Gedanken zum Jahresanfang: Was kommt 2014 auf uns zu?

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Das nächste grosse Ding. Wearable Computing

Ich lasse zu Beginn des neuen Jahres immer wieder gerne Revue passieren, was alles geschehen ist, wo meine Prognosen stimmten und wo ich daneben lag.

Ein großer Irrtum meinerseits war der sinkende Bedarf an Smartphones, der so (noch) nicht eingetreten ist. Allerdings merkt man, auch gerade im Moment beim Start der CES in Vegas, dass der Fokus der Unternehmen aus der IT Branche weg von den Smartphones und Tablets hin zu Wearable Devices und Smart Homes geht. Daher dürfte auch in der IT Branche das eigene Haus in den Fokus rücken bzw. die Mietwohnung. Insofern erwarte ich nach den bislang auf den Markt gekommen stark invasiven Lösungen, dass die Hersteller nun mit einfachen Plug&Play Geräten an den Markt gehen, die keinen großen Umbau verlangen sondern sich nahtlos in bereits bestehende Infrastrukturen einfügen. Intelligente Zusatzstecker, Glühbirnen und Hausgeräte mit WLan werden für immer mehr Menschen interessant werden, die bei der Neuanschaffung diesen Teil mit in die Überlegungen einbeziehen. Und was seit Jahren zu beobachten ist, wir nun auch oder gerade für die ländlichen Regionen relevant. Breitbandige Anbindungen werden immer mehr über über den Erfolg von Neubaugebieten entscheiden.  Wir haben zwar keine Konsumsättigung aber eine gewisse Technologiesättigung erreicht. Das nächste, noch schnellere Smartphone macht keinen wirklichen Unterschied mehr auch eine höhere Displayauflösung ist mehr ein technisches Datum denn ein visuell für die meisten wirklich erkennbarer Unterschied. Spannend dürften hier vor allem Aspekte wie Sicherheit (Iriserkennung etc.) sowie die Techniken für gebogene Displays sein, wie ja bereits in ersten Interviews zum Beispiel für das Note 4 angedeutet.

Denn für die Generationen, die nun ans Kaufen oder Bauen denken ist der Breitbandanschluß so natürlich und elementar wie für uns der Strom oder das Wasser.

Und wir werden eine noch intensivere Verschmelzung von Beruf und Privat erleben. Angetrieben aber nicht von den Unternehmen, die oft noch über Mitarbeiter wie über Produktionsgüter denken, sondern von den jetzt auf den Arbeitsmarkt drängenden, intelligenteren Generationen, die solche Restriktionen wie nichts privates am Arbeitsplatz als das entlarven werden, was sie sind. Unsoziale Einschränkungen, die bar jeglicher heutiger Lebensrealität sind. Mit Smartphones, Smartwatches und sicher noch unauffälligeren Lösungen als Google Glass wird die junge Generation immer auch privat unterwegs sein und das auch einfordern.

Wir sind auch Mensch wenn wir ein Unternehmen betreten und dank neuer und immer unsichtbarer werdender Technologien würde es schon eine sehr restriktive und intolerante Vorgehensweise einfordern, würden Unternehmen dies wirklich heutzutage noch ernsthaft verhindern wollen.

liveblogger

In Zukunft ist nicht wichtig, wo ich arbeite und wann, sondern was.

Zumal dies, so denn richtig angewendet eher zum Vorteil gereicht denn zum Nachteil. Gerade die jungen Unternehmen und die Querdenker führen uns immer wieder vor, dass die im Moment immer wichtigeren Innovationen nicht aus dem starren Korsett fest niedergelegter Prozesse sondern aus dem kreativen Geist eines frei arbeitenden Menschen kommen. Und wir werden den Beginn einer Entschlackung der Führungsebenen erleben. Denn wo ich mich über technologische Wege auf dem kurzen Dienstweg gar über Unternehmensgrenzen hinweg unterstützen kann, wo der Crowdsourcing und Crowdfunding-Gedanke immer mehr an Fahrt gewinnt, ist es mittlerweile geradezu für den Erfolg des Unternehmens wichtig, mehr Freiräume zu bieten. Denn die echten Talente werden vielleicht nicht in ein anderes Unternehmen abwandern sondern gleich ihr eigenes Ding, gefördert von der Crowd aufziehen und damit wichtige Innovation dem in deren Fall innovationsfeindlichen Arbeitsumfeld entziehen.

Und mit Blick auf NSA und Datenskandale, auf Arbeitsbedingungen und Einkommensscheren werden immer mehr Menschen auch ethische und moralische Gründe für oder gegen einen Arbeitgeber, für oder gegen ein Produkt ins Feld führen. Und dank der Möglichkeit, Werbebotschaften im Netz direkt zu hinterfragen, hinter die Fassade der ach so netten, aber auch ach so gleichen Unternehmensfilme (Stichwort Obststand Didi) zu blicken, braucht es mehr Ehrlichkeit in der Wirtschaft. Immer weniger Menschen glauben tatsächlich noch Werbelügen oder Hochglanzbroschüren. Die Kaufentscheidung fällt in der Cloud und wird maßgeblich von anderen Nutzern und insbesondere von Opinion Leadern wie Bloggern oder bekannten Größen in den sozialen Netzen befeuert.

Rein technologisch werden wir das Jahr der Wearable Devices und des Smart Homes erleben, nicht in der breiten Masse, aber das Thema findet jetzt endgültig seinen Anfang, ist sowohl technologisch als auch finanziell vernünftig durchführbar. Und durch diese beiden Komponenten werden wir uns auch im Alltag noch mehr mit unserem privaten Umfeld vernetzen, auch wenn wir gerade im Büro sind.

Der Satz: „Ich lebe und arbeite in X“ ist von gestern (und so immer schon schrecklich, weil er suggeriert, dass man nur außerhalb der Arbeit leben kann.“ Mein bereits seit langem geforderter Begriff der Work-Life Integration wird in 2014 noch verstärkt werden und letztlich werden wir erleben,wie Arbeit und Privat immer mehr verschmelzen. Wenn wir als Arbeitnehmer hier aktiv teilhaben dann zum Guten. Lassen wir diese Themen nur von den brainstormenden Verwaltern entscheiden, werden wir noch mehr kontrolliert, als schon jetzt. Die Karrierebibel titelte so schön: Transparenparadoxon: Vor dem Chef verstecken macht produktiver.“ Und da ist was wahres dran, denn viele arbeiten im Angesicht ihrer Vorgesetzten, so wie sie sollen, bzw. wie sie glauben, dass der Chef es sehen will. Sind sie alleine, arbeiten sie dann oft so, wie es für die Erledigung der Aufgabe am besten ist und zudem auch der Arbeitsatmosphäre dient.

Oder wie ich zu sagen pflege. Der Mitarbeiter, der jeden Tag vier Stunden arbeitet, um ein Ziel zu erreichen, ist mir lieber als der Mitarbeiter, der 8 Stunden so arbeitet, wie sein Chef es von ihm erwartet oder wie es die Prozesse vorschreiben.

Wer eigenverantwortliche als Mitunternehmer denkende Mitarbeiter will, muss auch die dafür notwendigen Freiräume erlauben.

Wir arbeiten nicht alle mit den gleichen Methoden gleich gut. Das ist eine Illusion, die die Controller gerne hätten. Aber das ist jenseits jeder Realität

 

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