„Dieses Facebook sollte man abschaffen“

Facebook böööööse, reale Welt guuuuuuut. Not really, sorry.

Gestern, belauscht. Zwei erwachsene Menschen, geschätzte 40 unterhalten sich über dieses unnötige Facebook, das eh kein Mensch braucht, und wo man sowieso nur liest, was jemand zu Mittag gegessen hat oder Fotos von Betrunkenen auf Parties sieht.

Mal ganz davon abgesehen, dass ich solche Bilder in meiner Timeline wirklich nicht einmal nach langer Suche finden würde, zeigt mir das, was auch auf der re:publica schon zur Sprache kam. Wir müssen viel mehr die „Offliner“  informieren. Ich verlange ja gar nicht, dass die alle auf Facebook gehen (von manchen hoffe ich gar, dass sie es nie tun werden) aber zumindest sollte etwas mehr Verständnis für das Medium da sein.

Und wir sollten uns klar machen, dass es nicht einmal nur um Social Media geht. Die Diskrepanz zwischen der Medienkompetenz der breiten Bevölkerung und dem, was für eine vernünftige Erziehung der Jugend zu Medienkompetenz notwendig wäre, hat sich offensichtlich nicht verkleinert. Wir obliegen dem Irrtum, dass nur durch das Heranwachsen einer neuen Generation, Medienkompetenz quasi auf dem Silbertablett serviert würde.

Aber diese Annahme ist falsch. Wie andere Kulturtechniken auch, muß Medienkompetenz erlernt werden. Und was ich aus solchen Gesprächen wie dem obigen herauslese, es gibt viele Menschen, die gar nicht bereit sind, sich ernsthaft damit zu befassen.

In wie vielen Familien finde ich schon bei 10 oder 12 jährigen einen Spielecomputer oder gar einen Fernseher im Zimmer? Beides Dinge, die bei uns nicht in Frage kämen. Und wie oft wird wirklich kontrolliert, was die Kinder so spielen, womit sie sich ihre Zeit vertreiben?

Immer wieder höre ich auch Kinder im Gespräch, die sich vom letzten Krimi berichten, den sie gemeinsam mit den Eltern gesehen haben. Aber wer glaubt ernsthaft, ein Krimi wäre für einen 10 oder 12 jährigen das richtige?

Wir sollten endlich auch die eigene Verantwortung erkennen und nicht alleine auf die bösen Medien schimpfen, die ja angeblich diesen Müll anbieten. Da unterliegen wir nämlich einem Irrtum. Die sozialen Medien bieten nur die Plattform, der Müll kommt durch die User.

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