Musik Mashups, das Netz mag meine Musik oder: Der Beginn von Web 3.0

Interessanter Effekt am gestrigen Abend. Auf unserem Flachbildfernseher von Samsung gibt es einen abgespeckten Internetzugang. Und dort wiederum das Angebot von putpat.tv. Da ich nun gestern noch etwas Lust auf gute Musikvideos hatte, habe ich einfach mal putpat.tv angeworfen. Verblüffend, es wurden mir fast ausschliesslich Stücke und Interpreten vorgeschlagen, die mir auf Anhieb gefielen, auch wenn ich sie zuvor noch nicht kannte. Nach kurzer Überlegung war klar, woher das kommt. Ich lasse meinen Audioplayer unter Linux ebenso wie blip.fm stets meine aktuell gehörten Titel nach last.fm senden. Dort wiederum werden die Titel gespeichert und daraus kann dann wiederum „ähnliche“ Musik errechnet werden.
Diesen Effekt kannte ich früher nur von einem Plattenladen, bei dem ich bereits sehr lange Kunde war, und dessen Chef mir in schöner Regelmässigkeit neue Musiker vorschlug, die mir dann auch meist sehr gut gefielen.
Das ist eine wunderbare Art des Verknüpfens meiner Hörgewohnheiten mit einer Musikdatenbank.
Und da ich selbst entscheide, ob ich diesen Dienst nutze und ich, vermutlich auch ob meines eher unproblematischen wenn auch breit gestreuten Musikgeschmacks kein Problem damit habe, dass Datenbanken mit den von mir gehörten Stücken gefüllt werden, nutze ich diesen Dienst sehr gerne.
Und mit putpat.tv habe ich jetzt quasi einen eigenen Musiksender, der sich rund um meinen Musikgeschmack bewegt, ohne mir nur das anzubieten, was ich eh schon kenne.
Das ist ja schon fast Web3.0. Das Web verändert sich mit meinen Bedürfnissen.

Und ich habe eine Vision für das Fernsehen der Zukunft. Was Audioscrobbler für Musik ist, könnte man doch auch fürs Fernsehen machen. Anhand meiner Sehgewohnheiten bekomme ich aus den unterschiedlichsten Medienstreams neue Angebote. Für das Netz an sich gibt es schon solche Dienste wie Miro oder Vuze. Aber was wäre, wenn das mit meinem normalen Fernseher verbunden wäre. Technisch machbar wäre das durch die Kombination der Uhrzeit und des Kanals der gerade aktiv ist und den EPGs den elektronischen Programmzeitschriften. So könnte ich mir vom Netz meinen eigenen Fernsehkanal zusammenstellen lassen, der sich speziell mit meinen Interessen befasst ohne nur das zu zeigen, was ich eh schon kenne. Das Netz wird intelligent. Und bislang gefällt mir das.

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