Digitale Außenseiter: Eine Scheindiskussion

Studie: Wachsende Sorge um „digitale Außenseiter“ titelt der Heise Ticker.

Nach einer Studie der Initiative D21 zur digitalen Gesellschaft sind 63 Prozent der Gesellschaft nicht oder wenig souverän im Umgang mit der digitalen Technik.

Ach? Was hat das jetzt speziell mit digitaler Technik zu tun? Ich wage mal zu behaupten, daß das so ziemlich  die Prozentzahl der Bevölkerung ist, die schon immer Probleme mit Technik hatte. Vermutlich nicht prozentgenau aber es gab schon immer Technophobiker, die glaubten, beim Zug fahren würden sich die inneren Organe verschieben, das CERN könne mit einem schwarzen Loch die Erde vernichten, Mobilfunkstrahlen würden Krebs erzeugen (selbst wenn der Mast gar nicht angeschaltet war). Es ist nun mal so, dass viele Menschen Probleme mit Technik haben. Und die wird man auch nicht überzeugen können. Wer immer noch emotional argumentiert, wenn es um die Vorteile eines papierenen Buchs geht, wer jedes elektronische Bürohilfsmittel immer noch als „Spielzeug“ klassifiziert und sich stolz brüstet, er fände sich auch ohne Navi zurecht, der soll von mir aus in der digitalen Diaspora versauern.

Ich mags langsam nicht mehr hören. Wer nicht will, den soll man in seiner Welt lassen. Wir können nicht alle von den Vorteilen der modernen Welt überzeugen. Das hat noch nie geklappt. Es bedarf stets auch eines Generationenwechsels, um gewisse Technologien selbstverständlich zu machen.

Ich erinnere mich noch gut an die dummen Sprüche, als ich in den Neunzigern mein erstes Mobiltelefon hatte: „Des braucht niemand, i will gar ned erreichbar sein“ und so weiter und so fort.

Heute geben nur noch die ewig gestrigen, die die Technik nicht verstehen mit der Nichtnutzung an. Und werden von der modernen Kommunikation abgehängt. Und exakt das wird mit der aktuellen Generation, oder zumindest dem Teil, der nicht gewillt ist auch mal etwas neues kennenzulernen passieren. Wir werden sie nicht mehr erreichen. Aber wir sollten die Welt auf die nachwachsende Generation vorbereiten, wir die wir heute schon sehen, wie die Welt morgen aussehen wird. Und wer jetzt sagt, das sind doch vor allem die „Alten“: Au contraire!!! Ich kenne auch im Alterspektrum derer zwischen 20 und 40 hinreichend viele Technikallergiker, die schon Panik bekommen, wenn nur mal das Mobiltelefon klingelt oder jeden enerviert anschauen, der nicht auf einem Stück totem Holz seine Notizen macht sondern auf einem Tablet PC.

Und wer heute immer noch ignorant meint: „Social Media? Bloggen? Du musst ja Zeit haben!“ Dem schleudere ich ein verachtungsvolles: „Nee, aber du ne bescheidene Terminplanung!“ entgegen.

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