Amazon.de hat den Kindle im Programm. Mit deutschem Buchangebot. Eine Einschätzung

Jetzt ist es soweit. Man kann den Kindle nicht nur in Deutschland kaufen (allerdings immer noch in einer internationalen englischen Version) sondern auch deutsche Bücher. Laut Amazon im Moment ca. 650 000 Bücher (allerdings nicht ganz ehrlich, denn dabei sind auch viele kostenlose Klassiker).

Es wird also spannend, nun auch auf dem deutschen Markt. Die großen Vorteile sind Amazons etablierter Shop im Netz und ein Lesegerät, das zumindest von der Haptik viele ansprechen wird. Zugleich kann man mittels Amazons „Whispernet“ kostenlos über 3G Bücher jederzeit und überall herunterladen (für manch einen Geldbeutel nicht wirklich gut). Dinge, die mich dennoch auch an der deutschen Version stören:

Nicht der Kindle, kein Wireless,nicht mal 3G, aber nur 150 Gramm, 2GByte Speicher und sehr kompakt. Meine Frau ist begeistert.

Zum einen Amazons proprietäres Buchformat, das mich dazu zwingt, diese Bücher weiterhin auf Amazons Kindle oder auf Devices mit installiertem Kindle reader zu lesen, und das es unmöglich macht, die Bücher auf einem anderen Reader zu lesen. Zum anderen kanibalisiert sich Amazon in gewissem Sinne gerade selbst. Sie sind sehr spät dran mit dem Kindle in Deutschland, bieten ihn aber nicht mal in einer deutschen Version an und gleichzeitig gibt es erste Gerüchte über ein Amazon Tablet, das Apples Ipad Konkurrenz machen soll.

Für meinen Geschmack kommt der Schritt auf den deutschen Markt viel zu spät und das proprietäre Format wird hier eher hinderlich sein. Einziges Alleinstellungsmerkmal ist das für den Nutzer kostenlose „Whispernet“, mit dem man on the fly überall unterwegs Bücher kaufen/herunterladen kann. Aber mal ganz ehrlich. Wie oft muss ich mir unterwegs noch ein Buch kaufen und komme nicht, wenn es so dringend ist an irgendein WLan. Zum anderen sehe ich gerade einen Rückwärtstrend weg von den spezialisierten Devices zurück zu den All in One geräten. Erste Beispiele sind das HTC Flyer, das mittels ansteckbarer Tastatur sowohl Netbook als auch Tablet ist und ebenso das Motorola Atrix, das sich über eine Dockingschnittstelle an eine Bildschirm/Tastaturkombi anschliessen lässt und dann ebenfalls zum Netbook mutiert, und auch das Asus Eeepad Transformer sieht sehr vielversprechend aus. Warum soll ich also X Devices nutzen, wenn ich alles in einem Gerät haben kann. Letztlich würde mir ja ein Gerät reichen, das zumindest für 2-3 Tage durchhält, womit ich also einen ganzen Tag lang auf voller Leistung arbeiten kann, ohne es aufladen zu müssen.

Aber das scheint der Industrie nicht zu passen. Man könnte dann ja mit dem Gadgetkonsum aufhören.

Im Moment warte und beobachte ich lieber. Weil ich einfach langsam die Lust daran verliere, mich auf das nächste kurzfristig gehypte Gadget zu stürzen, das dann nur die Taschen noch schwerer, den Geldbeutel noch leerer und den Technikfuhrpark zu hause noch unübersichtlicher macht. Für mich wird die nächste Strategie sein, erst mal weglassen und erst wenn das Hauptdevice (das im Moment aus zweien besteht, meinem Notebook und meinem Smartphone) ausfällt, wird nach einer All in One Kombi a la HTC Flyer oder Asus EeePad Transformer gesucht.

 

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