Ja ne, ist klar. 1 Schritt gemacht, und bei unter 1 km/h eine Schrittweite von 200 Metern? Aehem. Ganz großes Aehem.
Es war einmal eine spannende Indiegogo Kampagne für eine Smartwatch, die all das bieten sollte, was mir an der Pebble noch fehlte. Gestensteuerung, Sprachsteuerung, die Möglichkeit, die Uhr als Freisprecheinrichtung zu nutzen. Also wurde ich zum Backer. Und wartete, und wartete. Mit zunehmender Wartezeit wurde auch die Kommunikation mit dem Projekt immer schlechter. Doch was ich jetzt direkt aus Singapur und damit mit nochmal extra Kosten für Zoll behaftet erhalten habe, das kann man eigentlich gar nicht Smartwatch nennen.
Weder gibt es Gestensteuerung, noch funktionieren Freisprechen oder Sprachsteuerung zuverlässig. Die Verarbeitung ist absolut billig und selbst die Pebble sieht vom Design deutlich besser aus.
Ich werde hier nicht alle Mängel aufzählen, die die Kreyos nach dieser langen Zeit immer noch hat. Aber ich wage zu behaupten, Ende des Jahres wird es den Hersteller der Kreyos nicht mehr geben. Denn vermutlich wird, wenn man sich nicht auf die erste Umtauschgarantie rückbesinnt (ja, man hatte mitten im Shitstorm auch noch die AGBs geändert), eine Flut von Klagen auf die Firma zurollen. Liest man nämlich auf dem Facebook Account von Kreyos oder dem Account, den verärgerte Backer geöffnet haben mit, dann scheint es niemanden zu geben, der seine Uhr auch nur ansatzweise nützlich findet.
Im Prinzip ein Haufen Elektro und Plastikschrott. Da hat man offensichtlich viel zu viel versprochen und keinerlei Erfahrung mit offener Kundenkommunikation. Denn es wurden Kommentare gelöscht, Antworten auf EMail Anfragen blieben aus und insgesamt war die Kommunikation mit den Unterstützern unterirdisch.
Ein kompletter Reinfall und ein Lehrstück, dass man Crowdfunding nur mit Geld unterstützen sollte, das man nicht unbedingt wiedersehen will.
Pebble und Galaxy Gear, zwei unterschiedliche Ansätze, nur einer ist wirklich sinnvoll und es gewinnt für manche überraschend die Pebble.
Als die Pebble auf Kickstarter begann, Geld einzusammeln um ein marktreifes Produkt zu werden, hätte sich wohl niemand wirklich träumen lassen, welchen Hype das auslösen würde.
Seitdem sind einige Smartwatches angekündigt (laut meiner eigenen Liste mittlerweile 26, von denen zumindest erste Vorproduktionsmodelle existieren) und auch die Big Player, allen voran Samsung aber wohl auch Apple und Google springen auf den Hype auf.
Aber macht das alles wirklich Sinn? Was muss eine Smartwatch haben, um erfolgreich zu sein bzw. wird sie jemals zum Erfolg werden?
Ich denke, es wird bei einer wenn auch attraktiven Nische bleiben.
Denn was erwarte ich eigentlich wirklich von einer Smartwatch?
Zum einen, sie muss mir alle für mich interessanten Informationen auf ihrem Display bieten. Dadurch fällt zum Beispiel bereits die Galaxy Gear durch, die mir oft nur mitteilt, dass ich eine Information bekommen habe, aber nicht welche.
Soll sie das Smartphone komplett ersetzen? Nachdem ich in einem früheren Artikel für ein vollwertiges Smartphone im Uhrenformat plädiert habe, sehe ich die Sache mittlerweile etwas differenzierter. So lange eine Smartwatch das Smartphone nicht in jedem Belang ersetzen kann, muss ich ja immer noch ein Smartphone mit mir führen.
Schliesslich ist das auch mit ein Grund für den Trend der immer größeren Smartphones, mit größerem Display kann ich nämlich immer mehr Dinge direkt am Smartphone erledigen, für die ich früher Tablet oder Notebook verwendet hätte.
Dann brauche ich aber eigentlich nicht ein zweites Smartphone am Handgelenk, sondern vielmehr eine intelligente Ergänzung. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, mit der Smartwatch am Ohr oder vor dem Gesicht zu telefonieren. Sieht schon bei Freisprecheinrichtungen albern aus und wird damit nicht besser. Was ich mir durchaus für eine Smartwatch wünsche sind Fitnesssensoren, die unabhängig vom Smartphone funktionieren, denn hier ist der Bereich, der die eigentlich interessante Domäne einer Smartwatch werden dürfte. Fitnesstracking, Quantified Self.
Vielversprechend was das Gesamtkonzept und den Preis angeht, die Kreyos
Und was ebenfalls wichtig sein dürfte ist eine extrem einfache Bedienung sowie ein vernünftiger Preis. (mal wieder abgesehen von Apple, die sich sicher eine Uhr für das 3 bis vierfache des vernünftigen Smartwatch Preises abkaufen lassen) .
Für mich liegt hier die Schmerzgrenze bei 200 Euro, wobei ein realistischer Preis für eine Massenprodukt, gerade mit Blick auf die zusätzlich Anschaffung eines Smartphones knapp über 100 – 150 Euro liegen dürfte.
Und bei der Bedienung müssen wir nur einmal auf die Taschenrechner blicken, die eine Zeit lang als intelligente Uhren verkauft wurden. Für kurze Zeit ein Hype verschwanden sie doch sehr schnell wieder, weil man sie einfach nicht praktikabel nutzen konnte.
Im Moment schätze ich die Kreyos Smartwatch als beste Annäherung an ein sinnvolles Smartwatch Konzept ein, und die Pebble als die Version, die von Preis Leistung und Batterielebensdauer am optimalsten ist. Denn ganz ehrlich, es nervt mich schon, mein Smartphone täglich laden zu müssen. Eine Smartwatch muss da deutlich länger halten. Da muss eine Laufzeit von mindestens mehreren Tagen drin sein, insofern sehe ich den größten Erfolg im Moment immer noch bei Modellen mit eInk, da diese bedingt durch die Technologie mit ordentlichen Laufzeiten UND einer optimalen Lesbarkeit auch im Freien auftrumpfen können.
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