Generation Y, oder die Illusion des Generationendenkens

Wieder mal wird eine neue Generation definiert, die Generation Y, der Karriere angeblich nicht mehr so wichtig ist, die nach Leistung, nicht nach Zeit bezahlt werden will und eine Balance von Arbeit und Freizeit fordert und nicht mehr bereitwillig Überstunden schiebt, nur um Karriere zu machen.

Falsch sage ich, diese Gedanken haben viele Generationen, es kommt stets aber auch darauf an, wie erpressbar die Generation durch die Arbeitgeber ist. Auf einem Arbeitgebermarkt werde ich den Teufel tun und meine eigenen Interessen offen legen. Jetzt aber gibt es den Fachkräftemangel, ein Fiasko für die Manager, denn jetzt können diese faulen bösen Arbeitnehmer ja plötzlich fordern, vernünftige Arbeitszeiten zu haben, wegen der Leistungen und nicht wegen Vitamin B und Ellenbogenmentalität gefördert zu werden.

Firmen müssen plötzlich familienfreundlich werden, auch ethisch wirtschaften und sich damit abfinden, dass ihre Humanressourcen auch noch ein Leben haben möchten, außerhalb des Jobs.

Oh wie furchtbar das doch ist, also schnell die Arbeitsministerin vor den Karren gespannt, damit man billige Arbeitnehmer aus dem Ausland anwerben kann.
Was aber die Unternehmen offensichtlich nicht bedacht haben. Auch die ausländischen Arbeitnehmer sind anspruchsvoller, wollen vernünftig bezahlt werden und ein Leben neben dem Beruf.

Ich arbeite in einem Unternehmen, das schon lange auch familienfreundliche Angebote macht, das verschiedene Arbeitszeitmodelle hat, einen Betriebskindergarten anbietet, als er in anderen Firmen noch nicht mal angedacht war und sich aktiv Gedanken macht, wie auch der demographische Wandel gemeistert werden kann.
Gerade das waren und sind für mich die Faktoren, die meinen Arbeitgeber für mich attraktiv machen. Denn spannende Aufgaben finden sich in vielen Firmen. Aber ein angenehmes, menschenfreundliches und auch familienfreundliches Umfeld, und das nicht aus der Not geboren sondern aus Überzeugung eingeführt und gelebt. DAS ist ein Marktvorteil auf dem Arbeitnehmermarkt. Und auch die Ethik und ein umweltbewusstes Denken gehören dazu.

Mein Schlagwort dafür, und ich stehe dazu: Wir brauchen nicht Work Life Balance, wir brauchen Work Life Integration.

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