Review: Nexus 5 – viel Smartphone für wenig Geld

Nexus 5 Rückseite

Rückseite meines Nexus 5

Im folgenden ein Gastbeitrag von David Redelberger : Danke David für diesen super Bericht:

Vor zwei Wochen bin ich vom Samsung Galaxy S3 auf das Nexus 5 umgestiegen. Auch wenn ein Bericht natürlich nie abschließend sein kann, kann ich sagen, dass das Nexus 5 momentan eins der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse auf dem Smartphone-Markt hat.

Das S3 ist ein sehr gutes Smartphone und ich hatte keinen zwingenden Grund, es zu wechseln. Allerdings wäre es Zeit gewesen, es mal wieder neu aufzusetzen, um unnötige Apps zu entfernen und die Performance zu steigern. Da ich jetzt aber auch schon über anderthalb Jahre damit unterwegs bin und ein Bekannter zufällig unbedingt das S3 gebraucht kaufen wollte, habe ich die Gelegenheit genutzt (außerdem bin ich ja Techniknerd 😉 ). Das Anschlusssmartphone meiner Wahl wäre eigentlich das Galaxy Note 3 gewesen, was ich aus einigen Gründen nicht gewählt habe, worauf ich am Ende dieses Artikels nochmals eingehen möchte.

Allgemein Ich habe also das Nexus 5 (weiß, 32 GB) gekauft, nachdem ich schon länger das Nexus 7 (2012) benutze und so die „Nexus-Experience“ bereits erfahren hatte. Zu den technischen Spezifikationen gibt es hier eine hilfreiche Übersicht von Google selbst, wenn man zum Punkt „technische Daten“ navigiert. Die sind als erster Anlaufpunkt ganz hilfreich, aber technische Daten sagen ja oft nur sehr wenig für die Alltagsnutzung aus.  

Design Ich bin kein Mensch, der besonders viel Wert auf Design legt. Das ist immer die Stelle, wo deutlich wird: Smartphones sind in erster Linie immer noch Werkzeuge, vor allem um auf vielfältige Weise online zu gehen. Von daher gefällt mir das Design auf einer nüchternen Ebene, vor allem die Materialwahl. Bei der Debatte Alu vs. Polycarbonat bin ich jemand, der nicht pauschal irgendetwas verteufelt, sondern vom Gefühl in der Hand entscheidet. Das Nexus 5 hat eine relativ rutschfeste Rückseite und sieht wertig aus. Da ich aber fest davon überzeugt bin, dass um ein Smartphone eine Hülle gehört (gerade bei den Preisen), ist das Material kein allzu wichtiger Aspekt. Ich habe gleich ein Gummicase in schwarz gekauft für den ersten Schutz, schaue mich aber weiterhin nach einem guten Flipcase und anderen Farben um. Auf der Vorderseite fällt der Telefonlautsprecher auf, der sich nicht ganz optimal in die schwarze Oberfläche einfügt. Sehr gut gefällt mir hingegen die LED, die im Vergleich zum S3 relativ dezent ist, nicht zu aufdringlich, aber trotzdem auf eine Benachrichtigung hinweist. Auch die Unterbringung auf dem unteren Teil der Vorderseite finde ich sehr gelungen, weil sie dort nicht unter anderen Elementen des Smartphones untergeht.

Nexus 5 Vorderseite

Vorderseite meines Nexus 5

Display Das Display ist ohne Übertreibung mit das beste, das ich je benutzt habe. Es ist unglaublich klar, hat eine gute Helligkeit und eine der Touchscreen ist sehr exakt. Im Vergleich zum AMOLED-Screen sind die Farben tatsächlich wie erwartet etwas weniger satt und intensiv, aber ich habe mich schnell umgewöhnt. Das Display führt auf jeden Fall dazu, dass ich beispielsweise YouTube auch wieder öfters mal auf dem Smartphone statt auf dem Tablet konsumiere, weil einerseits die Screengröße angenehm zum Schauen ist und andererseits das Anschauen auf dem Display echt Spaß macht.

Sound Was leider tatsächlich einer der wenigen echten Minuspunkte ist, ist die Soundqualität des Lautsprechers. Für mein Gefühl klingt der Sound etwas blechern, es fehlen Höhen und es hallt ein wenig. Das gilt zumindest bei niedriger Lautstärke, wenn die Lautstärke auf sehr laut eingestellt ist, fallen die Soundprobleme nach meinem Gefühl weniger stark ins Gewicht. Der Sound beim Telefonieren hingegen ist prima und auch bei angeschlossenem Headset treten keine Probleme beim Telefonieren, Musik hören usw. auf. In anderen Berichten wird hier der Software für die beschriebenen Probleme die Schuld gegeben – ist das der Fall, sollte Google schleunigst nachbessern.

leuchtende LED auf der Unterseite

Leuchtende LED auf der Vorderseite

Akku Der Akku des Nexus 5 ist nicht leider nicht ohne weiteres wechselbar. Er soll zwar zu Reparaturzwecken relativ leicht zu entnehmen sein, aber echt nicht „mal eben so“, was ich bei meinem S3 sehr geschätzt habe, für welches ich mehrere interne Wechselakkus hatte (bei einem Preis von ca. sieben Euro ein ziemlicher Nobrainer). Da ich aber auch Ingress-Spieler der 1. Stunde bin, habe ich mehr Ende letzten Jahres auch einen externen Akku von Anker gekauft und ein mögliches Akkuproblem damit weitgehend abgehakt für alle meine Devices. Gerade für Tech-FreundInnen und Menschen, die tatsächlich dauerhaft auf ihr Smartphone oder Tablet angewiesen sind, kann ich eine Investition in einen solchen nur empfehlen. Externe Akkus sind nicht teuer, aber viel wert. Ansonsten bleibt zu sagen, dass der interne Akku gut bemessen ist und ich mit einer Akkuladung des Nexus 5 besser über den Tag komme als beim S3. Trotzdem ist nach spätestens 9-10 Stunden Ende, je nachdem, wie viel ich im Labor tagsüber zu tun habe, auch schon etwas früher. Keine Erfahrungen gemacht bisher habe ich mit kabellosem Aufladen, da die Preise der Ladegeräte dafür für meinen Geschmack die Funktion nicht rechtfertigen. Wenn jemand von euch das anders sieht oder einen Tipp für einen günstigen Wireless Charger hat, freue ich mich sehr über einen Hinweis.

Speicher Das Nexus 5 gibt es mit 16 GB oder 32 GB internem Speicher, einen Kartenslot für eine Micro SD gibt es nicht. Das finde ich sehr schade, denn es ist kein Problem, einen solchen einzubauen und gibt dem/der UserIn die einfache, aber sehr wertvolle Freiheit über die Speicherkapazität selbst zu entscheiden. Die Argumentation, dass ein fehlender Kartenslot userfreundlicher ist, da der

Beispielbild Nacht

Beispielbild bei Nacht

Speicherort von z.B. Bildern eindeutig festgelegt ist, habe ich nie nachvollziehen können. Wie auch immer, es gibt ihn leider bei Nexus Geräten nicht und wird ihn wohl auch in Zukunft nicht geben. Davon abgesehen finde ich es gut, dass die 8 GB Variante des Nexus 4 gegen eine 32 GB Version des Nexus 5 ausgetauscht wurde. Wer viele Bilder mit dem Smartphone macht, wird das zu schätzen wissen, und 8 GB sind vorm Hintergrund von aufwändigen Apps heutzutage ein schlechter Scherz. Von den 32 GB des Nexus 5 bleiben noch 26.8 GB zur Benutzung, der Rest ist bereits durch das Betriebssystem belegt.

Kamera Zur Kamera gab es im Vorfeld viel zu lesen. Ich finde sie nicht so schlecht, wie viele andere schreiben, würde sie aber trotzdem genauso eher im Mittelfeld einordnen. Das liegt vor allem am etwas zu langsamen Autofokus und der nicht ganz so tollen Bildqualität bei Nacht. Die Farben scheinen bei fehlendem Licht unreal dargestellt zu werden und das Bildrauschen erhöht sich. Generell wird wohl die Helligkeitseinstellung softwareseitig nicht ganz so gut justiert worden sein. Der Bildstabilisator dagegen macht seinen Job ganz gut und auch die Kamerasoftware ist vor einiger Zeit funktional auch deutlich aufgebessert worden bei Stock Android. Da ich gern und viel bei Instagram poste, freue ich mich auch über die Möglichkeit, Full HD Bilder zu machen. Die Kamera gibt insgesamt also ein gemischtes Bild ab, aber auch hier könnte ein Update viele Kritik neutralisieren, da die Probleme bei der Software liegen. Abschließend habe ich hier einige Beispielbilder beigefügt.

OS/Leistung In Punkto Schnelligkeit hat mich das Nexus 5 einfach nur verblüfft. Alles geht flüssig und schnell. Das S3 hatte mich durch Project Butter beim Jelly Bean-Update schon überrascht mit der Verbesserung der Geschwindigkeit (beim Switchen zwischen den Screens beispielsweise). Beim Nexus 5 merkt man selbst dazu nochmal einen deutlichen Unterschied. Ob das an Android KitKat oder am Nexus 5 oder

Beispielbild Spielplatz

Beispielbild

vielleicht sogar an beidem liegt, vermag ich nicht zu beurteilen, aber es ist ein riesiger Pluspunkt. Überhaupt ist KitKat eine Wonne. Ein sehr cleaner Look und ein nochmal weiter aufgebohrtes Google Now machen es sehr angenehm.

Fazit Was spricht nun abschließend für das Nexus 5, wenn ich doch eigentlich das Note 3 besser finde? Nun, neben den nicht wenigen Punkten, die ich als positiv vermerkt habe, vor allem der finanzielle Aspekt: Wir reden hier von einem Oberklasse-Smartphone mit (Neu-)Preis eines Mittelklasse-Smartphones. Natürlich ist es bei manchen Eigenschaften nicht ganz optimal, aber bei dem Preis lässt sich da gut und gerne darüber hinwegsehen. Wäre das Note 3 günstiger in der Anschaffung, dann wäre ich nochmal zum Überlegen gezwungen gewesen, aber der studentische Geldbeutel hat leider nicht viel Spielraum. Natürlich sind auch die direkten Updates von Google bei der Nexus-Reihe ein Argument. Die Entscheidung wurde weiterhin noch vereinfacht durch den im Abschnitt Speicher angesprochenen Punkt, dass Google glücklicherweise auf größeren internen Speicherplatz gesetzt hat als beim Nexus 4.

Mir wären 16 GB definitiv zu wenig gewesen. So bin ich glücklich mit meinem jetzigen Device, weil ich, wie im Titel angedeutet, sehr viel Smartphone für vergleichsweise wenig Geld bekommen habe. Auch die genannten Kritikpunkte sind Leiden auf hohem Niveau, denn die Kamera reicht für meine Zwecke mehr als aus und die Soundprobleme fallen bei der Nutzung nur wenig ins Gewicht. Wenn Google, wie versprochen, das Update nachliefern, gibt es fast nichts mehr, wo man bei dem Preis noch nachbessern könnte. Schon so muss sich das Nexus 5 keinesfalls vor anderen Devices im Highend-Bereich verstecken. Vielleicht steige ich dann beim nächsten Mal wieder auf ein Device der Samsung Galaxy Reihe um, wenn es das Geld zulässt. Der Launch des Moto G hat ja gezeigt, dass auch mit nochmal deutlich weniger Geld ein gutes Smartphone erworben werden kann. Ich werde das Release vom Galaxy S 5 und Note 4 auf jeden Fall gespannt verfolgen, ebenso wie all die andere spannende Technik, die wir im Jahr 2014 zu sehen bekommen.

Beispielbild Wolken

Beispielbild

Meine Frage an euch: was haltet ihr vom Nexus 5 und wie hättet ihr euch an meiner Stelle entschieden? Wenn ihr selbst ein Nexus 5 besitzt, was sind eure Tipps bezüglich kabellosem Ladegerät und Flipcase?

Über den Autor: David Redelberger ist leidenschaftlicher Nerd und bekommt bei Social Media und Technik leuchtende Augen. Online als davidfromkassel immer auf der Suche nach spannenden Artikeln und Trends, studiert er richtigen Leben Nanostrukturwissenschaften an der Universität Kassel und verbringt momentan viel Zeit am Schreibtisch und im Labor für seine Bachelorarbeit. Wenn er sich mal nicht mit Chemie beschäftigt oder in den sozialen Medien unterwegs ist, verbringt er seine Zeit gern mit Politik, netten Leuten oder einem guten Buch. Er ist auf Google+, Instagram, Facebook und Twitter zu finden.

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