielfalt zu leben.

Und was mit Sicherheit am meisten hilft. Spaß haben am Leben und den ewigen Bedenkenträgern, die uns ja doch nur was verkaufen wollen nicht mehr zuhören. Denn vieles ist wissenschaftlich fragwürdig oder nur in extremen Bedingungen richtig. Und vieles ist einfach nur Voodoo-Glaube von Menschen, die damit nutzlose Produkte an den Mann oder die Frau bringen wollen.

 

Das esoterische Halbwissen der Technophobiker erinnert an pseudowissenschaftliche Alternativmedizin

Die New York Times in Gestalt von Nick Bilton berichtet in einem ihrer Blogs: „No e-Books allowed in this establishment“, dass offensichtlich in Cafes und Restaurants in New York langsam eine gewisse Technophobie ganz unreflektiert Einzug hält. Es werden eBook Reader in einen Topf mit klassischen Computern geworfen und verboten. Wie albern ist das denn? Aber das erinnert mich an die Technopobiker in meinem Umfeld, die Angst vor UMTS Sticks und Handystrahlung haben, aber sich nur selektiv über die Effekte und die dahinter liegenden Technologien informieren. Kritik an einer Technologie, wenn sie fundiert ist, akzeptiere ich gerne. Aber leider haben die meisten Menschen ganz offensichtlich Angst vor etwas, weil sie es eben nicht verstehen, nicht durchschauen. Da siegt also Ignoranz über Wissen, um es mal genau so agressiv zu formulieren, wie es die Technophobiker Gemeinde tendenziell tut

Das Bild vom Wissenschaftler und warum wir normale Menschen sind

Eine schöne Geschichte habe ich bei Astrodicticum Simplex enteckt: Kinder stellen fest: Wissenschaftler sind ganz normale Menschen
Dort wird berichtet, dass Kinder die Wissenschaftler am Fermilab besuchen durften und über ihr Bild vom Wissenschaftler zuvor und danach befragt wurden. Schöne Geschichten, die da herauskamen.
Als Wissenschaftler find ich das schon deshalb amüsant, weil viele in meinem Umfeld gar nicht wissen, daß ich Wissenschaftler bin, bzw. denken, als Wissenschaftler müsste man an einer Universität oder einem Labor arbeiten. Wissenschaftler zu sein, ist aber vielmehr eine Geisteshaltung, eine Einstellung zum Leben. Es beinhaltet die Lust Fragen zu stellen, nach Antworten zu suchen, sich selbst und seine Arbeit immer wieder zu hinterfragen.
Es bedingt, dass man offen ist für neue Ansichten, daß man Freude an Wissen und Fakten hat. Schon deshalb bin ich auch Skeptiker, weil wir heute in einer Zeit leben, in der erstaunlicherweise Technophobie und der Glaube an esoterische Pseudowissenschaftler noch erschreckend weit verbreitet ist. Ein Wissenschaftler ist jemand, der Wissen schafft. Der sich nicht mit Halbwahrheiten und Pseudowissen abgibt.
Insofern sind wir schon etwas anders, wir wollen die Wahrheit wissen, auch wenn es unangenehm sein kann.
Allerdings gebe ich zu, daß es schwieriger sein kann, einen Wissenschaftler in einem „normalen Unternehmen“ zu beschäftigen. Dort zählt der Status Quo, dort geht es eher um Macht und Kontrolle und wer da zu viel fragt, fällt eher negativ auf. Da muss man als wissenschaftlich denkender Mensch so seine Strategien entwickeln. Hier gilt für mich:

„There are two kinds of people, those who do the work and those who take the credit. Try to be in the first group; there is less competition there.“ Indira Gandhi

Ich fühle mich in der „do the work“ Kategorie mittlerweile sehr wohl. Und wissenschaftlich arbeite ich dann halt eher in meiner „Freizeit“. Aber ganz wichtig. Wissenschaftler sein ist eher eine Geisteshaltung denn eine Berufsbezeichnung.

LG gibt zu, die Energieeffizienz ihrer Geräte durch Einbau eines „Laborbedingungssensors“ vorgetäuscht zu haben.

Unglaublich, welch Aufwand manch ein Hersteller so treibt, um den Eindruck von Energieeffizienz zu erwecken. So berichtet „The Age“ aus Australien: “
LG fridges: life’s not so good„.

Dem Artikel zu Folge hat LG in zwei seiner Gefrierschränke einen Sensor eingebaut, der die Geräte in einen Energiesparmodus versetzt, sobald eine laborähnliche Umgebung erkannt wurde.

Gratulation liebe Ingenieure. Hättet ihr euer Wissen mal lieber in echte Energieeffizienz investiert. Aber die Frage ist ja auch, wer auf die Idee kam. Und da fallen mir doch sofort wieder diese Menschen mit dem M am Anfang ein. So was kommt dabei raus, wenn Umsatz vor Qualität, Betrug vor Ehrlichkeit gegenüber dem Kunden geht. Wahrscheinlich hat irgend ein Erbsenzähler ausgerechnet, dass dieses Betrugsgerät zu entwickeln um ein paar Cent billiger ist, als wirkliche Energieeffizienz einzubauen… Da sag ich nur „Oh tempora, oh mores..“

Gericht sagt: LHC arbeitet nicht am Weltuntergang

Wie Golem heute berichtet, hat das Bundesverfassungsgericht i eine Verfassungsbeschwerde gegen den Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) abgewiesen (Aktenzeichen 2 BvR 2502/08).
Die Anklage, die von einer in Zürich lebenden Deutschen eingereicht wurde, war nicht durch stichhaltige Beweise belegt. Da die Klägerin nicht ausreichend darlegen konnte, dass die Teilchenkollisionen am LHC tatsächlich eine Katastrophe heraufbeschwören können wurde die Klage vom Verfassungsgericht nicht angenommen.

Was mich hier wieder mal fasziniert: Esoterische Pillchen und nicht nachgewiesene Heilmethoden, die zum Teil sogar die Gesundheit der Menschen gefährden, finden immer grössere Akzeptanz in der Bevölkerung. Wissenschaftler und deren Aussagen werden hingegen immer häufiger nur dann geglaubt, wenn sie eine bestimmte technik- und fortschrittsfeindliche Grundtendenz zeigen. Mir scheint, anstelle zu einer fortschrittlichen, auf Wissen und Bildung basierenden Gesellschaft zu wachsen, bekommen immer mehr esoterische rückschrittliche pseudowissenschaftliche Themen an Bedeutung. Studien werden nur noch dann akzeptiert, wenn sie die eigene Angst belegen. Selektive Warnehmung gewinnt die Oberhand. Oder einfach gesagt, wir verdummen immer mehr.
Schon deshalb sind gerade heute Organisationen wie die GWUP immer wichtiger um gegen Halbwissen und esoterische Pseudowissenschaften einen rationalen und vernunftbetonten Gegenpol zu bilden.