Wir müssen nicht „Jungs fördern“ sondern eine menschliche Gesellschaft fordern

Die TAZ berichtet: Neue Männerpolitik braucht das Land. Das denke ich nicht. Was wir brauchen ist ein wirklicher Kulturwandel. Eine Gesellschaft, die nur auf Leistung, auf Erfolg, auf berufliche Karriere schaut, die Menschen ohne Arbeit konsequent als faul abstempelt und sie am Rande des Existenzminimums oder gar darünter dahinvegetieren lässt, die fördert geradezu agressive Jugendliche, Stress in der Schule und Angst vor der Zukunft. Wir wollen immer und überall Spitzenleistung. Dabei vergessen wir nur zu oft, dass auch die beständigen Durchschnittsleister wichtig sind, denn sie sorgen dafür, dass die Maschine weiterläuft. Nicht die „Highperformer“ halten die Rädchen am Laufen.

Und wer sagt schon, dass ein Highperformer in einem Gebiet nicht eine Niete in vielen andern Gebieten ist. Wenn ich mir oft betrachte, wie unwissend in vielen Bereichen die sogenannten Experten in Fernsehshows sind, dann fällt mir sehr oft Dieter Nuhrs Spruch: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten“ ein.

Wir sollten wieder Zeit zum Leben gewinnen und nicht den Takt im Hamsterrad so lange beschleunigen, bis Burn Out und psychische Probleme der ständige Begleiter aller Arbeitnehmer wird.
Effizienz lässt sich nicht endlos steigern. Und wofür arbeite ich, wenn ich letztlich meine Wohnung nur noch kurz zwischen nach hause kommen und ins Bett fallen sehe, wenn meine Familie mich fragt, warum ich so selten zu hause bin.

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