Ihr sollt mich kennen, aber meine Daten geb ich nicht her.

aviate

Wer Personalisierung will, sollte gewisse Daten auch freigeben.

Zuletzt passierte es bei Aviate, dem neuen Launcher, der gerade in die private Beta gegangen ist (nutzen nur nach Invite, also quasi wie Ingress).

Da der Launcher, um die einzelnen Seiten dynamisch an die Bedürfnisse des Nutzers anzupassen und auch neue Apps vorschlagen zu können, darauf zurückgreift, was jeder Nutzer in welcher Kategorie verwendet, und dazu gemeinsam mit der Geocodierung (um auch die Orte zu erkennen, die in der Nähe des Nutzers liegen) diese and die Server von Aviate schickt gab es wieder mal einen Aufschrei.

Was man dabei merkte. Das Prinzip von Aviate wurde nicht verstanden. Es ist eben elementarer Bestandteil, dass das Nutzerverhalten ANONYM getrackt wird,vergleichbar mit Amazons „Kunden die X kauften, kauften auch Y“ um den Launcher so intelligent zu machen, dass er sich ohne Zutun des Nutzers anpasst.

Hier stoßen wir auf ein elementares Problem aller vernetzten Dienste. Die generelle Angst davor, Daten preizugeben und damit zu ermöglichen, dass einem Schaden zugefügt  wird. Diese Angst ist natürlich berechtigt, aber wir sollten uns auch immer vor Augen führen.

Wenn ich ein gewisses Ziel verfolge, gewisse Funktionen oder Dienste haben möchte, muss ich auch Daten Preis geben. Ohne dies würden Dienste wie Google Now, Foursquare, Facebook oder Google+ garnicht existieren oder nur sehr rudimentär funktionieren.

Und wichtig ist immer, was gebe ich überhaupt preis. Bei Aviate z.B. sind es eine generische ID um die Smartphone Instanz eineindeutig zu identifizieren, die Geocoordinaten des momentanen Standorts (etwas, das z.B. auch Google, Vuze und andere Dienste tun) und die Liste der Apps. Keine Daten die direkt auf mich als Person schließen lassen.

Und last but not least. JEDER konnte wie bei Android üblich bei der Installation sehen, welche Daten übertragen werden. Aber wahrscheinlich war es wie immer, das liest keiner durch aber hinterher beschwert man sich.

Wir sollten bei allem Datenschutz auch überlegen, welche Daten wirklich schützenswert sind. So lange es sich um die Liste meiner Apps und den aktuellen Standort handelt und niemand darüber auf mich als Person zurückschließen kann, gebe ich diese gerne Preis. Denn die Funktionalität und der Mehrwert gerechtfertigen es in meinen Augen. Gleiches gilt für Google Now und Amazon.

Wir dürfen die Herrschaft über unsere Daten nicht geringschätzen.

Wir sollten aber auch nicht aus einer Datenschutzparanoia heraus gar nichts mehr preisgeben wollen, aber dennoch personalisierte Dienste fordern.

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