Der Curiosity Lego Rover, gelebte Wissenschaft

20140626_17225420140626_182321Als ich auf der Plattform Cussoo von Lego (heute heißt sie Lego Ideas) das Konzept eines NASA Ingenieurs sah, der auch beim Bau des echten Marsrovers beteiligt gewesen war, ahnte ich schon, dass das ein Erfolg werden könnte.

Was kann nerdig geekiger sein, als ein Modell eines echten astronomischen Instruments mittels Lego  nachbauen zu können. Wie zu erwarten, war das Projekt ein voller Erfolg und den Rover gibt es jetzt tatsächlich im Programm von Lego. Bevor jetzt aber alle die Seite von Lego stürmen. Der Bausatz ist im Moment ausverkauft und auch ich kam nur durch Glück an einen Bausatz. Aber es lohnt sich, immer wieder mal nachzusehen, wobei  man aufpassen sollte, denn der Originalpreis von Lego liegt bei ca. 30 Euro. Die meisten Bausätze, die man bei Amazon kaufen kann, sind wohl aber über Hamsterkäufe gebunkerte Bausätze, die meist völlig überteuert für 80 Euro und mehr angeboten werden.

Der Bausatz selbst ist nicht sehr schwer aufzubauen, was mir besonders gefällt ist die Bauanleitung, die im Gegensatz zu den üblichen Anleitungen von Lego auch noch jede Menge Zusatzinformationen zur Curiosity Sonde bietet. In der Verpackung befindet sich ein kleines Booklet, das die Anleitung in Englisch, Französisch und Spanisch enthält, man kann aber eine deutsche Version bei Lego herunterladen. Der Bausatz wurde mit sehr viel Liebe zum Detail entworfen, insbesondere die Federung der 6 Räder ist sehr gelungen nachgebildet und das Modell an sich so stabil, dass man es nicht nur als Regaldekoraton sehen sollte, sondern durchaus auch damit spielen kann.

Freigegeben ist der Bausatz ab 10 Jahre, versierte Lego Bauer jüngeren Alters dürften aber auch keine Probleme damit haben, es sind allerdings viele kleine Steine verwendet worden, so dass hier sicher die Unterstützung eines Erwachsenen das ganze nochmal frustfreier gestaltet

Wer auch nur ein wenig Interesse an Astronomie, Robotern und der Erforschung des Weltraums hat, für den ist der Rover wirklich eine sehr empfehlenswerte Sache und ein nettes Geschenk allemal für jeden Astronomiebegeisterten.

Und was mir persönlich an diesem Bausatz am besten gefällt. Er ist so originalgetreu wie möglich und vermittelt auf wunderbar spielerische Weise wissenschaftliches Denken und wissenschaftliche Inhalte. Die Informationen in der Anleitung reizen förmlich dazu, noch mehr über das Modell erfahren zu wollen.

Anbei noch ein paar Eindrücke vom Bau des Rover.

 

 

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Gratulation an die ESA, Rosetta ist aufgewacht

Mit einem „Hallo Welt“ hat sich die Sonde Rosetta aus ihrem zwei jährigen Schlaf zurück gemeldet. Nun kann sie im November auf einem Asteroiden landen. Was für eine Ingenieursleistung. Hier Bilder vom entscheidenden Moment:
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Astronomie als Event. Wie man Kinder an die Wunder des Weltalls heranführt und warum Open Source hier eine entscheidende Rolle spielt

Ich bin begeisterter Amateurastronom. Zwar sehr rudimentär, aber ich arbeite daran. Mit einem Celestron Teleskop abends die Planeten, den Mond und die Sterne zu beobachten ist immer wieder faszinierend. Und man kann diese Faszination dank Computertechnik aus seinen Kindern sehr gut vermitteln. Zum einen gibt es wundervolle Astronomiesoftware als OpenSource.
Ans Herz legen kann ich hier vor allem Stellarium, das ein sehr realistisches Bild des Himmels darstellt

Es wird auch der Boden eingeblendet, um eine möglichst realistische Darstellung des Abendhimmels zu erreichen.

und zudem die Möglichkeit hat, die motorgetriebenen Teleskope von z.B. Celestron anzusteuern und auszurichten. Dort kann man dann auch die Bewegungsprofile von Satelliten mit einblenden. Ein guter Überblick über Software , die zum einen als Planetarium fungiert, zum anderen auch die Flugbahnen von Satelliten darstellen kann, findet sich auch unter „CelesTrak„. Herausheben möchte ich das von mir sehr gerne genutzte Satscape,

Satscape
Die Flugbahnen werden auf Wunsch auch auf eine 3D Darstellung der Erde projeziert.

das neben der Darstellung der Satelliten auf einem 3D Globus auch noch eine Sprachausgabe anbietet, so daß man bei der Sternenbeobachtung direkt angesagt bekommt, ab wann die z.B. die ISS am Nachthimmel sichtbar ist. Und bevor jetzt wieder jemand sich beschwert, woher das Geld für ein so teures Teleskop nehmen. Mal bei Amazon vorbeischauen, bei den Warehouse Deals kann da helfen. So kam ich für die Hälfte des Originalpreises an ein Celetron Einstiegsteleskop mit Computernachführung.

Multimedial wirds bei NASA und ESA. Dort gibt es viele beeindruckende Fotos, Filme und bei der NASA zudem NASA TV. Dort beobachten wir immer gerne die Live Übertragungen der Shuttle Starts und die Berichte von der ISS. Man kann hier live die Arbeit der Astronauten verfolgen. Und wer selbst als Amateur mithelfen will, findet unter Spacehack einiges an Möglichkeiten, sich aktiv an der Erforschung des Weltalls zu beteiligen.

Ich zum Beispiel helfe gerne gelegentlich bei der Kartographierung des Mondes, der Analyse von Staubpartikeln der Stardust Sonde oder der Beobachtung von Sonnenstürmen, alles zu finden im Zooniverse. Find ich viel spannender als dröges Fernsehen am Abend. Und wenn ich mir dumme Sendungen im Fernsehen spare und hochrechne, wie lange der Durchschnittdeutsche täglich vor dem TV sitzt (bis zu 4 Stunden täglich) dann habe ich pro Woche mindestens 28 Stunden für intelligentere Tätigkeiten als TV Starren.

Willkommen zu hause Hayabusa! Was für eine flammende Heimkehr!

Die Raumsonde Hayabusa ist heute mit Material eines Asteroiden „nach hause“ gekommen und das nach siebenjähriger Mission. Planmässig verglühte sie in der Atmosphäre über der australischen Wüste, nach dem sie die Proben des Asteroiden abgeworfen hatte. Gratulation zu dieser gelungenen Mission, die zwar länger dauerte als geplant und zum Schluss nur noch mit einem von vier Triebwerken durchgeführt wurde, aber letztlich die Proben sicher nach hause brachte. Jetzt sind wir gespannt, was die Analyse der Proben ergibt.

Im Scienceblog „Astrodictium Simplex“ werden die Hintergründe der Mission noch etwas genauer beleuchtet.
Ein wahres Highlight für jeden Wissenschaftsinteressierten.. Hier die Aufnahmen der NASA vom Wiedereintritt der Sonde.

Mein Linux powered Teleskop Setup oder Plug and Play mit Linux

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Oben seht ihr meinen aktuellen Astronomie Setup  mit einem Celestron Nexstar mit computergesteuerter Nachführung und Ausrichtung.

Die kleine Steuerung rechts im Bild ist die normale Handsteuerung des Teleskops.

Damit lassen sich schon diverse Objekte ansteuern und die Ausrichtung des Teleskops vornehmen. Das geht über die Justage an drei Sternen am Himmel besonders einfach.

Danach kommt der links zu sehende Netbook ins Spiel.Über ein RS232 auf USB Adapterkabel hab ich ihn mit der Schnittstelle des Teleskops verbunden. Der Adapter wird von ubuntu automatisch an /dev/ttyUSB0 erkannt. Dann Stellarium gestartet, dort unter Einstellungen die Celestron Ansteuerung ausgewählt, das Teleskop justiert und schon kann ich mit Hilfe des Programms jeder beliebige Stern auf der 3d Sternkarte des virtuellen Planetariums angewählt werden und das Teleskop richtet sich nach Eingabe von STRG Teleskopnummer (Bei mir Teleskop 1) automatisch auf diesen Stern aus. Ich musste dafür keine Treiber installieren, nichts neu konfigurieren. Es war einfach Plug and Play. Perfekt, so lob ich mir das.