Das Handgelenk, Technologien und die Frage nach dem Sinn

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Pebble und Galaxy Gear, zwei unterschiedliche Ansätze, nur einer ist wirklich sinnvoll und es gewinnt für manche überraschend die Pebble.

Als die Pebble auf Kickstarter begann, Geld einzusammeln um ein marktreifes Produkt zu werden, hätte sich wohl niemand wirklich träumen lassen, welchen Hype das auslösen würde.

Seitdem sind einige Smartwatches angekündigt (laut meiner eigenen Liste mittlerweile 26, von denen zumindest erste Vorproduktionsmodelle existieren) und auch die Big Player, allen voran Samsung aber wohl auch Apple und Google springen auf den Hype auf.

Aber macht das alles wirklich Sinn? Was muss eine Smartwatch haben, um erfolgreich zu sein bzw. wird sie jemals zum Erfolg werden?

Ich denke, es wird bei einer wenn auch attraktiven Nische bleiben.

Denn was erwarte ich eigentlich wirklich von einer Smartwatch?

Zum einen, sie  muss mir alle für mich interessanten Informationen auf ihrem Display bieten. Dadurch fällt zum Beispiel bereits die Galaxy Gear durch, die mir oft nur mitteilt, dass ich eine Information bekommen habe, aber nicht welche.

Soll sie das Smartphone komplett ersetzen? Nachdem ich in einem früheren Artikel für ein vollwertiges Smartphone im Uhrenformat plädiert habe, sehe ich die Sache mittlerweile etwas differenzierter. So lange eine Smartwatch das Smartphone nicht in jedem Belang ersetzen kann, muss ich ja immer noch ein Smartphone mit mir führen.

Schliesslich ist das auch mit ein Grund für den Trend der immer größeren Smartphones, mit größerem Display kann ich nämlich immer mehr Dinge direkt am Smartphone erledigen, für die ich früher Tablet oder Notebook verwendet hätte.

Dann brauche ich aber eigentlich nicht ein zweites Smartphone am Handgelenk, sondern vielmehr eine intelligente Ergänzung. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, mit der Smartwatch am Ohr oder vor dem Gesicht zu telefonieren. Sieht schon bei Freisprecheinrichtungen albern aus und wird damit nicht besser. Was ich mir durchaus für eine Smartwatch wünsche sind Fitnesssensoren, die unabhängig vom Smartphone funktionieren, denn hier ist der Bereich, der die eigentlich interessante Domäne einer Smartwatch werden dürfte. Fitnesstracking, Quantified Self.

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Vielversprechend was das Gesamtkonzept und den Preis angeht, die Kreyos

Und was ebenfalls wichtig sein dürfte ist eine extrem einfache Bedienung sowie ein vernünftiger Preis. (mal wieder abgesehen von Apple, die sich sicher eine Uhr für das 3 bis vierfache des vernünftigen Smartwatch Preises abkaufen lassen) .

Für mich liegt hier die Schmerzgrenze bei 200 Euro, wobei ein realistischer Preis für eine Massenprodukt, gerade mit Blick auf die zusätzlich Anschaffung eines Smartphones knapp über 100 – 150 Euro liegen dürfte.

Und bei der Bedienung müssen wir nur einmal auf die Taschenrechner blicken, die eine Zeit lang als intelligente Uhren verkauft wurden. Für kurze Zeit ein Hype verschwanden sie doch sehr schnell wieder, weil man sie einfach nicht praktikabel nutzen konnte.

Im Moment schätze ich die Kreyos Smartwatch als beste Annäherung an ein sinnvolles Smartwatch Konzept ein, und die Pebble als die Version, die von Preis Leistung und Batterielebensdauer am optimalsten ist. Denn ganz ehrlich, es nervt mich schon, mein Smartphone täglich laden zu müssen. Eine Smartwatch muss da deutlich länger halten. Da muss eine Laufzeit von mindestens mehreren Tagen drin sein, insofern sehe ich den größten Erfolg im Moment immer noch bei Modellen mit eInk, da diese bedingt durch die Technologie mit ordentlichen Laufzeiten UND einer optimalen Lesbarkeit auch im Freien auftrumpfen können.

 

 

Ein Gedanke zu „Das Handgelenk, Technologien und die Frage nach dem Sinn

  1. Aus meiner Sicht gibt es aktuell noch weitere Erfolgsfaktoren für eine brauchbare Smartwatch.

    Neben der Akkulaufzeit muss sie Wasserdicht sein. Somit scheiden Funktionen wie Kopfhörer-Anschlüsse, USB-Ports, Kameras oder Mikrofone aus, die bei der Nutzung als reines Erweiterungsdisplay auch nicht benötigt werden. Statt dessen erwarte ich eigentlich die Möglichkeit eine Uhr kabellos zu laden und dazu abends einfach auf eine Platte auf dem Nachttisch zu legen. Somit wäre dann auch problemlos ein wasserdichtes Gehäuse möglich.
    Sollte Kreyos es wirklich schaffen ein echtes wasserdichtes Gerät zu bauen, wäre auch das mein Favorit, nur bitte kein Wasserdicht wie Sony es beim Xperia Z versucht hat…

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