Warum ich Produktbeurteilungen aus Foren keinen Glauben mehr schenke

Früher waren Foren oft für mich erster Anlaufpunkt, wenn ich mich über das Für und Wider eines Produktes informieren wollte. Dort konnte man, so dachte ich aus erster Hand erfahren, was die Vor- und Nachteile des einen oder anderen Produktes sind.

Je länger ich mich aber in Foren zu verschiedenen Produkten und Dienstleistungen umgeschaut habe, um so häufiger habe ich festgestellt, daß die „lautesten“ Poster nicht unbedingt diejenigen sind, die das Produkt wirklich objektiv beurteilen können. Oft werden Feature erwartet, die so gar nicht gehen. Viele lesen die Anleitungen nicht oder haben überzogene Erwartungen. Manchmal werden auch einzelne Produktionsfehler zu einem Riesendrama hochgejubelt. Und am allerwichtigsten. Die vielen zufriedenen Nutzer tauchen tendenziell in Foren nur sehr selten auf.
Insofern. Wenn ihr ein neues Produkt kaufen wollt. Vorsicht bei Urteilen aus Foren. Dort sind leider viel zu oft die Basher unterwegs und eine objektive Beurteilung ist schwer zu finden. Man sollte stets auch unabhängige Tests sichten. Hier wiederum kann ich www.testberichte.de empfehlen und natuerlich Test.de, die Seite der Stiftung Warentest. Dort wird realistischer getestet und meist auch sehr viel fairer beurteilt.

Social Media handeln nicht von Technik sondern von Umgangsformen

Ich habe mich schon lange gefragt, warum eine Technologie, die es eigentlich schon sehr lange gibt (Foren gab es schon weit vor dem grossen Web 2.0 Hype) erst in den letzten Jahren so sehr in die breite Masse vorgedrungen ist. Ich denke, es liegt vor allem daran, dass die Technik erwachsen geworden ist. Was ich damit meine? Nun, die Technik verschwindet für die meisten Nutzer. Nie war es einfacher, auch mobil auf das Internet zuzugreifen. Man braucht keine Informatikkentnisse mehr um ein Blog zu erstellen oder sich via Facebook oder Twitter mit seinen Freunden auszutauschen. Und mit der immer weiteren Verbreitung von Smartphones und mobilen Zugängen, kommen auch immer mehr Durschnittsuser in den Genuss von „Always On“ Zugängen.
Ein Problem allerdings tritt jetzt erst richtig zu Tage. Die Frage der Umgangsformen. So lange das Web noch ein abgeschotteter Bereich für Geeks und Nerds war, galten auch deren oftmals sehr klare Umgangsformen. Mit dem Durchdringen des Web durch alle Schichten und Charaktere des täglichen Lebens tauchen nun aber im Netz auch die gleichen Probleme wie im Alltag auf. Laute Proleten dominieren Chats, unwissende Gegner polemisieren gegen Technik und User.
Wir brauchen tatsächlich Regeln für das Web, aber nicht wie die meisten das wünschen, durch Verbote, Filter und Sperren. Wir brauchen einen gesellschaftlichen Konsens auch über die Umgangsformen im Netz. Denn dieser Kanal der Kommunikation wird immer mehr unseren gesamten Alltag durchdringen.
Beim Web 2.0 geht es um Umgangsformen. Um Kommunkation auf Augenhöhe. Und wir müssen akzeptieren, dass mit Web 2.0 die Grenze zwischen Privat und Beruf in der Kommunikation verschwimmt. Dass hier Verbote und Trennung schlicht nicht mehr funktionieren. Wer mobil Zugriff hat, wer always online ist, der lacht über Zugangsverbote. Denn er findet sie unsinnig und die Arbeit behindernd.