Hurra ich kauf mir was…. Das kein Mensch braucht

Ich lese gerade das extrem empfehlenswerte Buch (ja, das Buch, nicht das eBook!) von Ben Goldacre : Die Wissenschaftslüge: Wie uns Pseudo-Wissenschaftler das Leben schwer machen. Ein interessantes Kapitel darin handelt von Antioxidantien,und wie eine ganze (Nahrungsergänzungsmittel-)industrie, oder besser gesagt, die gleichen Konzerne, die auch an vielen Medikamenten sehr gut verdienen, mit der Unwissenheit und Leichtgläubigkeit der Menschen gute Geschäfte macht. Obwohl aktuelle WISSENSCHAFTLICHE Studien längst erwiesen haben, daß hohe Dosen von Antioxidantien und Vitaminen sogar Erkrankungsquoten erhöhen wird der Müll immer noch beworben und verkauft. Unterstützt von pseudowissenschaftlichen Halbwahrheiten die auch für solche Idiotiten wie die Impfmüdigkeit oder die Angst vor Funkstrahlen veranwortlich ist.
Aber warum fällt der Mensch darauf rein. Das liegt wie so oft an einer Mischung aus Halbwissen und der Angst vor gesellschaftlichem Druck. Zum einen vertrauen immer noch viel zu viele Menschen jedem Artikel, der in der Zeitung steht. Das hat für mich als Blogger eine gewisse Ironie. Zum anderen lassen wir uns durch gesellschaftlichen Druck vieles einreden. Dass wir diese und jene Markenkleidung brauchen oder nur dieses oder jenes Auto uns glücklich macht, ist zwar dumm, aber im Verhältnis zu den Lügen um gesunde Ernährung relativ unschädlich (außer für die Umwelt und für die Menschen, die in Billiglohnländern schuften müssen, damit wir uns all den Müll möglichst billig kaufen können). Wenn aber eine Industrie nachweislich schädliche Produkte verkauft, oder Patente auf Lebensmittel anmelden will, und damit die Kontrolle über unsere Ernährung erhält, da hört für mich der Spass auf. Wir sollten uns wieder bewusst machen, dass die Natur ein herausragendes System entwickelt hat, das mit vielen Situationen zurecht kommt. Und dass wir in Europa in einer extremen Überflussgesellschaft leben, in der wir nun wirklich ALLES haben, was wir zum sehr guten Überleben brauchen). Das schlimme ist, dass die Dummheit oft in den oberen Etagen von Konzernen und Medien sitzt. Oder ist es Gier? Wir sollten uns immer klar sein. Die Wirtschaft ist nicht da, um uns das Leben zu erleichtern, dass war einmal. Heute reden wir zum grössten Teil von internationalen Aktienkonzernen. Und denen geht es um die Rendite. Wenn der Kunde ihnen Geld geben würde, ohne überhaupt ein Produkt zu bekommen, dann wären sie am glücklichsten. Warum z.B. ist ein eBook gleich teuer wie das gedruckte Buch. Ich bekomme keinen physikalischen Gegenwert, muss aber den gleichen Preis zahlen. Das ist für mich eine überkommene Vorschrift, oder schlicht, eine Frechheit. Aber letztlich nichts im Vergleich zu Unternehmen, die mir weiss machen wollen, eine gezuckerter viel zu fetter Joghurt stärke die Abwehrkräfte meiner Kinder oder um gesund zu bleiben bräuchte ich irgendwelche überflüssigen Vitaminpräparate. Und auch für die Haut braucht es wenn überhaupt eine einfache Fettcreme. Alles andere ist nach allen wissenschaftlich durchgeführten Studien Blödsinn. Die Haut ist dazu da, den Körper vor Umwelteinflüssen zu schützen. Glaubt jemand ernsthaft, dass dann Pflanzenstoffe, die ich mir auf die Haut schmiere, da etwas bewirken? Das ist reinste Propaganda und durch nichts belegt. Wer mir nicht glaubt, dem lege ich sehr Ben Goldacre Die Wissenschaftslüge: Wie uns Pseudo-Wissenschaftler das Leben schwer machen ans Herz. Hierin wird nicht beschrieben, dass die Wissenschaft lügt, sondern dass uns ein Heer unwissender Pseudowissenschaftler mit Halbwissen zum Teil in Lebensgefahr bringt. Und wer sich noch genauer informieren will, der sollte sich mal den „Skeptiker“ ansehen, die Zeitschrift der GWUP- der „Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“ ansehen. Nicht immer einfach, was dort offengelegt wird aber wissenschaftlich fundierter als jeder Artikel in der Tagespresse. Und Wissenschaft aus erster Hand gibts bei „Spektrum der Wissenschaft“ und deren interessanter Homepage. Denn auch ich gebe Geld aus, aber ich investiere es gerne in Dinge, die mich auch intellektuell etwas weiter bringen als das dumme Fernsehprogramm oder die Halbwahrheiten aus der Tagespresse.

Musik Mashups, das Netz mag meine Musik oder: Der Beginn von Web 3.0

Interessanter Effekt am gestrigen Abend. Auf unserem Flachbildfernseher von Samsung gibt es einen abgespeckten Internetzugang. Und dort wiederum das Angebot von putpat.tv. Da ich nun gestern noch etwas Lust auf gute Musikvideos hatte, habe ich einfach mal putpat.tv angeworfen. Verblüffend, es wurden mir fast ausschliesslich Stücke und Interpreten vorgeschlagen, die mir auf Anhieb gefielen, auch wenn ich sie zuvor noch nicht kannte. Nach kurzer Überlegung war klar, woher das kommt. Ich lasse meinen Audioplayer unter Linux ebenso wie blip.fm stets meine aktuell gehörten Titel nach last.fm senden. Dort wiederum werden die Titel gespeichert und daraus kann dann wiederum „ähnliche“ Musik errechnet werden.
Diesen Effekt kannte ich früher nur von einem Plattenladen, bei dem ich bereits sehr lange Kunde war, und dessen Chef mir in schöner Regelmässigkeit neue Musiker vorschlug, die mir dann auch meist sehr gut gefielen.
Das ist eine wunderbare Art des Verknüpfens meiner Hörgewohnheiten mit einer Musikdatenbank.
Und da ich selbst entscheide, ob ich diesen Dienst nutze und ich, vermutlich auch ob meines eher unproblematischen wenn auch breit gestreuten Musikgeschmacks kein Problem damit habe, dass Datenbanken mit den von mir gehörten Stücken gefüllt werden, nutze ich diesen Dienst sehr gerne.
Und mit putpat.tv habe ich jetzt quasi einen eigenen Musiksender, der sich rund um meinen Musikgeschmack bewegt, ohne mir nur das anzubieten, was ich eh schon kenne.
Das ist ja schon fast Web3.0. Das Web verändert sich mit meinen Bedürfnissen.

Und ich habe eine Vision für das Fernsehen der Zukunft. Was Audioscrobbler für Musik ist, könnte man doch auch fürs Fernsehen machen. Anhand meiner Sehgewohnheiten bekomme ich aus den unterschiedlichsten Medienstreams neue Angebote. Für das Netz an sich gibt es schon solche Dienste wie Miro oder Vuze. Aber was wäre, wenn das mit meinem normalen Fernseher verbunden wäre. Technisch machbar wäre das durch die Kombination der Uhrzeit und des Kanals der gerade aktiv ist und den EPGs den elektronischen Programmzeitschriften. So könnte ich mir vom Netz meinen eigenen Fernsehkanal zusammenstellen lassen, der sich speziell mit meinen Interessen befasst ohne nur das zu zeigen, was ich eh schon kenne. Das Netz wird intelligent. Und bislang gefällt mir das.

Radio 2.0 ByteFM, Quu.fm und Co. und die Kulturflatrate

Wer kennt „ByteFM„? Oder „Quu.fm„? Daran unterscheide ich im Moment auch, wie webaffin meine Gesprächspartner sind. Denn dank Internet Radio und Standalone Geräten, die über WLan diese Radiosender empfangen können, höhre ich, was ich mag und stelle mir dank Diensten wie blip.fm oder aupeo mein eigenes Musikprogramm zusammen.
Das heisst nicht, dass ich weniger Radio höre oder nur noch bestimmte Musik, sondern vielmehr, dass ich dank eigenständiger Redaktionen und Moderatoren, die das präsentieren, was ihnen gefällt und nicht ungedingt der Masse ich ein Programm erhalte, das gleichzeitig interessant und neu ist.
Und dank Internet kann ich weltweit nach guter Musik suchen, kann auch mal einen amerikanischen, indischen, australischen Regionalsender hören, wenn dort gute Musik läuft. Insofern finde ich die neue „Kulturflatrate“, die von unseren Politikern nur noch auf dem Papier „Rundfunkgebühr“ genannt wird, ganz in Ordnung. Ich nutze Medien mittlerweile zu über 60 Prozent im Internet.
Die verschiedenen Medienströme werden sich in Zukunft noch mehr auf den Multimedia Devices vermischen. In Zukunft kann ich auf dem Fernseher die Internet Links, die eingeblendet werden, direkt ank