Samsung Galaxy Gear im Test und Vergleich zur Pebble

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Galaxy Gear und Pebble im direkten Vergleich. Klar wirkt das Amoled Display besser, aber EInk ist deutlich energiesparender.

 Simyo bietet mir an, eine Galaxy Gear für 4 Wochen zu testen. Da kann der Gadget Freak und der Markt-und Trendforscher in mir natürlich nicht nein sagen. Und wie alle, die mit mir kooperieren es gewohnt sind, ich teste objektiv.

Und seit langem zum ersten Mal überzeugt mich ein Produkt so gar nicht. Die Gear sieht zunächst mal wirklich schick aus, wenn man sie auspackt, definitiv.

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Entweder sitzt die Uhr zu locker oder der Verschluss springt immer wieder auf.

Aber bereits beim ersten anlegen an den Arm fällt mir der Verschluß negativ auf. Wenn ich meinen Arm bzw. meine Hand in bestimmte Positionen bringe (Beispiel beim Autofahren am Lenkrad oder beim Öffnen einer Tür) kann es immer wieder passieren, dass ich den Verschluss aufdrücke. Alternativ weiter stellen des Armbandes hilft auch nicht wirklich, denn dann schlackert mir die Uhr am Handgelenk.

Der obere Teil des ziemlich großen und klobigen Gehäuses ist aus Metall, Armband und Rückseite der Uhr aus Plastik. In dem Armband ist die Kamera intergriert und in der Schließe ein Lautsprecher und ein Microfon. Somit kann man mit der Uhr wie mit

einem Freisprechgerät direkt telefonieren, Wobei ich nicht wirklich wissen will, wie ich aussehe, wenn ich mir den Verschluss einer Uhr ans Ohr halte. Mich stören auch die vielen kleinen Denkfehler in der Software der Gear. Wenn ich zum Beispiel eine der Anwendungen wie den Schrittzähler nutze, dann sehe ich dessen Angaben so lange, bis der Bildschirm in Ruhemodus geht. Aktiviere ich diesen danach wieder, springt die Uhr nicht, wie ich es erwartet hätte zum Schrittzähler zurück sondern zeigt wieder die Uhrzeit an. Ziemlich störend vor allem wenn man die Uhr fürs Joggen verwenden will und regelmässig seine Daten abrufen.

Das Koppeln der Uhr mit Bluetooth an mein Note 3 stellt kein Problem dar, allerdings kann ich bis jetzt noch keinerlei Aussagen zu den Zusatzapps machen, da sich bei mir zumindest regelmässig und das auch nach einem Factory Reset meines Note 3 die Verbindung zwischen Galaxy Gear und der Gear Manager Software wieder abbricht und dann auch nicht mehr vernünftig innerhalb der Gear Software wiederherstellbar ist. Seltsamerweise zeigt mir mein Bluetooth Status aber weiterhin an, dass Gear und Note 3 in Verbindung stehen. Falls hier jemand einen Hinweis für mich hat, woran das liegen kann, wäre ich sehr dankbar, im Netz finde ich bislang nur Leidensgenossen, die hier auch nicht weiter kommen.

Auch die Akkulaufzeit kann insbesondere im Vergleich zu den ca. 4 Tagen, die meine Pebble durchhält nicht wirklich überzeugen. Nutze ich die Gear auch nur etwas intensiver, z.B. in dem ich eine Joggingrunde damit mache und gelegentlich auf die Infos der Gear schaue, reicht der Akku gerade mal knapp einen Tag, bei intensiver Nutzung nicht mal 8 Stunden (also keine Uhr fürs Büro) und nur wenn ich die Gear praktisch so gut wie permanent im Ruhezustand halte, schaffe ich es noch bis in den zweiten Tag hinein.

Es gibt aber auch ein paar schöne Features, die ich durchaus bemerkenswert finde. So ist die Lösung, die Gear mit dem Note 3via NFC und Ladestation zu koppeln durchaus bemerkenswert. Und die Kamera im Armband liefert zwar keine brillianten Fotos, aber für den gelegentlichen Schnappschuss ist sie allemal ideal, zumal man auf die Fotoapp durch einmaliges Wischen auf dem Starbildschirm gelangt.

Auch die Geste, durch die die Gear erkennt, dass man jetzt „auf die Uhr“ schauen will, klappt ganz gut. Man muss lediglich seinen Arm so bewegen, wie man es sowieso tut, wenn man auf eine Uhr sieht.

Der Touchscreen ist einerseits natürlich eine elegantere Lösung als die Knöpfe der Pebble, andererseits habe ich ihn auch schon das eine oder andere Mal versehentlich ausgelöst, was ziemlich unangenehm werden kann, wenn man damit eine Funktion auf dem Smartphone aktiviert, wie z.B. einen Anruf. Angenehm ist auch der Amoled Bildschirm der Gear, der auch im freien bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesbar ist, aber mit Sicherheit auch seinen Beitrag zu der im Vergleich deutlich schlechteren Akkulaufzeit der Gear im Vergleich mit der Pebble leistet.

Natürlich ist es nach ein paar Tagen mit der Gear noch zu früh für ein abschliessendes Urteil. Aber sie hat jetzt schon einen schweren Stand, denn so schnell sind mir noch bei keinem Produkt die Designfehler aufgefallen wie bei ihr.

Ich werde die Gear jetzt im November anstelle meiner Pebble nutzen und schauen, wie sie sich im Prasxiseinsatz schlägt. Und ich hoffe, ich schaffe es auch noch, mein Note 3 mit der Gear so zu verkoppeln, dass ich auch die eine oder andere Anwendung darauf laden kann. Aber schon jetzt ist das ein Unding, denn der normale Nutzer wäre mit der Recherche nach dem „Problem“ hoffnungslos überfordert.

Alles in allem kann ich der Gear im Moment nur mit sehr viel Wohlwollen 3 von 5 Punkten geben.  Mal sehen, was die nächsten Wochen bringen. Und jetzt schon mal dank an Simyo, die mir die Uhr ohne Auflagen bereitgestellt haben. Ehrliches Interesse an Tests von Bloggern erfreut mich immer wieder.

 

 

 

 

Meine Pebble Smartwatch ist da. Und sie überzeugt.

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Schick ist sie.Und mit Canvas kann man sich sehr einfach sein eigenes Watchface erstellen.

Das große Thema im Moment sind Smartwatches. Als Teil des Gesamtkonzepts Smartwear sind sie der erste wirklich Prominente Vertreter einer ganzen Palette neuer Gadgets.

Das ganze hat wirklich an Fahrt aufgenommen, als die Pebble Smartwatch auf Kickstarter eine Rekordsumme von  10,16 Millionen Dollar einsammelte. Langer rede kurzer Sinn, ich war auch einer der Backer und meine Pebble machte sich im April auf den Weg.

Tja, dann kam aber der deutsche Zoll dazwischen, der nachdem einige Pebble Uhren durchgeschlüpft waren das Großteil aufhielt und entweder in den Lagern wegschloß oder gleich zurücksandte. Pebble versprach den sichtlich erbosten deutschen Backern, eine Lösung für das Dilemma zu finden und nun scheint man sich eines Tricks zu bedienen um zumindest diejenigen deutschen Kunden zu beliefern, die die Uhr auf Kickstarter unterstützt hatten. Die Uhr wird nicht mehr aus dem Ausland nach Deutschland eingeführt, sondern k0mmt jetzt aus Holland, ist damit also in der EU unterwegs und umgeht so den Zoll. Wie lange das gut geht, wage ich nicht zu vermuten, aber meine ist nun endlich da!

 

Und was soll ich sagen: Ich bin begeistert. Die Uhr sieht elegant aus, ist zwar ein wenig groß aber nicht unangenehm, das Display ist, wie von einer eInk Uhr zu erwarten nur schwarz-weiß aber extrem gut, sie ist angenehm leicht und sieht trotz Plastik nicht billig aus.

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Schlicht ist die Verpackung und auch der Dokumentationsumfang. Möglicherweise ein Beschwerdepunkt beim Zoll. Das Ladekabel wird mittels Magnet am Gehäuse gehalten.

An mein Note 2 war die Uhr schnell angekoppelt und nachdem sie sich mit Bluetooth verbunden hatten konnte ich ziemlich schnell die ersten Benachrichtigungen empfangen. Einige zusätzliche Apps habe ich auch gleich installiert. So kann ich jedem nur Canvas für Pebble ans Herz legen, eine App, die es ermöglicht, sehr flexibel eigene kleine Watchfaces (so heißen die verschiedenen Uhrendesigns) für die Pebble zusammenzuklicken. Daneben nutze ich Pebble Notify, womit ich mir quasi von jeder App die Benachrichtigungen auf die Uhr schicken lassen kann.

Die Bedienung der Uhr mit den vier Knöpfen ist intuitiv und geht leicht von der Hand. Auch die Bluetooth Verbindung bleibt erstaunlich stabil und zieht nicht wirklich viel Strom von meinem Note 2.

Bislang bin ich von der Uhr wirklich beeindruckt, sie bietet genau das, was ich von ihr erwartet habe, eine sichere und stabile Erweiterung meines Smartphone Displays bei optimaler Batterielaufzeit und guter Ablesbarkeit. Da demnächst auch die Kreyos und die neue Smartwatch von Simvalley/Pearl bei mir für Tests landen werden gibt es bald einen direkten Vergleich verschiedener Smartwatch Konzepte.

Dachte ich schon, die Sony Smartwatch wäre doch eigentlich ganz brauchbar, muss ich nun sagen, im Vergleich schlägt die Pebble Smartwatch das Sony Gerät um Längen.

Dennoch muss ich sagen, der aktuelle Stand der Technik spricht mit Sicherheit eher die Early Adopter und die Geeks an. Für den Alltag sind meiner Ansicht die aktuellen Modelle alle noch nicht wirklich geeignet. Nichts desto trotz ein interessantes Segment, das im Kontext von Wearable Computing durchaus seine Berechtigung hat.

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