100% sind NICHT 100%: Der Einlastungsmythos und das wirkliche Leben

Heute wieder ein klassisches Beispiel für den Unterschied zwischen ergebnisorientierter und auslastungsorientierter Denkweise erlebt. Spricht mich doch ein Kollege an: Wie, du bist morgen auf einem anderen Workshop? Wir haben dich doch zu 100% für unser Projekt. Ich war vesucht zu sagen, ja und? Heisst das jetzt, wenn ich auf irgendein Ergebnis warte, um weiterarbeiten zu können, muss ich däumchendrehend am Schreibtisch sitzen,weil ich ja zu 100% dem Projekt gehöre? Dumm nur, dass ich ergebnisorientiert arbeite, und wenn ich in einer Projektaufgabe nicht weiterkomme, dann auch durchaus mal eine kleinere projektfremde Tätigkeit annehme. Wenn von einem schon unternehmerisches Denken gefordert wird, sollte man auch so handeln dürfen. Wir müssen uns endgültig von diesem irrsinnigen Auslastungsdenken verabschieden und wieder darauf hin arbeiten was wir eigentlich als Ergebnis wollen. Das erspart uns Kosten, Stress, Frustration und letztlich auch Fluktuation. Wenn ich selbstbestimmt, ohne den Druck von Zeiterfassung und Kostendruck arbeiten kann, arbeite ich effektiver (nicht effizienter, wer den Unterschied versteht, sei mir herzlich als moderner Arbeitnehmer willkommen).

Tut mir leid, das sagen zu müssen, aber bei der Entwicklung von neuen Produkten und bei der Erfindung neuer Algorithmen oder Vorgehensweisen kann ich nicht im Voraus sagen, das braucht jetzt exakt 5 pt. Das ist dummer Quatsch, der nur dazu dient, die Kostenrechnungstabellen zu füllen. Wenn ich Qualität will, dann ist das Produkt fertig, wenn es FERTIG ist, nicht wenn das Zeit/Kostenbudget zu Ende ist…..

So, wo ist mein Baldrian?

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