Wer Erfolg hat, ist uns Deutschen suspekt.

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Das Böse ist erfolgreich…Oder ist der Erfolg böse? Oder bilden wir uns das eigentlich nur ein?

Zunächst war es Microsoft, dann Apple, nun Samsung und/oder Google, auch Facebook steht unter direktem Beschuß. Von wem? Von den Medien und uns Nutzern. Irgendwie ist es immer das gleiche Phänomen. Solange ein Unternehmen der Underdog ist, kann es relativ frei agieren, Dinge ermöglichen oder Einschränken, ohne das darüber von seinen Kunden/Gläubigen viel Aufhebens gemacht wird. Aber wehe, das Unternehmen erdreistet sich, erfolgreich zu sein, gar Marktführer zu werden.

Irgendwo gibt es da eine magische Grenze, wenn ein Unternehmen die überschreitet, dann kann es sich des uneingeschränkten Hasses und der potentierten Trollerei seiner einstmaligen Fans gewiß sein.

Oder wie anders ist es im Moment zu erklären, dass Samsung, einst der Liebling der Android Nutzer und  der tapfere Underdog im Kampf gegen Apples Smartphone und Tablet Übermacht, kaum , dass Marktführerschaft erreicht ist, ein Flut von Beschimpfungen über sich ergehen lassen muss.

So wird das Unternehmen für eFuse gerügt, eine elektronische Sicherung, die anzeigt, ob ein Gerät modifiziert wurde (genauer gerootet) und die man dazu verwenden kann, die Ursache eines Fehlers auch damit zu klären, dass ggf. aufgedeckt wird, dass der Kunde am Gerät unprofessionell herumgepfuscht hatte.

Man könne sein Gerät damit nicht mehr rooten, ohne die Garantie zu verlieren (und? wer rootet verliert IMMER die Garantie, nur lässt es sich halt bisher nicht nachweisen) bzw. noch größeres Drama: RegioLock.

Damit will Samsung verhindern, dass Geräte aus Ländern, in denen sie günstiger verkauft werden in Massen exportiert werden und dann den dortigen Markt kaputt machen. Ist vielleicht nicht die feine englische Art aber ein vernünftiger Schritt im Blick eines Unternehmens, das mit seinen Produkten Gewinne machen will (was ja an sich für viele offensichtlich schon an ein Verbrechen grenzt… Bei Marktführern)

Auch hier ist das ganze eher ein Sturm im Wasserglas, denn erste Kunden berichten bereits, dass die Angaben von Samsung wohl DOCH stimmten, dass man lediglich eine gewisse Zeit eine SIM Karte aus der Region, in der das Gerät erworben wurde nutzen muss, danach kann man ohne Probleme ausländische Karten verwenden.

Aber man möge mal in die Foren oder die Kommentare zum Note 3 bei Samsung sehen. Schrieb dort jemand über „diese böse Firma, und dass er nie wieder Samsung kaufen werde“ erntete dieser einvernehmliches Schulterklopfen. Gemäßigtere Stimmen wurden gleich in die Nähe der bösen Hydra Großkonzern zugeordnet und im nettesten Fall eben als minder intelligent dargestellt.

Ähnliche Geschichten ließen sich auch über andere erfolgreiche Konzerne berichten, man möge nur mal ein wenig nach Google googlen 😉

Ich finde es schon interessant, dass man irgendwann scheinbar dem Wahn verfällt, ein erfolgreiches Unternehmen verlöre automatisch den Verstand, wolle die Weltherrschaft an sich reißen und dann die gesamte Menschheit unterjochen.

Samsung ist ein Unternehmen wie viele andere, Apple und Google ebenso. Wir nutzen deren Dienste, weil sie uns helfen. Und wir sollten endlich etwas mehr nachdenken, bevor wir erfolgreichen Unternehmen beständig bösen Willen und die Diktatur über die Welt vorwerfen. Keinem Unternehmen ist damit geholfen, wenn es auf einem Markt gegen die Interessen der Kunden agiert. Ich wette, die eFuse Sicherung in neuen Samsung Geräten wird in den allerwenigsten Fällen überhaupt zum Garantieverlust führen. Der Regiolock wird problemlos entsperrt und einige wenige werden so lauthals krakelen, wie sie nur können. Bis ein anderes Unternehmen erfolgreich ist, dann haben wir den nächsten Superschurken.

Ein Gedanke zu „Wer Erfolg hat, ist uns Deutschen suspekt.

  1. Zu welchem Preis sind diese Firmen den Erfolgreich? Das was ich mitbekommen ist, das man mit Top Angeboten/ Versprechungen versucht Kunden zu gewinnen und dann anfängt diese an einen zu binden. Würden alle einen gemeinsamen Standart nutzen wäre es sicherlich anders. Wie lange hat es gedauert bis es einen einheitlichen Anschluss gab zum laden von Handys? So weit ich weiß ist das nie geschehen. Erst bei den Smartphones. Also wieso sollte ich nach einem Samsung Handy ein anderes Kaufen? Wieder ein neues Ladegerät? Das andere verstaubt dann? Nach zwei Jahren das Ladegerät, welches noch Top Funktioniert wegwerfen? So war es früher. Heute ist es nicht anders, nur das es Heute meist an der Software scheitert. Es sind nunmal Gewinn orientierte Unternehmen. Sobald es gut läuft bedeutete das, in der Regel, hoher Verkaufszahlen und zahlreiche Kunden. Also drückt man dann einfach mal die unschönen dinge durch. Ein paar Kunden werden dann vielleicht abspringen, aber die Masse hat sich so in die Geräte/Funktionen gewöhnt das diese zu faul sind zu einem anderen Hersteller zu wechseln.

    Ich finde das, gerade im teschnischen Bereich normal. Facebook z.B. Am anfang unscheinbar und Harmlos. Mitlerweile gibt es Gesichtserkennung, nicht abstellbare funktionen, den Like Button der, ob man will oder nicht, Informationen an FB sendet. Sowas wird doch das Unternehmen nicht sofort einführen/ offen legen. Es wird auch nicht gleich sofort erkannt/ bemerkt das es so funktioniert. Die Nutzer fangen an mit FB heutzutage geht es nicht mehr ohne. Also macht FB nun was es will. Eben durch die Machtstellung. Geh mal zu einem der FB nutzt und sag ihm mal wie Böse FB doch ist und erkläre dem das. Der löscht (mehr als eine deaktivierung ist es ja nicht 😀 ) sicherlich nicht sein Account. Sonst bringt ja der Kontakt zu den Freunden ab. Würde man das Modularer, Transparenter und freier konzipieren und betreiben würden sicherlich nicht so viele Menschen meckern.

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