Dear Esther, kein Spiel, kein Film, ein Faszinosum

Unbedingt auch die volle Auflösung laden. Hierbei handelt es sich um ein ECHTES Bild aus dem "Spiel"

Selten hat ein Spiel so wenig Interaktionsmöglichkeiten geboten wie Dear Esther. Und selten hat mich ein „Spiel“ dennoch so fasziniert.

Eigentlich handelt es sich bei „Dear Esther“ nur um eine Geistergeschichte, die in Fragmenten von einem Erzähler gesprochen wird, während man über eine Hebrideninsel wandert. Aber was die Entwickler aus der Halflife 2 Engine da gekitzelt haben ist fantastisch.

Und für mich ist das ganze ein guter Vorgeschmack auf ein ganz neues Genre, zwischen Buch und Spiel. Quasi eine Form des interaktiven Films. Während der Charakter mit der Maus und den Tasten gesteuert über die Insel wandert, wird in immer neuen Kombinationen eine Geistergeschichte erzählt. Einziges Ziel des „Spielers“ ist es dabei, zu einem auf der Insel befindlichen Leuchtturm zu kommen.

Faszinierend ist dabei die Darstellung der Umgebung: Wolken, Wasser, Pflanzen, alles wirkt so realistisch wie selten zuvor. Und die Atmosphäre zieht einen in ihren Bann. Licht und Schatten, das Wiegen der Pflanzen im Wind, die Gischt am Strand. Selbst die kleinsten Details sind fein ausgearbeitet und tragen zur dichten Atmosphäre der Geschichte bei. Und bei jedem neuen Start wird die Geschichte etwas anders erzählt, werden die Teile der Story anders zusammengesetzt. Aber im Grunde bleibt der „Spieler“ ein Beobachter, dessen einzige Aufgabe das Wandern über die Insel ist, und der dabei in kurzen Einspieltexten immer wieder Fragmente der Story (in Englisch) hört.

 

Wer Aktion und Rätsel erwartet, wird enttäuscht sein, wer sich aber auf eine gute Geschichte und eine faszinierende Bildsprache einlassen will, dem kann ich „Dear Esther“ nur empfehlen.

Selten wurde eine Geschichte computeranimiert so schön und eindrücklich erzählt.
Dear Esther, der Trailer

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