Man ist so alleine

Wenn sie da ist, fühlt man sich plötzlich wie ein Astronaut einsam im All. Man blickt hinunter auf die Erde, auf die Menschen, deren Leben, deren Lebenswege. Man erinnert sich an die Schmerzen, die Trauer, die vernarbten Seelenschichten, die man sich nach und nach zugelegt hat, bis der Panzer einen so weit weg von den Menschen getragen hat, dass man irgendwann wie ein Astronaut auf einer fremden Welt nur noch mit dem Seelenpanzer nach draußen konnte.… den ganzen Text lesen

Von der Dankbarkeit, überlebt zu haben

Ich lebe noch. Das ist etwas, das für mich keineswegs selbstverständlich ist. Es gab Momente, da war das Ganze auf Messers Schneide. Mehr davon, als ich mir jemals eingestanden habe. Und es gab einen Moment, da stand ich an der Klippe und es war gar nicht klar, ob mich mehr Menschen fallen oder mich retten sehen wollten.

Damals hat mich ein Mensch gerettet und ich weiß nicht, was ohne meine Frau geschehen wäre.… den ganzen Text lesen

Freilandhaltung, die Fortsetzung von „Depression abzugeben“

Weil weder Bastei Lübbe noch meine Agentur an ein Leserinteresse für „Freilandhaltung“ glaubt, gehe ich jetzt mal einen anderen Weg. Ihr könnt hier die ersten drei Kapitel nach und nach lesen. Gebt Kommentare, teilt die Kapitel, schreibt darüber.

Ich möchte von meinen Lesern wissen, ob daraus doch noch ein Buch werden soll. Denn eigentlich fing meine Geschichte erst mit der Entlassung so richtig an.  Der Text ist in der ersten Rohfassung, noch ohne großes Lektorat, also quasi frisch aus der Feder (Aehm, Tastatur)

Und nun viel Spass mit Vorwort und Kapitel 1: Bald mehr.… den ganzen Text lesen

Wie ich mich fühle, wer ich bin

Die Kälte bohrt sich in meine Knochen. Nicht eine äußere Kälte, es ist Sommer, draußen streichen Sonnenstrahlen sachte über das saftige Grün der Felder.  Ich sehe Menschen Hand in Hand spazieren gehen. Paare, Familien, Freunde. Die Sonne wärmt sie und die Wärme in ihren Herzen. Was würde ich darum geben, davon auch nur einen Hauch zu spüren. Ich weiß, ich bin erst zwölf, solche Gedanken sollte ich gar nicht haben. Aber sie sind da, sie bohren, hämmern im Kopf, verursachen Schmerzen jenseits des Körperlichen.… den ganzen Text lesen

Die Angst, etwas verpasst zu haben. Meine ganz persönliche Midlifecrisis

Mit Ängsten kenne ich mich aus. Nach einem halben Jahr in der Psychiatrie und einer zweiten angstgestörten Runde in der Tagesklinik kenne ich meine Angst. Aber wie das so ist, gerade meint man, jemand kennengelernt zu haben, da eröffnen sich ganz neue Seiten.

Vielleicht liegt es auch einfach am Alter. Ja, ein Klischee, aber bei mir fing es tatsächlich gefühlt mit dem 50. Geburtstag an. Und mit der Furcht, etwas nachhaltig kaputt gemacht zu haben.… den ganzen Text lesen

Warum sich zusammenreißen mich fast zerrissen hätte

Wir leben in einer Zeit der Lügen. Damit meine ich nicht Fake News, sondern Fake Leben. So vieles, was wir heute tun, tun wir nicht aus eigener intrinsischer  Motivation, sondern weil wir irgendwem meinen irgendwas beweisen zu müssen. Dabei verschwindet aber mehr und mehr unser eigenes Wertegefüge, unsere Prioriäten und Wünsche.

Wir sollen im Job möglichst brav, karrierebewußt und folgsam sein. Im Privaten habe ich den Eindruck, dass sich an dem ewigen Vergleichen mit anderen nichts geändert hat.… den ganzen Text lesen

Es gibt mehr Depressionserkrankte, akzeptiert das endlich!

Warum nur wird immer wieder gebetsmühlenartig behauptet, es gäbe nicht mehr Erkrankungen an Depressionen sondern nur mehr Diagnosen, wo ich Tag für Tag erlebe, wie die Zahlen steigen von Menschen, die aus psychischen Gründen ausfallen und oft ohne Diagnose.

Vermutlich, weil dann Rektoren, Politiker, Manager und Kultusminister und vielleicht so mancher Arzt oder Psychologe eingestehen müsste, dass unsere Gesellschaft immer kranker macht und es eigentlich so nicht weitergehen darf. Aber halt, da ist ja der Profit.… den ganzen Text lesen

Vom Wert des Menschen und seiner (Un-)Wirtschaftlichkeit

Als Mensch mit Depressionen ist ein immer wieder ausgetragener Kampf der, seinen eigenen Wert zu erkennen und anzuerkennen. In der Depression und meist auch zwischen Episoden habe ich mich stets für weniger wert als andere Menschen gehalten, für defizitär, einfach falsch. Dabei gibt es meiner Ansicht nach nur einen alleingültigen Wert. Den der puren Existenz.

Das ist aber natürlich kein Wert, der wirtschaftlich irgendwie ausgebeutet werden kann. Daher ist er auch nichts, was man gerne kommuniziert sehen will, insbesondere nicht im Unternehmen oder der Wirtschaft allgemein (es sei denn, man kann die Botschaft zwischen Buchdeckel pressen, aber dann ist man ja schon wieder indirekt ein Wirtschaftsfaktor).… den ganzen Text lesen