Der Gedanke zum Sonntag: Das Ja oder Nein in IT und Management

Etwas, das ich immer wieder amüsiert zur Kenntniss nehme, sind Dialoge zwischen Projektmanagern und IT Fachleuten, in denen nach dem Fertigstellungstermin oder Fertigstellungsgrad eines komplett neuen Produkts gefragt wird.

Irgendwann taucht dann stets eine Frage auf, die so ähnlich lautet wie: „Werden wir bis Freitag nächster Woche diesen Programmteil fertig haben.“

Und jetzt entspinnt sich meist ein Dialog zwischen zwei Welten: Der Manager erwartet (zumindest, wenn er noch nicht mit den Realitäten der [IT] Welt Bekanntschaft gemacht hat) ein Ja oder Nein. Der IT Fachmann kann so etwas aber schon aus Berufsehre nicht sagen, ohne sich in den Bereich der Hellseherei zu begeben. Denn er weiß um die Komplexizität von Problemen, um unbekannte Abhängigkeiten, plötzlich auftauchende logische Fehler. Deshalb wir er meist antworten: „Wenn X und Y und ausserdem Z klappt, dann ja.“ Das aber will wiederum der Manager nicht hören, spottet über den zu klaren Aussagen unfähigen Mitarbeiter und demotiviert diesen damit wieder, da er mit seiner Expertise offensichtlich nur als Zahnrad im Projekt verwendet wird.
Hier wäre endlich mal etwas mehr Bewußtsein angeraten, dass auch unterschiedliche Berufsgruppen unterschiedlich ticken. Warum wohl wollen viele extrem gute Softwareentwickler nicht eine Karriere im Management machen? Weil die dort vorherrschende Denkweise in starren Zeitrastern ihnen oft widerstrebt. Und warum haben Manager so oft Problem mit Entwicklern? Weil sie nicht durchschauen, dass komplexe Systeme komplexe Antworten bedingen. Der Manager, der mir mit der Argumentation kommt: “ Ich habe früher selbst Software entwickelt.“ Der blamiert sich schon insofern selbst, da er offensichtlich nicht mehr erinnert, wie komplex und unvorhersagbar GUTE Softwareentwicklung ist. Wenn ich nur Standards zusammenschraube ja, dann kann ich Zeiten angeben. Dann generiere ich aber nur Software. keine GUTE Software

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