Die Generation Y pfeift auf Hierarchien. Aber nicht nur die!

Die Computerwoche titelt: „Die Generation Y: Weg mit den Hierarchien„. Und ich muss sagen, nicht nur die Generation Y, also die nach 1980 Geborenen pfeifen darauf. Wenn ich mir ansehe, wie hoch das Durchschnittsalter der Nutzer von Plattformen wie Facebook und Twitter ist (jenseits der 30) dann kann ich nur sagen, wir sind bereits mitten im Wandel und es gibt bereits eine immer grösser werdende Zahl von Arbeitnehmern, die schon lange jenseits der Hierarchien arbeiten.

Und auch der Aspekt der Integration von Arbeit und Privatleben wird von vielen bereits heute realisiert. Da wird getwittert, während man Themen recherchiert. Da nutzt man private Facebook Kontakte um relevante Informationen für ein berufliches Problem zu finden oder trifft sich mit Berufskontakten privat, weil man feststellt, dass sie in Foursquare gerade im selben Ort eingecheckt sind.

Es ist eigentlich wie so oft mit neuen Technologien. Während die Hierarchiehörigen, die stets nach festen Regeln arbeiten wollen oder müssen die neue Welt der flachen Hierarchien verdammen und zu Spielerei degradieren, ziehen die fortschrittlich denkenden Arbeitnehmer bereits hohen Nutzen aus den Möglichkeiten und bewegen sich in den virtuellen wie in den realen neuen Welten virtuos und selbstverständlich.

Für mich zählt nicht, dass ich die mir gegebene Arbeitszeit möglichst effizient mit beschäftigt sein ausfülle, sondern dass ich möglichst effektiv meine Ziele erreiche. Denn dann kann ich mehr leisten, ohne mich zu überarbeiten.  Auch das ist ein Aspekt des Stressabbaus.

Es ist wie mit jeder neuen Entwicklung. Erst ignoriert man sie, dann verteufelt man sie, dann gewinnen die Nutzer der Technik.

Und letztlich haben wir nicht alle schon immer Hierarchien für etwas künstliches, oft nicht gerechtfertigtes gehalten und waren froh, wenn wir auf dem „kleinen Dienstweg“ etwas informell, schnell und effektiv regeln konnten, anstelle die offiziellen, langsamen aber effizienten Wege zu gehen?

Nicht umsonst gilt „Dienst nach Vorschrift“ in vielen Bereichen nicht als die Regel sondern als Drohung!

Und noch ein Punkt, der mich bei dem Bericht nicht wirklich verwundert. Sinnvolle Arbeit zählt mehr als Geld. Klar, dann kommen wieder diese dämlichen Sprüche im Stile von, schön, dann brauch ich dir ja gar nix mehr zahlen. Klar, solche einfältig denkenden Mitmenschen gibt es immer. Aber letztlich ist der wichtigste Faktor für eine gut gemachte Arbeit Motivation. Und zwar nicht die extrinsische, oft allein durch Geld erzeugte Motivation, sondern die intrinsische, aus mir heraus. Leider ist diese aber schwerer zu schaffen, da hierzu das Arbeitsumfeld stimmen muss, die Anerkennung da sein muss und vor allem auch die Freiheitsgrade, die Arbeit so zu tun, wie ich es am besten kann, nicht, wie es mir die Vorschriften festlegen.

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