Google, Apple, wir hatten vor den Falschen Angst

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Auch am Wahlergebnis war ablesbar: Die Überwachung ist wohl doch kein so wichtiges Thema für den Durchschnittsbürger

Google die Datenkrake, Apple will alles über uns wissen. Solche und ähnliche Klagen haben wir in den vergangenen Jahren zuhauf gehört und hören wir noch heute. Seltsam daran, darüber berichtet die Presse, das wird in der Bevölkerung diskutiert. Dabei ist das meiner Ansicht nach sehr kurzsichtig um nicht zu sagen falsch.

Googles Geschäftsmodell bedingt neben der Datenanalyse vor allem auch ein Vertrauensverhältnis mit dem Nutzer. Ja, Google analysiert was wir suchen, aber das wird abstrahiert. Denn sind wir doch mal ehrlich. Was bringt es mir für die Optimierung von Suchergebnissen, wenn ich genau weiß, was Peter Lustig sucht? Dann kann ich ja schon bei Peter Traurig noch mal von vorne mit der Datenerhebung beginnen.

Was viele ignorieren ist, dass die abstrahierten Surfverhalten von PersonenGRUPPEN für Google von viel größerem Interesse sind, als die einzelne Person. Und für andere Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Yahoo gilt ähnliches.

Das ist auch der Grund, warum ich die Wut der großen Player auf die NSA für durchaus ehrlich halte. Denn genau das, was man Google et al immer vorwirft, die einzelnen Nutzer auszuspionieren hat die NSA gnadenlos gemacht. Inwieweit da die Unternehmen wirklich freiwillig  mitgeholfen haben, kann ich natürlich nicht sagen, ich gehe aber stark davon aus, dass hier oftmals auf die eine oder andere Art Druck ausgeübt wurde.

Seltsam nur, wie wenig dieses Thema in der Öffentlichkeit behandelt wird, wie wenig Druck auf die Politik gemacht wird und wie ignorant die meisten Bürger damit umgehen. Statt auf die Barrikaden zu gehen gegen eine Spionage, die WIRKLICH in das Privatleben jedes einzelnen eingreift, wird weiter auf die Datenkraken Google und sonstige gebasht. Man sieht wieder einmal, was populistisch auch durch die Medien ausschlachtbar ist, das wird kolportiert, wo es aber an die wirklich relevanten Themen geht, die auch mit eigenen Maßnahmen und direkteer Einflussnahme auf die Politik geändert werden könnten, da wird der brave Michel plötzlich ganz still.

Auf Google schimpfen geht immer, da glaubt man ja, dass nur Geld dahintersteckt und die sind ja wie wir alle durch die Medien brav gelernt haben sowieso böse.

Warum funktioniert dies aber nicht bei den eigentlich bösen? Warum regen sich so wenige WIRKLICH über die Machenschaften von NSA und Co auf? Weil damit zu befassen wirkliches Interesse voraussetzt anstelle schlichten nachgeplappers dessen, was die eigene Peergroup meint.

Und das ist den meisten dann doch zu anstrengend.

Amüsant am Rande, dass jetzt der „oberste Sprecher“ aller Blogger das Internet für kaputt erklärt. Und damit kommt er an. Denn was kaputt ist, ist ja eigentlich unsere Gesellschaft, aber das würde ja… richtig, wieder heißen, man müsste sich selbst so seine Gedanken machen. Da ist dieses böse Internet doch viel einfacher als Schuldiger auszumachen. Das neumodisch Zeug wollte die Mehrheit ja eh noch nie (weil sie es nicht begreifen will).

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