Verluste, Einsamkeit und Sinnlosigkeit

Manchmal sind es persönliche Verluste, die einen nach dem Sinn des Ganzen fragen lassen. Die so schmerzen, so vieles in Frage stellen, dass man sich fragt, ob der Weg, den man eingeschlagen hat, wirklich der richtige war.
Mein persönlicher Verlust klingt immer noch nach und wird es noch lange tun. Und er hat vieles in Frage gestellt, was ich für sinnvoll, wichtig, ernst zu nehmen angesehen habe. Ich ärgere mich über Abhängigkeiten, in die ich mich teils begeben habe, die ich aber auch teils selbst verschuldet habe, manchmal im wahrsten Sinne des Wortes. Und das härteste von allem ist die wieder auftauchende Frage, ob meine Wahl für das, mit dem ich den Tag verbringe wirklich richtig war. Die Arbeit am Buch über meine Klinikaufenthalte und die Gründe, die Auslöser dafür und jetzt die neue Arbeit am Jugendroman. Vorträge, die mir solche Freude bereiten. Alles Dinge, die ich ja nur so zum Spaß mache und bloß nicht darob meine Pflichten vergessen darf. Darauf ein gepflegtes „einen Scheiß muss ich“.
Wir alle sollten IMMER zunächst an unsere Bedürfnisse denken, dann an die derer, die wir lieben und dann darf, mit großem Abstand der ganze Rest kommen. Und vor allem finde ich es schrecklich, wenn jeder gleich glaubt, alles, was ich über ein Thema schreibe, beträfe mich auch direkt. Das zeigt, wie wenig zu abstrahieren so mancher Mensch in der Lage ist. Private Themen müssen nicht zwangsläufig meine persönlichen Themen sein, berufliche haben eigentlich NIE etwas mit MEINEM Arbeitgeber zu tun. Abstraktionsvermögen for the world.
Nein, ich bin nicht mehr zufrieden mit dem Status Quo. Nein, ich finde es nicht in Ordnung, gezwungen zu sein, über Missstände und Fehlverhalten den Mund zu halten. Aber würde ich sagen, was ich weiß, ich bin mir sicher, man würde mir gekonnt und ohne Spuren dermaßen schaden, dass es meinen Ruin bedeuten würde. Und ich weiß, dass ich überwacht werde. Das hat nichts mit Verfolgungswahn zu tun sondern mit Themen, die mir vorgehalten wurden und die man nur thematisieren konnte, wenn man in meinem Privatleben herumgeschnüffelt hat.
Ich bin in gewissen Dingen genau wieder da, wo ich vor einem Jahr stand. Aber eins ist anders. Dieses Mal will ich weiter leben. Auch, weil ich neben meiner Familie einen Teil meiner erweiterten Familie wiedergefunden habe. Unglaublich vielen Dank dafür Ines, Thomas, Barbara und Klaus. (Und nochmal einen ganz großen Dank für eine wunderbare Email Ines und Thomas)
Und noch mehr Dank meiner eigenen Familie für den Beistand, die Liebe und die Sorge um mich.

Mein Verlust verpflichtet mich aus mir selbst heraus dazu, wieder die richtigen Dinge wichtig zu nehmen, auch und gerade, um die nächsten Jahre mit meiner Depression, mit meiner Angststörung zu erleben, zu überleben. Carpe Diem ist so abgedroschen aber verdammt nochmal: Auch richtig.

Frau Aigner, ich wusste ja garnicht, daß Facebook gesundheitschädlicher ist als Dioxin!

In einem Interview mit dem Tagesspiegel meint Frau Aigner mal wieder, sie müsse sich nicht um wichtige Themen kümmern, sondern wieder mit ihrem ablenkenden Facebook Bashing weitermachen:

Verbraucherministerin Aigner
„Ich halte Facebook für problematisch“

Tja, Facebook ist halt als Gutmenschennebelkerze hervorragend geeignet. Die Mehrheit der Bundesbürger versteht dieses ganze Internet sowieso nicht und würd dieses böse Ding eh am liebsten abschalten, da kann man gerne mal populistisch und inkompetent wie Frau Aigner draufhauen. Sie sollte sich mal um die wirklich wichtigen Dinge kümmern, die die Gesundheit der Bürger betreffen. Aber da stecken ja mächtige Konzernlobbies dahinter, die in Deutschland ihre Lobbyisten haben und deshalb natürlich alles tun, damit sie auch nach solchen Skandalen wieder so weiter machen können wie bisher.
Ich wünsche mir endlich, daß Politiker wieder Politik für Bürger machen, nicht für Kernkraftwerksbetreiber, Hotelbesitzer und Lebensmittelkonzerne, die uns chemische Cocktails als gesunde Lebensmittel verkaufen.

Gehe deshalb gleich mal wieder zu meinem kleinen Bauern ums Eck, der nichts anderes als Grünfutter füttert und zu unserem regionalen Bauernmarkt, der gentechnikfreie Produkte aus der Region verkauft.

Mit Verlaub Frau Aigner, ihre Art wie sie Prioritäten setzen halte ich für viel problematischer. So lange unsere Lebensmittelqualität nicht vernünftig überwacht wird, sollten manche Politiker vielleicht zu anderen Themen erst mal die Klappe halten. Die Gesundheit von mir und meiner Familie hat gefälligst stets gewährleistet zu sein, zumal in einem Land, das sich so mit seinen angeblichen Erfolgen brüstet!

Aber sie sind ja nicht alleine. So lange es noch weitere Kapazitäten wie Herrn Ramsauer gibt, die anstelle sich für eine vernünftige, nachhaltige und am Bürger orientierte Verkehrspolitik einzusetzen glauben, sie müssten die deutsche Sprache retten brauche ich mir Gott sei Dank keine Gedanken machen, dass sich in relevanten Bereichen etwas verbessert. Wer braucht schon Straßenbahnen, Züge und vernünftigen öffentlichen Nahverkehr, so lange die Autolobby noch so mächtig ist?

Ach und zum Abschluß. Man sollte nicht so großartig gegen Facebook schimpfen, wenn man andererseits der US Regierung das Ausspähen der Bankkonten von Bundesbürgern erlaubt und die Vorratsdatenspeicherung für ALLE Bundesbürger einführen will, ohne dass ich da mein Veto einlegen oder nicht dran teilnehmen kann. Schon mal was von dem Satz „Mit zweierlei Maß messen“ gehört?