Die eigentliche Belastung sind all die guten Ratschläge.

Ich glaube nicht, dass wir schlechter leben, ungesünder essen oder falsche Prioritäten haben.

Was wir haben sind jede Menge angeblicher Lebensexperten, die uns heute erklären, dieser Lebensstil sei der einzig heilsbringende, Morgen der genau gegenteilige. Das Wissen besteht aus Ausschnitten, Annahmen und ideologischer Verblendung. Und es sorgt dafür, dass wir irgendwann fast immer annehmen, etwas falsch zu machen. Ist das, was ich gerade esse richtig? Darf ich noch in diese ach so gefährli he virtuelle?… den ganzen Text lesen

Warum Klapse für mich kein negativer Begriff ist und SAT1 keinen Fehler gemacht hat

Meine Klapse war ein toller Ort für mich.

Am 5. September war ich beim SAT1 Frühstücksfernsehen zu Gast. Die Reaktionen darauf waren überwiegend sehr positiv, nur mockierten sich manche über den Begriff „Klapse“, den Alina Merkau, die Moderatorin benutzt hat.

Zur Erklärung. #ausderklapse als Hashtag habe ich auf Twitter während meiner Zeit in der Klinik. Ich habe bewußt „Klapse“ gewählt, ein Begriff, der viel von Menschen benutzt wird, die uns psychisch Kranke gerne mit Vorurteilen belegen.… den ganzen Text lesen

Einen Scheiß muss ich

„Dein Leben hat dich doch sicher völlig verändert?“ „Was machst du denn jetzt alles anders?“ „Hast du nicht immer noch Schuldgefühle?“

Fragen, die man mir gelegentlich stellt, mittlerweile seltener, weil mehr und mehr Menschen die Antwort bekannt ist. Die lautet profan, direkt und ohne Filter „einen Scheiss muss ich„. (Übrigens auch ein sehr amüsantes Buch)

Verdammt nochmal, ich hab die dunkelste Stunde meines Lebens überlebt. Würde ich das ganze visualisieren wollen, so war da schon die Flatline des Herzstillstands.… den ganzen Text lesen

Schaffst du das denn?

Mittlerweile steigt das Interesse an mir, meiner Geschichte und dem Buch. Diverse Zeitungen haben mich interviewt, auf dem deutschen Patientenkongress werde ich zwei Programmpunkte bestreiten, ich bin zu einem Interview nach Lübeck geladen und auf eine Veranstaltung in München.

Lesungen kommen noch dazu, unter anderem in Regensburg und Düsseldorf.

Natürlich kriege ich jetzt beständig die gleiche Frage zu hören: Schaffst du das denn?

Ja! Warum denn nicht. Das macht mir Freude, ich spreche gerne vor Menschen und das Thema Depression in die Öffentlichkeit zu bringen und zu entstigmatisieren ist mir sehr wichtig, weil das auch direkt mir hilft.… den ganzen Text lesen

Danke Depression, dass es dich gibt

Ist der jetzt ganz durchgeknallt? Bin ich nicht. Auch wenn das manche von mir gerne behaupten würden, um zu verhindern, dass meine Stimme noch mehr Gewicht bekommt.
Ja, ich bin meiner Depression in gewissem Sinn dankbar. Meine Frau sagte in einem TV Interview, die Krankheit habe uns in Tiefen blicken lassen, die sonst kaum jemand erreicht. Ich habe viel über mich gelernt in der Zeit in den Kliniken. Weniger durch die Therapiesitzungen als durch die Gespräche mit anderen Patienten, die bedingt durch den Zusammenbruch und die gemeinsame Leidensstrecke offener über ihre Gedanken, Ängste und Gefühle sprachen, als jemals jemand außerhalb des Refugiums Klapse.… den ganzen Text lesen

Halt doch endlich die Klappe mit deiner Depression

Ich kenne die Liste der Menschen, die das sicher gerne zu mir sagen würden. Aus meist in etwa den gleichen Gründen. Weil sie nicht wollen, dass meine Geschichte prominent wird und bleibt. Weil sie eigene Fehler nicht sehen (wollen) und deshalb jede potentielle Indikation eines Fehlverhaltens jenseits meiner eigenen Entscheidungen eher in Drohbriefen als Dialogen mündet. Aber ich merke auch ungeheuer viel positives Feedback. Lob für Inhalt wie Form meines Buchs, Lob für die öffentlichen Vorträge und Lesungen.… den ganzen Text lesen

Dein Gedanke ist meine Realität

Wir leben im Autopilotmodus. Und die meiste Zeit ist er uns überhaupt nicht bewußt. Es gibt kleine, lichte Momente wie Brüche in der Zeit. Diese Momente fördern versteckte Wünsche, Träume, Ziele hervor. Aber leider tritt sehr schnell unser innerer Richter auf den Plan, erklärt uns die Unsinnigkeit unserer Fantasien, die Unmöglichkeit unserer Träume.

Ich rede hier nicht von den Dingen, die uns eine scheinbare Zufriedenheit bieten wie das neueste Smartphone, das SUV, das größer, schimmernder, glänzender ist als das des Nachbarn.… den ganzen Text lesen

Ich tick vielleicht nicht richtig, aber ich bin keine Bombe.

Viele mir nahe stehende Menschen haben schon immer gewußt, dass von mir keine Gefahr ausgeht. Aber mit dem Suizidversuch scheint es plötzlich auch Menschen zu geben, die bei jeder Äußerung, die nicht abrundtief positiv ist, den Verdacht  haben, ich wolle mich vom nächsten Dach stürzen.

Dass ich weiterhin depressiv bin, hat nichts damit zu tun, dass ich suizidal wäre. Im Gegenteil. Nie war ich mir der Risiken mehr bewußt und vermeide sie, so gut es geht.… den ganzen Text lesen