Die Lehre aus dem Fall ADAC: Es verlieren alle.

Nicht das es mich zu sehr überrascht hätte. Das war ja nicht der erste Fall, bei dem Mauscheleien aufgedeckt werden. Aber mit jedem solchen Betrug schwindet die Glaubwürdigkeit insgesamt. Das ist das eigentlich schlimme daran. Denn eigentlich verliert damit nicht nur der ADAC an Glaubwürdigkeit. Kann ich denn jetzt wirklich bei anderen Rankings annehmen, die wären objektiv erstellt worden?

Und wer sagt mir denn, dass all die Meinungsumfragen und Stimmungsbarometer nicht auch mit falschen Zahlen schön gerechnet oder autraggebergerecht gemacht wurden? Schließlich ist es doch schon auffallend, wie oft Studien genau zu den Ergebnissen kommen, die für die Auftraggeber möglichst positiv sind. Und hier muss noch nicht mal betrogen werden. Schon das Stellen der richtigen Fragen reicht oft, um eine Studie oder Umfrage positiv oder negativ zu einem Thema ausgehen zu lassen.

Wir sollten uns immer bewußt sein. Nur weil es eine Nachricht gibt, dass die Bevölkerung oder die Zielgruppe X denkt oder Y möchte, muss das nicht zwangsweise der Wahrheit entsprechen. Es gilt immer zu hinterfragen und zu versuchen, die berühmte zweite, besser noch die dritte Meinung hinzuzuziehen. Und auch wie bei so vielen anderen Themen ist wichtig. Verschaffe dir Medienkompetenz. Lerne einzuschätzen, welches Medium wie glaubwürdig ist. Und glaube nichts, nur weil es eine Zeitung oder ein Sender behauptet. Die Wahrheit ist da draußen. Aber meist nur in Teilen sichtbar. Wenn ein deutscher Konzern eine Studie zur Qualität seines Produktes im internationalen Vergleich in Auftrag gibt, würde ich mich ehrlich gesagt wundern, wenn dann nicht in der Pressemitteilung nachher steht, wie gut das Produkt doch abschneidet. Und sollte es wirklich gar nicht möglich sein, die Daten zu pimpen. Na dann gibts ja immer noch Ablage P wie Papierkorb.

Vielleicht ist auch das etwas, warum ich Social Media so sehr schätze. Ich bin nicht mehr auf die Sprachrohre der Konzerne angewiesen, die Presse und das Fernsehen. Ich kann direkt bei Menschen fragen, die mit dem Unternehmen zu tun haben oder hatten und kann direkt bei Nutzern von Produkten nachfragen, ob sie zufrieden sind.

Und was für mich noch viel interessanter ist. Man kann die eigentlich niedrigen Zahlen der Teilnehmer an der Umfrage auch noch anders deuten. Das Auto verliert als Relevanz. Sowohl als Statussymbol, da wurde es vor allem bei der jungen Generation mittlerweile vom Smartphone abgehängt. Und zudem auch als wichtiges Verkehrsmittel. Wer auf der Autobahn dauernd im Stau steht, in der Stadt mehr mit Parkplatzsuche als allem anderen beschäftigt ist und immer mehr Geld in die Pflege des technisch immer aufgerüsteteren Gefährts und immer höhere Summen in den Tank steckt, der erkennt irgendwann, dass er vielleicht gar kein Auto mehr braucht. Das aber würde für den ADAC bedeuten, einen Mitliederschwund zu erleben. Und da wollte man wohl gar nicht erst den Eindruck erwecken. Des Deutschen liebstes Kind wäre das Auto gar nicht mehr.

 

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