Die Mischung machts. Wie man zu einer guten Kaufentscheidung kommt

Nie war es einfacher als heute, sich über neue Produkte zu informieren. Es gibt diverseste Fachzeitschriften und Fernsehbeiträge.

Und wo ich mich immer wieder über die Ratlosigkeit mancher potentieller Kunden wundere ist, wenn sie mich um einen Vergleichsrat fragen, denn Plattformen wie www.netzsieger.de und Preisvergleichsportale wie guenstiger.de helfen einem sowohl bei der Suche nach dem Produkt mit den besten Bewertungen und wenn man sich entschieden hat, auch beim günstigsten Preis. Das ist für mich schon so etwas wie ein Mantra. Leute, das Internet ist die optimale Produktauswahl und Vergleichsmaschine. Nichts besseres als auf solchen Portalen nach dem Produkt zu suchen und zu recherchieren. In kürzerer Zeit mehr Info kann man nicht mal von einem Branchenexperten bekommen.

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Die Qual der Wahl und wie man sie am geschicktesten reduziert.

Aber man sollte hier sehr genau abwägen, worauf man baut, wem man vertraut. Interessant zum Beispiel bei Netzsieger, nicht nur die „Experten“ bewerten Produkte, sammeln Testergebnisse, auch die Community kann ihr Voting abgeben. Auch bei solchen Portalen macht es die gute Mischung.

Aber wie finde ich denn nun das Produkt, das zu mir passt? Da sind es vor allem drei Punkte, die wichtig sind: Realismus, Realismus und Realismus.

Noch immer tendieren wir dazu, uns Dinge anzuschaffen, weil man ja mögicherweise das eine oder andere Feature, von dem man zwar jetzt nicht weiß, wofür es gut sein soll dennoch in Zukunft brauchen kann. Dann rate ich: Weglassen, vor allem, wenn es zukaufbare Erweiterungen gibt. Ein Klassiker ist zum Beispiel der Notebook, den man mit allem Schnick und Schnack kauft, der den stärksten Prozessor hat, ein Blueray Brennlaufwerk und eine ultrahohe Auflösung sowie zusätzlich noch eine Zehnertastatur. Dass das Gerät dann natürlich sowohl schwer, als auch teuer ist, nimmt man gerne in Kauf. Zu Beginn. Bis man schnell merkt, dass das Laufwerk fast nie im Einsatz ist, der Zehnerblock eher stört, weil der Notebook deshalb größer als nötig sein muss und und und.

Hinterfragen, was sinnvoll ist, ist das allerwichtigste. Das absolute High End Smartphone brauche ich doch eigentlich meist nur, wenn ich absoluter Experte bin, der alle Feature ausnutzt. Aber wer ist das schon. Hier reichen oft qualitativ gute aktuelle und günstige Geräte. Oder noch besser. Man greife einfach auf das Vorjahresmodell zurück, das in der Regel alles noch hervorragend leistet, aber nur noch einen Bruchteil des Originalpreises kostet.

Daher Vergleichsportale zu rate ziehen, Preise vergleichen und auf die Meinung der Community vertrauen ist gut. Aber an erster Stelle sollte die ehrliche Bedarfserhebung stehen. Dann wird es vielleicht nicht der 1000 Euro teure Powernotebook, sondern ein kleinerer Hybride, der vielleicht bei maximal 400 Euro liegt, aber dennoch alles kann, was man so braucht. Und auch hier können Vergleichsportale helfen, denn oft kann man hier sehen, welches günstigere Gerät ebenfalls gut abschneidet oder es werden gute Alternativen genannt, die gleiche Leistung zu besserem Preis bieten.

Aber auf keinen Fall ohne Vorbereitung in einen Laden, vor allem nicht in einen der berühmten Discounter der jeweiligen Produktsparte gehen und darauf hoffen, mit dem für einen selbst besten Angebot das Ladengeschäft zu verlassen. Hier lieber vorher recherchieren und dann mit den entsprechenden Empfehlungen bestückt zum Einkaufen gehen.

Denn eines ist ganz wichtig: Nicht auf diejenigen hören, die irgendwie am Verkauf des Produkts direkt oder indirekt verdienen. Es sei denn, man hat mehrere Monate, besser Jahre Erfahrung damit, wie dort beraten wird oder nimmt sich jemanden mit, der das ganze Fachchinesisch zu entschlüsseln weiß und vor allem objektiver auf den eigenen Bedarf schaut.Denn eines ist auch sicher.  Jeder gute Verkäufer wird genau die Trigger treffen, die einen dazu verleiten werden mehr zu kaufen, als man braucht. Sonst wäre er ja kein guter Verkäufer 😉

Deshalb ist es immer gut, mehr als eine Meinung zu berücksichtigen und damit schließt sich dann auch wieder der Kreis zu den Vergleichsportalen. Auch hier mag es Trends und Tendenzen geben. Aber hier wird nicht am verkauften Produkt, sondern an den Lesern verdient, die wegen guter Empfehlungen zurückkommen und damit zur Nutzerschaft beitragen.

 

 

Über die Diskrepanz zwischen Technologe und Nutzer

Das neue Google Nexus 4 kommt auf den Markt. Für mich, der im Moment nach einem neuen Smartphone sucht zunächst ein Grund, sofort zuzuschlagen. Reines Android 4.2, schnelle OS Updates. Aber da ist ja noch das Samsung Note 2, der Nachfolger des legendären Note, das ich mir durchaus auch angeschafft hätte, hätte ich mich damals nicht, Vertreter der reinen Lehre für das Galaxy Nexus entschieden.

Nun denn, was solls denn sein. Ich schwanke, bin mir nicht mehr so sicher. Dann die Entscheidung. Aufhören mit dem Blick eines Technologen, anfangen damit, was ich mit dem Gerät TUN will.

Und dabei fällt mir auf, dass viele meiner bisherigen Technikentscheidungen vom Technologenstandpunkt aus richtig, aber oft in der täglichen Nutzung eher unglücklich waren.

So meine Entscheidung, ein 10.1 Tablet nutzen zu wollen. Eigentlich schöner Formfaktor. Aber auf Dauer stellte ich fest. Fürs Arbeiten zu wenig, fürs reine „Spielgerät“ zu viel. Also Gebrauchtmarkt in Anspruch genommen, abgestossen und weniger technologisch, mehr pragmatisch ein Asus Transformer angeschafft. Auch 10.1 Zoll aber mit Tastatur, die als Dock das ganze zum Subnotebook werden lässt. Jetzt zwar nicht unbedingt das Gerät, dass die  Technologenseele als das seligmachende empfiehlt, aber der reine Nutzer ist hochzufrieden.

Der Gedanke, der sich mir hier aufdrängt. Wie oft entscheiden wir nicht danach, was wir brauchen, sondern wovon wir meinen, dass wir damit in unserem Sozialisationsumfeld möglichst gut dastehen. Das Phänomen kennt wohl jeder zumindest beim Kauf eines PKW, so er oder sie sich nicht gänzlich von den einschlägigen Diskussionen abzukoppeln in der Lage ist.

Bestimmtes Produkt, bestimmtes Signal. Das ist ja auch das, worauf ein Großteil des Marketing basiert, bei Produkten, die sich oft in der reinen Ausstattung nur unwesentlich unterscheiden. Dennoch lohnt es sich bei so manch einer Anschaffung mal aus dem eigenen Sozialisationsumfeld hinauszutreten und mit dem Blick von außen auf den eigenen Bedart zu schauen.

Das kann Nerven und Zeit sparen. Auf jeden Fall bringt es einen in der Kaufentscheidung näher an das, was man später auch wirklich nutzt weil es nützlich für einen ist.

Meine Kaufentscheidung zumindest steht, und wird vermutlich einige überraschen. Aber das macht nix. Wieder eine Schublade gesprengt 😉 Und nein, es wird kein IPhone. So viel Sprengkraft hat die Entscheidung denn doch nicht.