Die Rückkehr des Information-Brokers?

Wissen ist Macht. Diese Erkenntnis ist schon sehr alt (genau genommen knapp 500 Jahre, ursprünglich geprägt durch den englischen Philosophen Francis Bacon (1561–1626)).
Und in Zeiten von Social Media, Multikanalinformationen, Blogs, Wikis und Online Streaming ist nicht mehr nur Wissen Macht, sondern auch das richtige, das sinnvoll gefilterte Wissen.
Als technophiler Mensch, der ich nun mal sehr zum leidwesen mancher Technophobiker in meinem Umfeld, muss ich ja nicht mehr erwähnen, dass ich nicht den ganzen Tag online bin, wohl aber meine Computer sehr oft. Sie suchen für mich Informationen aus Streams, Tweets, Blogs und fassen zusammen, sortieren, strukturieren. Gute Tools die ich dafür habe sind unter anderem TwitterTim.es, Feedly in Kombination mit Google Reader, Newsmap, Tabbloid (letzteres lass ich mir jeweils einmal am Tag generieren und lasse es automatisch auf meinen eBookReader als PDF aktualisieren, das ist wirklich eine Tageszeitung, die aus Quellen wie ZEIT, Spiegel, Sueddeutsche und einigen Technikmagazinen beliefert wird) . Damit erzeuge ich mir quasi allmorgendlich meine ganz spezielle, sehr eigene Tageszeitung.

Aber was mache ich, wenn ich nicht technikaffin bin. Wenn ich die vielen Filter und Tools nicht kenne.
Ich sehe die Chance einer Wiederbelebung des schon in den neunzigern propagierten Information Brokers, also eines Menschen, der für die Filterung, Strukturierung, Aufbereitung von Informationen zu relevanten Themen bezahlt wird. Denn wir haben immer mehr Kanäle zur Verfügung, die auch durch immer mehr Alltagsmüll geflutet werden (insofern gebe ich dir recht Heiko 😉 aber wir werden auch immer mehr Informationen direkt aus dem Medium Internet beziehen, denn dort sind die Quellen weiter gestreut, dort ist auch der Vergleich einfacher und es gibt die Chance eines Crowdsourcing. Wie ich schon in meinem Blogbeitrag „Das Ende der Experten“ geschildert habe, sehe ich ein Ende des Hoheitswissens kommen. Es wird viele Quellen geben, die ihren Informationsanteil dazu beitragen, und die Bewertung, Sortierung und Filterung geschieht immer mehr durch das Netz.

Und hier kann auch der Informationbroker neu belebt werden. Als Kontrollinstanz, als Online Redakteur für Unternehmen, Abteilungen, die Politik und die Wirtschaft. Spezifisch mit einer Fragestellung beauftragt wird er alle Kanäle nutzen, um dezidierte Exposes für bestimmte Fragestellungen aufzubereiten. Ob er Informationbroker heissen wird? Ich weiss es nicht, aber er wird wiederkommen. Schon heute kenne ich in vielen Unternehmen Persönlichkeiten, die sich aktiver als andere mit dem Filtern von Informationen und der Aufbereitung befassen. Bislang quasi noch für sich und ihr Team, aber dies könnte ein Talent werden, das in Zukunft von viel mehr Menschen gebraucht wird.

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